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Smiley Re: Französich oder Latein
Es lässt sich nur schwer ein allgemeingültigen Tipp für deinen Sohn geben. Problematisch ist, dass er diese Sprache auf eine lange Zeit lernen muss (vermutlich 6. bis mindestens einschließlich 10. Klasse). Lange fünf Jahre, die nur schwer erahnen lassen wie sich der Sohnemann entwickelt. Wo liegen seine derzeitigen Interessen? Kommt er gut mit Englisch zurecht? Weiß er schon in welche berufliche Richtung er sich entwickeln möchte?



Beide Fremdsprachen bieten Vor- und Nachteile: Latein ist reines übersetzen und heranwagen an eine heute fast gar nicht mehr gesprochene Sprache. Entweder ein sehr gutes Sprachgefühl oder striktes lernen (Tabellen der Grammatik sowie Vokabeln) führen hier zum Ziel. Da konsequent übersetzt wird, kann ich einen gewissen analytischen Teil nicht ausschließen. Weiterhin hilft ein gutes Verständnis der deutschen Sprache weiter. Nur beißt sich hier die Katze in den Schwanz, denn einerseits lernt man durch Latein die deutsche Sprache sehr gut kennen, aber man sollte sie auch einigermaßen beherrschen. Natürlich lernt das Kind in dem Alter noch viel dazu, aber wenn es jetzt schon Probleme hat, sollte man lieber von Latein absehen. Die Sprache könnte möglicherweise zu verwirrend und kompliziert werden im Verlauf der Schulzeit (hinsichtlich Konjunktiv, Partizipien etc.). Für die spätere Zukunft kann Latein als Grundlage im Studium nicht schaden. Genauso wie manche Fremdwörter sich mit Grundkenntnissen möglicherweise schneller erklären lassen - darauf bauen würde ich aber nicht. Andere Sprachen lassen sich womöglich auch einfacher lernen, aber auch dort würde ich nicht zu hoch pokern, da eine gute Grundlage in anderen Sprachen womöglich besseres bewirkt (Vergleich: Aussprache, freies Reden und menschliche Kommunikation, die ja kein reines übersetzen darstellt).

Französisch gestaltet sich da aktiver und verlangt sicherlich bei korrektem Gebrauch ein gewisses Sprachgefühl. Sowohl Vokabeln als auch Grammatik müssen gelernt werden, aber im Verhältnis zu Latein ist es weniger und vieles kann umschrieben werden. Durch die Kommunikation auf Französisch während des Unterrichts erweitert sich der Sprachschatz fortlaufend. Nebenbei können französische Texte, Lieder und Filme, aber auch Urlaube, mit der Sprache natürlich neue Horizonte öffnen. Mit Französisch in der Hinterhand kann dein Sohn vermutlich auch andere ähnliche Sprachen besser und schneller lernen. Es gibt viele Gemeinsamkeiten.



Warum ich versuche es so genau zu schildern? Ich habe Französisch von der 7. Klasse an bis in die 11. Jahrgangsstufe gelernt. In dem Jahr begann ich einen Lateinkurs nebenher und denke, dass beide Sprachen ihre Vorteile haben. Ich finde sie beide sehr schön, aber mag Französisch durch den aktiven Kontakt mit Menschen lieber, als das sture Übersetzen lateinischer Texte. Lasse deinen Sohn selbst entscheiden. Vielleicht berätst du dich mit Müttern deines Sohnes, damit er auch Freunde um sich herum hat. So lässt es sich sicherlich etwas einfacher lernen. Was dein Sohn daraus macht, kannst du nicht erahnen. Nochmal aus meiner Erfahrung gesprochen: Viele der Lateiner, die diese Sprache seit der 7. Klasse betreiben, haben irgendwann das Interesse verloren und übersetzen nur noch mit Hilfe des Wörterbuchs. Grammatikalische Kenntnisse sind fast nicht vorhanden. Die Französischschüler haben das Fach oft abgewählt und waren froh darüber. Bei beiden Gruppen ist nur wenig hängengeblieben...



Ich hoffe, du kannst mit meinem Kommentar etwas anfangen.



Liebe Grüße

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