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Smiley 0.40 Uhr = Es ist Montag! Also: DAS MONTAGSRÄTSEL...
Hallo zusammen,



wie ausgemacht, darf ich heute unverdient das Rätsel stellen - es ist ein Roman, an den ich gleich beim letzten Rätsel denken mußte, aus sentimentalen Gründen.



Die ausgewählte Textstelle ist aus dem Prolog, ich habe sie der besseren Lesbarkeit etwas mit Absätzen gestreckt und bedauere auch, daß mir keine bessere Übersetzung vorliegt - ich hoffe, es gibt inzwischen bessere - meine alte Ausgabe ist schon etwas zerfleddert.



"...-, als ich in dieser dunklen Stunde dalag, machte ich mir mit Entsetzen klar, daß etwas in mir, das schon seit langem dahinsiechte, in aller Stille gestorben war, und hatte Gefühle, wie sie wohl ein Ehemann haben mag, der im vierten Jahr seiner Ehe mit einemmal weiß, daß er für eine einst geliebte Frau kein Verlangen, keine Zärtlichkeit, keine Achtung mehr empfindet; kein Vergnügen an ihrer Gesellschaft, keinen Wunsch, ihr zu gefallen; keine Neugierde, was sie je tun oder sagen oder denken könnte; keine Hoffnung, alles wieder in Ordnung zu bringen; keinerlei Selbstvorwürfe wegen dieser Katastrophe.



Ich kannte das alles, den ganzen trübseligen Ablauf der Desillusionierung in der Ehe; wir hatten das zusammen durchgemacht, die Armee und ich, vom ersten ungestümen Werben an bis zu diesem Augenblick, da uns nichts blieb als die frostigen Bande von Gesetz und Pflicht und Gewohnheit.



Ich hatte alle Szenen der häuslichen Tragödie durchgespielt, hatte feststellen müssen, daß die ersten kleinen Meinungsverschiedenheiten sich häuften, die Tränen weniger zärtlich und die Versöhnungen weniger süß wurden, bis aus ihnen eine Stimmung der Isoliertheit und der kühlen Kritik erwuchs und die an Kraft gewinnende Überzeugung, nicht ich sei schuld daran, sondern die Geliebte.



Ich hörte die falschen Töne aus ihrer Stimme heraus und lernte es, ängstlich darauf zu lauschen; ich nahm den leeren, übelwollenden Blick der Verständnislosigkeit in ihren Augen wahr und die egoistische, harte Spannung in ihren Mundwinkeln.



Ich lernte sie auswendig, wie man eine Frau auswendig lernen muß, mit der man dreieinhalb Jahre lang, tageaus, tagein zusammengelebt hat; ich wurde nur allzu vertraut mit ihren Nachlässigkeiten, dem starren, automatischen Funktionieren ihres Charmes, ihrer Eifersucht und Selbstsucht, dem nervösen Zucken ihrer Finger, wenn sie log.



Sie war jetzt allen Zaubers entkleidet, und ich sah in ihr eine unsympathische Fremde, an die ich mich in einem Augenblick der Narrheit untrennbar gebunden hatte."



Soweit - viel Spaß beim Raten!



Beste Grüße,

susi



Lösungen wie gehabt bitte verschlüsselt posten!



Auch ich werde "heute" bis nachmittags beschäftigt sein und kann daher maximal nur kurz reinschauen. Sollte jemand das Buch sofort erkennen, darf sie/er gerne verschlüsselte Hinweise an andere Rater geben.







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