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Smiley Es ist nicht für jeden geeignet -eine Zusammenfassung (viel Text)
Mahlzeit dissection!



Die Elders Scroll-Reihe ist ein eigenes Genre, ich kenne nur ein anderes Spiel, was dem mehr oder weniger nahe kommt, und das ist Gothic. Gothic ist auch noch etwas anders, aber bleiben wir bei Oblivion:



Zu Beginn des Spiels musst Du die Rasse und das Aussehen Deiner Spielfigur bestimmen. Zur Auswahl stehen 3 Elfenrassen, Katzenmensch, Echsenmensch und mehrere normale Menschen, u.a. Wickinger und Schwarzer. Später wählst Du noch einen aus zig "Berufen" wie Ritter, Magier, Dieb, Barde usw. usf. Nun gestaltest Du erstmal den Kopf, und erkennst zum ersten Mal, wie viele Möglichkeiten Oblivion für den Spieler bereit hält und was Freiheit bedeutet. Du kannst nämlich jede kleine Ecke des Gesichtes modelieren, große Nase, kleine Nase, eckige Nase, Wangenknochen, Augenbrauen, Kiefer, Kinn, einfach alles. Ne passende Frisur dazu, den Tein bestimmen und fertig.



Jetzt beginnt das Spiel. Es geht darum, dass der Kaiser gestorben ist. Solange ein Kaiser existiert und die Drachenfeuer brennen, hat das Böse aus der Dämonenparallelwelt kaum eine Chance in die Welt der guten zu gelangen. Jetzt stirbt aber der Kaiser, weil seine Wachen, die sogenannten "Klingen", nicht gut aufgepasst haben, und er hat zu wenig rumgehurt, als dass es noch einen Tronerben gäbe. Da ist nur dieser verschollene Sohn, von dem keiner weiß. Weil man aber zufällig gerade neben dem Kaiser steht, als er ermordet wird, gibt er dem Spieler den Auftrag nach diesem Sohn zu suchen. Kaiser noch nicht unter der Erde, schon öffnen sich die ersten Obliviontore, Tore zur Unterwelt, wodurch die bösen Monster unter der Führung eines Obermotzes ins Land huschen. Die machen alles einfach kaputt, solange kein neuer Kaiser gekrönt ist und der die Drachenfeuer wieder entfacht hat. Rate mal, wer sich darum kümmern muss, richtig!

Man begibt sich nun auf die Suche nach dem neuen Kaiser und entdeckt schnell, wie weit das Böse schon vorangeschritten ist, als man die erste verbrannte Stadt erreicht...



Grafik:

Die Grafik ist sehr gelungen, denn sie vermittelt eine eigene Welt. Das wird größtenteils dadurch erreicht, dass man einen enormen Weitblick hat. Wenn man auf einen Berg klettert und von oben ins Tal sieht, kann man mindestens 3KM weit gucken. Das wirkt das erste Mal in einem PC-Spiel richtig real, weil sonst immer bei anderen Spielen nach 500m eine Nebelwand erscheint. Ebenso hat jeder NPC ein eigenes Gesicht, auf dem man auch ein Minenspiel erkennt. Man sieht gleich, ob jemand gut drauf ist oder nicht.



Steigerung:

Man hat Grundeigenschaften wie Stärke, Geschicklichkeit, Konstitution, Glück und Schnelligkeit usw. und bestimmt 20 verschiedene Attribute. Je nachdem, welche Rasse man spielt und welches Sternzeichen und Beruf man sich ausgesucht hat, ist man gut in Schwertkampf, Bogenschießen, Schleichen, Schlösserknacken, Schmieden, Blocken, Feilschen, verschiedenen Magiebereichen wie Zerstörungszauber etc. So wird ein eigenständiger Spielercharakter geformt, den man selbst bestimmen kann. Die Punkte können bis auf 100 gesteigert werden, was ein langwieriger Prozess ist. Um einen Skill zu stiegern, muss man ihn anwenden: Will man seinen Skill in Akrobatik steigern, um höher und weiter springen zu können, hüpft man unentwegt durchs Land. Möchte man den Stumpfe Waffen-Skill steigern, kämpft man fortan nur noch mit Käulen und Kriegshämmern, anstatt mit Schwertern oder Bogen. Das führt dazu, dass man sich spezialisiert und seiner Spielfigur den passenden Schliff verpasst.

Übrigens: Hat man eine bestimmte Stufe erreicht sprechen einen die Passanten auf den Straßen im Vorbeigehen an: "Sie haben das Auge eines Meisterschützen!" :-)



Ausrüstung:

Nie gab es so viele Gegenstände, Ausrüstungsteile, Waffen, Ringe, Amulette, Zauber, was weiß ich. Das Inventar, also der Inhalt des Rucksacks, ist nicht unbegrenzt, weil von der Stärke abhängt, wieviel man mit sich rum schleppen kann. Es motiviert eine neue Waffe zu finden oder den neu gekauften Helm mit einem Zauber zu belegen.



Was macht man denn jetzt?

Nun, man hat zwei Möglichkeiten. Entweder man folgt dem Hauptquest, also den neuen Kaiser finden, die Obliviontore schließen und die Welt retten. Oder man verschiebt das auf später und erkundet erstmal das Land. Dieses ist nämlich riesig. Ich würde schätzen so groß wie ein Landkreis, und den lauf mal zufuß ab! Auf der Reise findet man unzählige, verfallene Ruinen, Höhlen, wilde Tiere wie Hirsche und Bären, eine mannigfaltige Pflanzenwelt, aus denen man Tränke brauen kann, und Banditen. Da man anfangs noch ein ziemlich schlechter Marathonläufer ist, kommt man mit einem Pferd schneller voran. Und dann sind da die Städte, architektonisch und raumplanerisch ausgeklügelt. Hier kann man kaufen und verkaufen, in der Arena Gladiatorenkämpfe machen oder auch nur darauf wetten, sich der Diebesgilde anschließen und Leute ausrauben, sich ein Haus kaufen und einrichten, in der Taverne vorbei schauen oder sich der Magier- oder Kriegergilde anschließen, um für sie zu arbeiten. Außerdem trifft man immer wieder auf NPCs, die ein Problem haben, um das man sich bitte kümmern soll. Es ist dabei aber wie immer alles freiwillig. Der Spieler kann tun und lassen was er will, die absolute Freiheit. Deshalb bezeichne ich Oblivion eher als Simulation denn als Spiel. Für einen unerfahrenen Spieler kann das schnell überfordernd sein, wenn er einfach keinen Sinn im Spiel erkennt. Es ist nämlich nicht Ziel des Spiels nur dem Hauptquest zu folgen -dann hätte man nicht mal die Hälfte des Spiels gesehen. Auch sind manche Quests etwas nervig, weil sie nur aus rumgerenne bestehen. Meistens jedoch sind die Aufgaben wirklich originell und lassen den Spieler noch tiefer in die Welt eintauchen.

Gekämpft wird natürlich auch genug. Dabei hat man meistens ein oder zwei, manchmal drei Gegner. Das reicht aber auch! Denn es ist nicht so, dass man die mit einem Schwerthieb umkloppt. Nein, ein Kampf gegen einen echten Gegner kann schon ein paar Minuten in Anspruch nehmen. Außerdem solltest Du niemals einen Braunbären stören. Wenn der auf Dich zu gerannt kommt, nimm die Füße in die Hand, rauf auf den nächsten Felsvorsprung und Pfeile in den Pelz jagen! Überhaupt sind die Gegner sehr beeindruckend. Als ich das erste mal schleichend in einem Dungeon um die Ecke lugte und da ein 2,50m großer Oger vor mir stand hab ich fast n Herzstillstand erlitten. Mit kleinen Goblins hingegen mache ich lustige Spielchen, indem ich sie ins leere Schlagen lasse, um sie herum springe und sie mit zwei, drei mächtigen Hieben mit dem Zweihänder ins Rückrat zu ihrem Gott schicke. Es hängt von Dir ab, welche Art von Kämpfer Du sein willst. Der grobschlächtige Barbar mit der Kriegsaxt oder einem schweren Kriegshammer kann Dich mit einem Schlag kampfunfähig machen. Ein Magier mit Zauberstab hat sich auf eine der vier Schulen spezialisiert und lähmt Dich, beschwört ein Skelett oder schießt mit Feuerbällen. Ein Bogenschütze hält den Gegner mit Pfeilen auf Distanz, kämpft aber auch mit einer leichteren Waffe im Nahkampf. Der Assasine schleicht sich von hinten an das Opfer und sticht mit dem Dolch zu. Du siehst, es gibt zig Möglichkeiten.

Ganz besonders gelungen sind die Arenakämpfe. Man kann hier für Geld wie ein Gladiator kämpfen und sich so einen Namen machen. Dabei werden die Gegner immer stärker, bis hin zum Großmeister!



Wie schon erwähnt gibt es verschiedene Gruppierungen, denen man sich anschließen kann: Diebesgilde, Magiergilde, Kämpfergilde oder auch geheime Organisationen wie die Meuchelmörder der Dunklen Bruderschaft. Durch sie erhält man immer neue Aufträge, sodass man immer was zu tun hat. Es macht aber auch Spaß einfach durchs Land zu schlawenzeln und die ganzen alten Grabstätten und Dungeons auszuräubern. Dort findet man teure und besondere Waffen und Rüstungsgegenstände und kann sich fit machen für den nächsten Arenakampf. Es passiert dann schnell, dass man 10 oder auch 20 verschiedene Quests angenommen hat, die man der Reihe nach abarbeitet, wie man gerade lustig ist.



Nach Erfüllen eines Quest bekommt man meistens, abgesehen von dem guten Gefühl es geschafft zu haben, einen besonderen Gegenstand. Genauso gut kann es aber auch sein, dass man etwas von einer Person will, diese einem den Wunsch aber erst erfüllt, wenn man ihr einen Gefallen getan hat. Mordauftrag, verlorenen Gegenstand wiederfinden und kleines Bergdorf von Monstern befreien sind noch die unspektakulärsten Aufgaben -man wird auch schonmal zum Columbo.



Was das Spiel abschließend auszeichnet ist sein Realsimus, die Spieltiefe, die Atmosphäre, die Freiheit und die Kleinigkeiten. Damit meine ich bestimmte Spielszenen wie den blutigen Kampf gegen einen bestimmten Gegner, die man nicht so schnell vergisst.

Erwartungsgemäß gibt es auch einige Dinge, die mir weniger oder sogar garnicht gefallen, aber ich hab keine Lust mehr zu tippen ;-) Wenn Du ein actionreiches Haudraufspiel suchst würde ich Oblivion nicht empfehlen. Es ist eben, wie es jemand anderes auch schon sagte, ein Rollenspiel, kein Action-Rollenspiel -das wird hoffentlich Gothic 3!



Gruß, Kosmo
"Aus großer Kraft folgt große Verantwortung"

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