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Smiley Ok, dann kommt jetzt der Mecker-Thread!
Du hast das mit dem Punktesystem gut auf den Punkt gebracht. Mir geht es genau so wie Dir. Wenn ich ein Quest erledigt habe, verspüre ich zwar eine gewisse Befriedigung, vermisse aber die Punkte. Gleiches, wenn ich einen Gegner gekillt habe. Bei Gothic wusste ich, irgendwann werde ich diesen verdammten Mistkerl umhauen, irgendwann! Und stolz wie Oskar war ich, als ich es dann geschafft hatte. Dieses "Gegner werden auch stärker"-System von Oblivion ist einfach Müll. Ich freu mich nur noch, dass ich nach jedem Aufstieg etwas mehr tragen kann oder über andere minderwertige Verbesserungen.



Bezug zu bestimmten, wiederkehrenden Personen konnte ich bisher nicht aufbauen. Sogar Martin und Jaufree sind mir ziemlich egal, ich mag sie nicht, sie dienen nur als Questgeber. Das war bei Gothic mit Diego und Konsorten ganz anders, um nicht zu sagen viel besser.



Oblivion ist beeindruckend und das in fast allen Belangen. Dennoch erlebe ich eine Art Déjà-vue, weil es spielerisch Morrowind sehr ähnlich, nein, bis auf das Kampfsystem fast gleich ist. Da wären, wie Du erwähnst, die NPCs. Auf mich wirken die Städte immernoch wie tot. Kann sein, dass die Bewohner einen eigenen Tagesrhytmus haben, mir ist er allerdings bisher verborgen geblieben bis darauf, dass sie umher laufen und miteinander sprechen. Hier und dort arbeitet mal einer im Weinfeld. Während die Animationen im Kampf sehr gelungen sind, bewegen sich die Stadtbewohner als hätten sie nen Stock im Arsch -wie bei Morrowind. Das passt auch so gar nicht zu der tollen Naturumgebung. Mich hält es nie lange in einer Stadt, bin dort nur zum Ein- und Verkaufen und froh, wenn ich wieder in die Natur oder den nächsten Dungeon darf. Der nächste Dungeon? Tja, auch hier wieder ein Morrowindphänomen: Die alten Ruinen, zerstörten Burgen und Höhlenlevels sehen sich nach 50 Spielstunden auf einmal alle sehr ähnlich, einige sind fast identisch. Genau das hat mich schon beim Vorgänger gestört. Das Motto muss hier "Masse statt Klasse" geheißen haben.

Ein anderer Punkt, zu dem ich woanders schon gepostet habe, ist das Sprachsystem. Ich finde es nicht zeitgemäß, denn es erleichtert zwar den Spielfluss, worum ich überaus dankbar bin, trägt darüber hinaus aber kaum zum Spiel bei. Die NPCs bleiben relativ fade Gestalten, keine Bekannten sondern computergenerierte Figuren, gerade wegen des schlechten Sprachsystems. Schon die dummen Kommentare, die sie oft von sich geben, als wären sie zurück geblieben. Ähnliches gilt für die Musikuntermalung, die mich an keiner Stelle begeistert hat. Sie besitzt überhaupt keine Akzente oder Wiedererkennungswert, dümpelt so vor sich hin. Wie viele Stücke gibt`s eigentlich? Spontan würde ich drei sagen: Stadt, Umwelt, Dungeon. Achja, und beim Kämpfen kommt auch irgendwas motivationsloses.



Die größte Schwäche von Oblivion ist gleichzeitig seine größte Stärke. Anfangs war ich auch nur begeistert von dem Spiel. So langsam merke ich an mir selbst aber die gleichen Erscheinungen wie bei Morrowind. Der SpielVERLAUF wird eintönig. Das Ziel fehlt. Anstatt den Spieler ganz allein zu lassen hätte man dünne rote Fäden spannen können. Die Quests stehen zu sehr für sich allein. Manchmal denke ich: Ach nee, nicht schon wieder ein Obliviontor, das ich schließen muss -es soltle genau andersrum sein. "Die Götter beobachten Dich, sehen alle Deine Schritt. Wenn Du anderen Menschen hilfst, wird Innos dies erkennen. Wenn Du ein ruchloses Leben führst, so wird Beliar dies erkennen. Und in jedem Fall wird es auf Dich zurückfallen, Du wirst sehen!" Und dann, immer wenn man einen Quest erfüllt hat, bekommt man irgendwie eine Anerkennung der Götter inform eines Gegenstandes, einer Fähigkeitssteigerung oder eines Special-Quests. So könnte man das machen. Übrigens wieder ein Zeichen für den Oblivion-Overkill: Die Götter aus Gothic kenne ich noch, aber von Oblivion fällt mir kein einziger ein. Ich kann mir nicht mal den Namen des Obermotzes einprägen. Die einzigen, die ich namentlich kenne, sind Martin und Jauffre, genau wie bei Morrowind... Overkill auch im Inventar. Ich brauche fünf Minuten, bis ich endlich den gewünschten Trank gefunden habe. Da hätte man für etwas mehr Ordnung sorgen können und sie nochmal unterteilen oder irgendwas anderes. Von den Namen her kann man meistens auch nur vermuten, was der Trank macht, weshalb ich immer mit dem Mauszeiger darüberfahre um die Infos zu sehen. Mir reicht Heiltrank, Manatrank, meinetwegen noch in jeweils 3 Stärkegraden. Bei mir im Rucksack herrscht das blanke Chaos! Schmeiss ich gleich alles raus, die ganzen "unter Wasser laufen" und "Trank des wärmenden Herzens - Frostschild 5% für 20 Sek. auf 30 Fuß; Fähigkeit: Veränderung 40 vorrausgesetzt"-Pullen.



Die Gegner sind einfach da. Sie sind da und machen ... nichts. Ok, sie gehen manchmal grundlos ein paar Meter weiter und dann wieder zurück. Klar, warum sollten die um ein Lagerfeuerchen sitzen, schlafen, miteinander reden, ihre Waffen polieren oder irgendwas natürliches, interessantes? Zuviel verlangt? Nagut, ich gebe mich ja schon damit zufrieden, wenn sie ab und an mal in ein Stück Fleisch beißen würden, wie bei Gothic. Wenn ich ein Spiel gestalten dürfte, dann wären die Gegner beschäftigt, zumindest ansatzweise.

Auch sind sie wenig überraschend. Mitlerweile kann ich Dir genau sagen: Da kommt gleich ein Gegner, weil es immer so ist. Am geilsten sind die, ähm, Tretminen. Wer hat sich so einen Mist ausgedacht?!



@Blase: Ich finde auch, dass man Gothic und Oblivion bzw. Morrowind gut vergleichen kann, aber da gewinnt bei mir immer Gothic! Das Spiel war einfach non-stop motivierend, während ich mir bei Morrowind später qualvoll eingestehen musste, dass ich keine Lust mehr hatte noch zu jedem verdammten Haus zu rennen um als der Hortator anerkannt zu werden. Wie das bei Oblivion aussieht, kann ich noch nicht sagen, immerhin kann man jetzt schnell reisen. Es macht mir bisher einen großen Spaß, und ich werde auch gleich weiter zocken -aber ein bisschen Angst habe ich doch vor dem Morrowindeffekt, weil erste Ansätze mitlerweile zu erkennen sind.



Soviel also als Kritik. Hoffentlich klang es nicht so als ob das Spiel schlecht wäre, aber Mecker muss auch mal sein ;-)



Gruß, Kosmo
"Aus großer Kraft folgt große Verantwortung"

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