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Smiley Zocken auf dem Dell D800
OK, nachdem ich vor Kauf des Notebooks reichlich in diesem Forum gestöbert habe, ist es geradezu eine moralische Verpflichtung hier die Erfahrungen zu posten.



Ich habe dann letztlich das Latitude D800 mit 1,6Ghz, GeForce Go 4200 64MB, 40er HDD, 512MB RAM und dem 1920x1200er Display gekauft --> Ihr erinnert Euch an das damalige Angebot, das hier im Forum rumgeisterte (mit Versand und Deluxe-Ledertasche irgendwie 2300 oder so). Ich habe dann noch ein 256er RAM-Modul reingesteckt, somit sind 768MB RAM installiert.



Ich lese dauernd Fragen wie >kann man damit Zocken?was ist mit dem Display beim Zocken?< usw. Darum dreht sich dieser Beitrag.



Vergleichsrechner zum Dell sind:

a) Mein bisheriger Rechner = Dual P3/866; GeForce 3 64MB (die "echte", ursprüngliche), 768MB SD-RAM 133er CL3, 80GB HDD 7200er (2MB Cache).

--> Alles schon was älter, habe ich vor 3 Jahren oder so angeschafft (mit GeForce2, GeForce3 habe ich nachgerüstet).



b) Rechner des lieben Nachbarn (in der handlichen Shuttle-Box) = AMD 2500+, Radeon 9700Pro 128MB, 512MB DDR-RAM 333er CL2, 120GB HDD ATA-133 (nicht S-ATA), 7200er, 8MB Cache.

--> Also nicht Top-Of-The-Line aber ganz korrekt.



Auf allen Rechnern ist XP installiert, System und Treiber sind auf dem neusten Stand. Alle Tests in 32bit Fabtiefe, vertical sync off.



Als Test liefen bisher:

a) 3D-Mark 2001

b) Enemy Territory (subjektiver Eindruck, keine Framerates)

c) Battlefield 1942 (Eindruck und Framerates)



--> Mit ET also eher ein Mitglied der alten Garde (aufgemotzte Quake3-Engine), mit BF42 schon ein eher hardwarehungiger Geselle der Zunft vertreten.









-- Punkt 1: Speed



Ich mach den 3D-Mark 2001 kurz, hier die Punkte (1024, kein Aniso, kein AA):

Dual P3/866 GeForce3: 4.400

2500+ Radeon9700Pro: 12.300

Dell D800: 9.800



OK, dachte ich, das is'n Wort. Ich sah mich schon BF42 ähnlich flüssig wie auf dem Rechner des lieben Nachbarn zocken.



Aber ich musste mich eines besseren belehren lassen, denn das Ergebnis in ECHTEN GAMES sieht anders aus:



Wir haben zunächst Enemy Territory gecheckt (Ton aus macht keinen Unterschied):



- Dual P3/866 GeForce3: Läuft auf 1024 max settings ohne Ansio und AA ordentlich flüssig (geschätzte 40+ fps).



- 2500+ Radeon9700Pro: Läuft butterweich auf 1280, 8x Aniso und 4x FSAA (geschätzt: nie unter 60 fps).



- Auf dem DELL läuft es auf 1280 max settings sehr gut. ABER NUR OHNE Aniso und OHNE AA. Schalte ich beides ein, ist Ruckeln angesagt - spiellustminderndes Ruckeln.



Hier also erste Überraschung: Bildoptimierung (Aniso, AA) mag der 4200er nicht ganz so. Außerdem wird er dann auch lecker warm. Aber ET ohne Aniso/AA läuft top. Zockt man unterhalb der nativen TFT-Auflösung auf dem TFT, gibt es Fullscreen-AA gleich eh umsonst dazu, mehr dazu in Punkt 2.





Dann Battlefield 1942 (Ton aus macht keinen Unterschied):

- Dual P3/866 GeForce3: Läuft auf 1024 max settings (Texturen 100% usw.) ohne Aniso und AA mit ein wenig Geruckel, die Framerate liegt so zwischen 20 und 45 fps, je nachdem, was so los ist.



- 2500+ Radeon9700pro: Läuft 1280 max settings mit 8x Aniso und 4x FSAA ultraflüssig, geht vielleicht mal auf 45fps runter, wenn ordentlich Action angesagt ist.



- Dell auf 1024 max settings (ohne Aniso/AA) zeigt eine ordentliche Framerate an (>60fps) und das Spiel läuft auch flott. AAAABER bei texturenreichen Gebäuden (z. B. die paar Häuser von Arnheim in Market Garden) springen die Gebäude nur so über den Bildschirm. Alle anderen Objekte bewegen sich superflüssig, Framerate wird mit 60fps+ angezeigt. Man fährt also mit angezeigten 60-80fps mit dem Jeep auf die Häuser zu, es kommt einem auch alles vor wie 60-80fps, zieht dann eine Kurve, und die Fassaden hüpfen nur so an einem vorbei. Ohne Environment Mapping und ohne Shadows wurde es etwas besser, aber immer noch zu mies, um wirklich gut zu zocken. Besserung brachte nur ein Herabsetzten der Texturen (kommt aber nicht in Frage, 100% Texturen muss sein, BF42 sieht dann einfach viel besser aus) oder Heruntersetzen der Auflösung auf 800x600 (kommt auch nicht in Frage). Was bleibt? Übertakten, klare Sache. Also Cool Bits drauf und GPU und RAM moderate 15% hochgesetzt. Siehe da: Die Häuser ruckeln zwar noch, springen aber nicht wie wild von links nach rechts, wenn man sich vor ihnen umdreht. Unterschiede in der Temperatur konnte ich auch nicht festellen, also soweit alles OK.









-- Punkt 2: Display Dell (16:10; 1920x1200) zum Zocken



Ich lese hier immer wieder, man könne ja nicht darauf spielen, die Zerrung sei zu stark usw. Ich selbst hatte die Sorge, die Refresh-Rate würde nicht ausreichen (las auf irgendweiner Dell-Seite was von relativ miesen 35ms). Die Kumpels und ich sind uns alle einig: Man kann nicht nur auf diesem Display hervorragend zocken, es sogar ziemllich geil!



a) Meine Befürchtungen zur Refresh-Rate bestätigten sich nicht, es sind keine (Notebook)-TFT-typischen Ruckler zu erkennen. Nicht beim Zocken, nicht beim Abspielen von DVDs. Pixel-Fehler übrigens auch kein einziger.



b) Strechting. OK, könnte man auch ausschalten, WENN es denn stören würde. Die Schwarzseher hier im Forum haben wohl noch nie ausgiebig auf einem 16:10er TFT gezockt, denn: Man bemerkt den Unterschied nur im direkten Vergleich. Gut, aus bestimmten Perspektiven scheinen mir die Ärsche der Vordermänner etwas dick geworden, doch das war es dann auch schon. Dafür ist das Feeling auf dem Wide-Display ziemlich cool. Dass die Mausbewegung rechts/links schneller sein müsste als auf 4:3 ist hier niemandem aufgefallen. Man beachte auch: 4:3 = 16:12... 16:10 ist nicht allzuweit davon entfernt.



c) Wide und DVD. Naja, der Balken oben und unten ist kleiner, aber welche DVD ist schon noch 16:9? Ich habe hier fast nur Filme in krasseren Formaten und in gut sortierten Videotheken bekommt man sowieso die 4:3 Fassung (für die ja bei nicht wenigen Kinofilmen auch das Storybook gezeichnet wurde; die Soft-Matte auf 25:10 oder so wird dann nachträglich draufgepappt, damit die Leute denken: Boah, Kino, breite Leinwand, geil ey; in Wahrheit fehlt einfach was vom Bild).



d) Bildqualität. Man muss es sehen, um es zu glauben: Einfach nur der Hammer. Arbeiten ist edel, die Schrift auf 1920x1200 natürlich superklein aber halt auch ultrascharf. Habe dennoch auf dem Desktop die Schriften auf 120dpi gestellt, das wird auch für 98% aller Schriften übernommen. Bisher hatte ich 2 oder 3 Fälle, in denen eine Schrift mal nicht in ein Kästchen gepasst hat. Zocken auf Auflösungen unterhalb 1920x1200 (also immer) führt zu einer angenehmen Bildglättung, erinnert ein wenig an FSAA.



e) Externer Monitor. Obwohl das TFT wirklich mal geil ist, habe ich meinen guten alten Iiyama 22er angeschlossen, denn SIZE DOES MATTER, wie wir alle wissen, und für alten Dual P3/866 hatte ich bereits einen 19er dazu gekauft. Klar ist aber auch: Das nächste Display wird ein TFT (mind. 18er). Ich fahre 1280 auf dem 22er und schon das erste Generve: Das Dell mach extern nur 85hz, hatte vorher immer 100. OK, kann man mit leben. Ärgerlich ist aber, dass die Qualität nicht ganz so gut ist wie mit der alten GeForce3. Mit Schriftartenglättung geht es aber. Kleines weiteres Ärgernis: Nutze ich TFT (1920x1200), will ich Schriftgrad 120dpi, am Monitor (1280x1024) aber nur 96dpi. Nach Umschalten der Schrift ist es besser, neu hochzufahren, sonst werden nur einige Schriften in der neuen Größe angezeigt, andere nicht. Ich boote den Rechner also immer 2x hoch, wenn ich von TFT zu externen Monitor wechsle und umgekeht. OK, ich könnte den externen Monitor auf 1600x1200 mit großen Schriften fahren, aber das prickelt nicht wirklich. Am externen Monitor vermisst man dann auch ganz schnell FSAA in Battlefield 1942, die 1024 präsentieren sich in ihrer ganzen Kantigkeit.







-- Punkt 3: Lautstärke



Das D800 hat 2 Lüfter: CPU/System und Grafik. Der CPU-Lüfter ist lauter. Das Bios neigt dazu, zunächst die CPU zu kühlen, der Systemlüfter springt bei ca. 50 Grad an und läuft dann gnadenlos, bis die CPU wieder auf 38 Grad runtergekühlt ist. Je nachdem, was man gerade so macht, kann das dauern bzw. nie erreicht werden. Dynamic Switching hilft jedoch, läuft die CPU nur auf 600Mhz, kann man zugucken, wie die Tempratur fällt. Irgendwo über 50 Grad schaltet das Bios dann den Systemlüfter eine Stufe hoch (beim Arbeiten nur ganz kurz, beim Zocken schon mal länger). Läuft der CPU-Lüfter, könnte der GPU-Lüfter ebenfalls laufen, fällt dann so gut wie gar nicht auf. Dies passiert aber in der Regel nicht, auch beim Zocken komischerweise nicht. Bevor das Bios den GPU-Lüfter anrührt, jagt es lieber den Systemlüfter auf Stufe 2. Dubioser noch, da es beim Zocken kaum Unterschied macht, ob der System-Lüfter auf hoher oder niedriger Stufe läuft, die CPU-Temperatur bleibt zwischen 50 und 60 Grad (die GPU Temperatur bei BIOS-Lüftersteuerung zwischen 60 und 70 Grad). Beim Zocken schaltet das Bios also gerne mal den System-Lüfter auf höhere Stufen, ohne die Lautstärke zu nutzen und den GPU-Lüfter gleich mal mit anzuschalten. Ich habe mir daher mit dem I8K-Tool eine eigene Lüfter-Policy zum Zocken erstellt, die immer erst den GPU-Lüfter hochschaltet. Nachteil des Tools: Es kann die Lüfterdrehleistung des D800 (noch) nicht auslesen, daher gibt es nur 3 Lüfterstufen: aus, leise, laut. Das Bios scheint mir noch ein paar Zwischentöne zu kennen (könnte mich aber irren). GPU-Lüfter auf laut ist nicht wirklich laut, aber Systemlüfter auf laut IST laut. Ich habe den Systemlüfter daher nur oberhalb 60 Grad auf laut gestellt, lasse ihn vorher aber relativ früh auf leise laufen, GPU-Lüfter immer parallel. Läuft gut, der Systemlüfter sprang noch nie auf die hohe Stufe, auch nicht bei den Temperaturen. GPU ist ebenfalls deutlich kühler als mit Bios-Settings. Für Freunde der hohen GPU-Lüfterleistung dürfte auch noch einiges an Übertakten möglich sein.



--> Systemlüfter auf leise und GPU-Lüfter auf laut ist immer noch UNENDLICH viel leiser als der alte Dual P3/866 oder der 2500+ im Shuttle-Gehäuse vom Nachbarn. Hört man beim Zocken kaum.

--> System-Lüfter auf laut stört aber. Ist zwar nicht superlaut, aber die Frquenz nervt, da sie etwas höher liegt als die der Desktop-PCs.

--> Stehen beide Lüfter auf leise, ist Zugriff auf die Notebook-Festplatte lauter, hört man beim Zocken definitiv nicht.

--> Das RAM wird beim Zocken wirklich mal heiss (70+ Grad), Zocken auf den Knien ist also eher nicht angesagt.









Fazit:

Für ET reicht der Chip im Notebook locker (und ist auch deutlich schneller als der alte Dual P3/866 mit GeForce3), bei BF sieht es nicht ganz so rosig aus. Ich war schon ziemlich erstaunt, dass auf mehr oder weniger offenen Terrain zwar auf dem D800 deutlich schneller lief aber in "Hoch-Textur-Umgebungen" zu ruckeln anfing. Nach dem supergeilen 3D-Mark-Score sah ich mich schon nur noch mit dem Notebook zocken, jetzt ist mir klar: Desktop-Gaming-Rig muss doch sein. Noch tut's das Notebook, ist ja auch etwas schneller als der alte Rechner. Aber der P4 3+Ghz mit Radeon 9800Pro steht schon auf dem Einkaufzettel. Den allerdings auch nur halb so leise zu bekommen wie das Notebook wird vermutlich teuer (lüfterloses Netzteil, passiv-gekühlte Grafikkarte von Sapphire, gedämpftes Gehäuse, 120er Gehäuse-Lüfter und und und).



Bleibt die Frage: Lohnt das D800 wirklich? Kommt darauf an. Ich für meinen Teil zocke öfters mit Bekannten und nehme das Notebook dann einfach mit zu den Kumpels bzw. habe jetzt halt noch einen weiteren Rechner hier --> astrein. Zum reinen Arbeiten braucht man natürlich die 3D-Leistung nie und bekommt gleiche Desktopleistung bei weniger Gewicht (wenn auch nicht unbedingt für weniger Geld als das damalige Angebot von 2300,- sollte man auch Marke haben wollen). Aber Leistung und Lautstärke beim Abreiten sind top, der Akku hält jede Zugfahrt auf steckdosenfreien Strecken locker durch und Display und Sound sind wirklich mal edel.







Rächtschraibfähla sind gewollt.

KK

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