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Smiley Thinkpad T40: erster Erfahrungsbericht


So, liebe Leute,



hier nun meine ersten Erfahrungen mit dem neuen Topmodell von IBM. Das Thinkpad T40 (2373-92G) kam mit folgender Ausstattung:



Prozessor: Pentium M / 1.6 GHz

Chipsatz: Intel 855 PM

Arbeitsspeicher: 512 MB DDR RAM (max. 2 GB)

Festplatte: 80 GB HD (4200 U./min)

optisches Laufwerk: DVD / CD-RW Combo

Display: 14.1" TFT SXGA+ (1400 x 1050)

Grafikchip: ATI Radeon 9000

Grafikspeicher: 32 MB VRAM

Kommunikation: Intel 10/100/1000 Ethernet / 56K V.90 Modem, 802.11 a / b, Bluetooth

Anschlüsse: parallel, 2x USB 2.0, RJ-11, RJ-45, S-Video out, Monitor, Sound, Irda

Batterielaufzeit: 5.5 - 6.5 Stunden (9 Zellen Batterie)

Gewicht ohne Einheit: 2.15 kg

Gewicht mit DVD: 2.3 kg

Akku: 6600 mAh

Abmessungen: 31,1 x 2,6 x 25,5 cm

Garantie: 3 Jahre weltweit

Besonderheiten: UltraNav (TrackPoint and TouchPad), titan-karbon verstärktes Gehäuse, Festplatten Shock Absorber, Security Chip, ThinkLight





Das Gerät kommt wie immer im edlen Schwarz daher, eine Eigenart, die sich IBM seit seinen ersten Notebooks bewahrt hat. Die Oberfläche ist wieder vom feinsten und lässt selbst nach Jahren keine sichtbaren Abnutzungserscheinung zu. Das Gehäuse ist karbonverstärkt und ich muss sagen, das ist auch notwendig. Bei einer Höhe von nur 2,6 cm liegt das Notebook fast schon wie ein kleiner Metallblock in der Hand. Es ist unglaublich, welch extreme Miniaturisierung verwirklicht wurde. IBM versucht konsequent sich an den Aspekten der Mobilität zu orientieren. Nicht schiere Power und Riesendisplay sind angestrebt, sondern ein gesunder Kompromiss zwischen Gewicht und ergonomischem Funktionsumfang ist State-of-the-Art. Und den Spagat schafft aus meiner Sicht IBM mit diesem Gerät. Wohlgemerkt es ist ein 2 Spindel Notebook.



Zur Tastatur muss nicht viel gesagt werden. Wer einmal IBM Tastaturen geniesen durfte, tut sich mit den meist weichen Tastaturen der Konkurrenz schwer. Die Tastatur entspricht wieder weitesgehend der Standard Desktoptastatur. Zusätzliche Tasten für Lautstärke und die IBM typische Zusatztaste für das Thinkpad Hilfsprogramm sind wieder mit dabei. Diese Taste führt zu dem nun schon sehr gut strukturiertem Service Menü (PreDesktopArea). Hier kann direkt mit wenigen Klicks ein Backup wiederhergestellt werden. Somit sind softwarebedingte Systemabstürze weitesgehend ausgeschlossen. Zwei weitere Tasten sind in den Cursorblock integriert. Weibseitennavigation ist somit einfach. Auch die nicht vorhandene Windows-Taste lässt sich mit einer Software auf eine der ALT/STRG/SHIFT Tasten legen.



Der Mausersatz ist zum einen der typische IBM TrackPoint, aber auch ein Touchpad ist in die Handballauflage integriert. Dieses lässt sich abschalten, versehentliche Klicks können damit vermieden werden. Die Verarbeitung des Touchpads ist vorbildlich. Bei den TrackPoints gibt es eine Neuerung: Es gibt diese jetzt in mehreren Ausführungen, wobei die weiche variante anfangs ein leicht schwammiges Gefühl vermittelt. Aber nach kurzem Arbeiten spürt man den sanfteren Druck, der trotzdem exaktes Positionieren zulässt.



Das Gehäuse ist wie schon erwähnt sehr stabil. Massive Metallscharniere stellen dies auch optisch unter Beweis. Hierbei ist mir jedoch eine Sache aufgefallen. Oftmals halte ich das Gerät im geöffnetem Zustand an einer der Ecken fest, um es kurz zu transportieren. Beim ersten Mal ist mir dabei fast das Herz in die Hose gerutscht. Ich hatte für einen Moment das Gefühl, das Gerät bricht mir weg. Klar, zwei Kilo hier mal kurz zu lupfen, sind für das Gehäuse Höchstbelastung. Also, auch das IBM Gehäuse biegt sich. Wenn man sich die Konstruktion näher betrachtet, merkt man, dass kurz unterhalb der Tasten links und rechts zwei "Sollbruchstellen" eingearbeitet sind. Ich meine, dies ist so Absicht, um die Spannungsenergie abzufedern. Auch die Festplatte ist mit zusätzlichen Gummierungen gegen Stösse gut gesichert. Geöffnet wird das Gerät mit nur noch einem Verriegler, der jedoch zwei Haken an der Unterseite des LCD bedient. Die eingebaute Minileselampe ist auch genial und war schon im Vorgängermodell ein gern gesehenes Feature. Jetzt befindet sich das ThinkLight zentral oberhalb des LCD. Das Scharnier rechts hatte anfangs minimales Spiel, aber das Phänomen war dann plötzlich weg.





Die Aufteilung der Anschlüsse ist ebenfalls ungewohnt. Fast die gesamte hintere Seite ist frei. Eigentlich schade, denn optisch sollten Anschlüsse nicht sichtbar sein. Der Hochleistungsakku darf sich dafür hinten breit machen - neben LPT und Netzkabel. Jetzt ist der VGA Anschluss rechts, alle anderen auf der linken Seite. Infra links vorne. Ebenfalls vorne sind die Stereo Lautsprecher. Diese strahlen ähnlich wie im Vorgängermodell eher nach unten. Das lässt feinen Hörgenuss damit nicht unbedingt zu. Eine DVD anschauen auf dem Schoss wird somit nicht zum Vergnügen. Die Anschlüsse links sind leider auch nicht komplett. PS2 und serieller Port mussten weichen. Ein Kompromiss, der sicher verschmerzbar ist. Beide sind aber nach wie vor via Dock oder Portreplikator verfügbar. 2xUSB 2.0, S-Video out, Modem, Ethernet, Microfoneingang, Kopfhörerausgang und 2xPCCard sind an Bord. Die 2 PCCard Steckplätze sind jetzt sehr weit vorne. Quasi unter der linken Handballenauflage. Eventuell abstehende Funktionen (Antenne, etc.) könnten Probleme bereiten. Der Lüfter ist aus meiner Sicht vom feinsten. Auch wenn die im T2x Modell verarbeiteten Lüfter bereits klaglos und leise ihren Dienst verrichteten, im T40 ist er eigentlich nicht zu hören. Anwender in leisen Arbeitsumgebungen werden es danken. Ein permanentes Lüftergeräusch wirkt nun mal störend. Und das ist beim T40 (auch unter Vollast) nicht de Fall. Auch gibt es an der Unterseite keinen störenden Lüfter. Die Wärmeableitung ist vom feinsten. Die rechts unter der Handballenauflage befindliche Festplatte lässt die Temparatur nur wenig ansteigen. Im Dell D600 war dies doch störend warm. Zu den Optionen gibt es nicht viel zu sagen. Ein Floppy gibt es wohl nur noch optional und wird mittels Adapter auf den LPT Port oder via USB aktiviert. Booten von USB Floppy ist möglich. Booten via Speicherstick ist auch möglich. Integriert ist ein DVD /CD-RW Kombolaufwerk. Ich habe noch nie ein solch flaches Modell gesehen und bin ehrlich gesagt begeistert. Viel flacher wird es nicht mehr gehen. Zusatzoptionen wie Akku, Zip, Floppy und Wechselrahmen für 2.Festplatte sind die optimale Ergänzung. Vorsicht: Es passen nur noch die flachen 9.5 mm Festplatten.



Das Display ist frei von Mängeln. Einen Einblickwinkel von 160 Grad liess sich problemlos bewerkstelligen. Die Auflösung ist mit 1400x1050 sehr fein. Empfindliche Augen werden eventuell Schwierigkeiten haben. Aber alles lässt sich natürlich über die Software auch grösser stellen. Oder man nimmt das Display mit der Auflösung 1024x768. Die Helligkeit ist wie immer vom feinsten. Keine Pixelfehler.



Zum neuen Prozessordesign:

Ich bin überrascht, welche grossen Schritt die Notebookentwicklung getan hat. Die nackten Zahlen sind für mich weniger interessant. Ob der Centrino 1.6GHz jetzt einem 2.4 GHz Pentium 4 ebenbürtig ist, ist für mich nicht von Belang. Der Prozessor pennt eh die meiste Zeit. Klar, in der Praxis (DVD rippen, ...) kommt die schiere CPU-Power gut zum tragen, aber im Alltag sind es eher andere Aspekte, die sofort erkennbar positiv sind. Das Gerät ist gefühlsmässig sehr schnell. Der Bootvorgang ist rasend, Applikation laden sofort, alles wirkt stabil und optimal installiert. Und das alles mit weniger Hertz, weniger Wärmeentwicklung, weniger Lautstärke. Die CPU regelt sauber via SpeedStep in folgenden Schritten: 83-221MHz, 883MHz, 1600MHz). Hut ab Intel!



Und somit gibt es auch eine Komponente, die letztendliche Mobilität garantiert: der Akku. Hier habe ich die neue Technologie unterschätzt. Die angegeben 5.5 - 6.5 Stunden sah ich als theoretischen Wert. Nun, es sind wirklich 5.5 Stunden. Es wird offensichtlich wahr, der Tag ohne Steckdose. Ich hatte den 9 Zellen Hochleistungsakku, der hinten über das Gehäuse hinaussteht, was aber nicht weiter störend wirkt. Mit normalen Büroapplikationen, Surfen, 20min 3D Test und optimalen Stromspareinstellungen sind es 5.5 Stunden Laufzeit geworden. Es wären wohl über 6 Stunden drin gewesen, aber der Akku macht kurz nachdem er auf 7% abfiel plötzlich schlapp. Er war komplett neu und muss wohl noch konditioniert werden, dafür reichte aber die Testzeit momentan nicht aus. Ohne Last hielt der Akku übrigens satte 9 Stunden (LCD an)! Mit dem normalen Standardakku (6 Zellen) sollten somit mindesten 4 Stunden Arbeiten möglich sein. Alles in allem eine reife Leistung. Im übrigen stellen die Hardwareauswahl (Grafikkarte nur 32MB) und Treiberoptimierung eine wesentliche Komponente dar, um die Energieaufnahme so gering wie möglich zu halten. Beides sind für IBM wichtigere Argumente, wie die der reinen 3D Grafikleistung. Daher werde ich zu dem Punkt Spieletauglichkeit momentan nichts beitragen. Windows XP startet sehr zügig, trotz des beigepackten Overloads an Software und Treibern. IBM will seinen Anwendern gutes tun. Für Systemadministratoren und Heimanwender, die sich gut auskennen, ist dies eher lästig. Eine komplette Neuinstallation mit allen aktuellen IBM Treibern ist vielleicht sinnvoll.





pros

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- Verarbeitungsqualität exzellent

- Stabilität des Gehäuses

- brillantes Display

- neues einfaches Service Menü

- fast kein Lüftergeräusch, nur Säuseln wahrnehmbar

- ThinkLight

- OS/2, WinNT support

- Softwarezugaben (Norton Antivirus,...)



cons

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- Preis für Topmodell ca. € 4.900,00

- DVD+RW Format wird im Kombolaufwerk nicht unterstützt

- Speicheraufrüstung nur schwer durchführbar, da Steckplatz schwer zugänglich

- Lautsprecherpositionierung halb unterhalb der Tastatur ungünstig



3D Mark 2001 SE

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- mit Batterie = 2247

- mit Netzteil = 5089



nicht getestet

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- Modem

- Ethernet

- WLAN

- Bluetooth



Fazit

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Das Gesamtpaket ist stimmig und erlaubt jahrenlangen Genuss eines edlen portablen Computers. Sicher hat auch das T40 einzelne Schwächen. Ob diese zum Tragen kommen, ist Geschmackssache und muss jeder für sich entscheiden. Dass Wunderdinge zu erwarten wären, ist wohl übertrieben. IBM hat es aber geschafft, wieder einmal Massstäbe zu setzen, auch wenn diese Aussage sicher von den Fans der anderen Hersteller als übertrieben gelten wird.









Hier noch einige Bilder und Tests aus anderen Quellen:

zdnet.de (deutscher Test)

Tomshardware.com

anandtech.com

eigene Bilder


Ob ein Mensch klug ist, erkennt man viel besser an seinen Fragen als an seinen Antworten. [Francois G. de Levis, 1720-1781]


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