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Smiley Re: taube finger
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Taube Finger können ein Anzeichen für eine Nervenerkrankung an der Hand sein: Das so genannte Karpaltunnelsyndrom (KTS) ist die häufigste Nervenengpass-Erkrankung. Am Übergang vom Unterarm zur Hand muss der Mittelnerv auf dem Weg zu den Fingern gemeinsam mit den Beugesehnen eine Engstelle passieren, den so genannten Karpaltunnel.



Was ist ein Karpaltunnelsyndrom (KTS)?

Verschiedene Umstände können dazu führen, dass der Karpaltunnel für die Bedürfnisse des Mittelnervs nicht mehr ausreichend weit ist - zum Beispiel, wenn das Sehnengleitgewebe bei starker körperlicher Beanspruchung oder bei bestimmten entzündlichen Erkrankungen immer dicker wird, wenn bei einer rheumatischen Erkrankung eine entzündliche Schwellung eintritt oder wenn der Körper bei einer schwangeren Frau vermehrt Flüssigkeit einlagert. In jedem Fall wird der Nerv als das schwächste und empfindlichste Glied dieses Bündels geschädigt. Der verstärkte Druck der Umgebung stört die Durchblutung des Nervs. Dadurch entstehen Schmerzen und Gefühlsstörungen. In anderen Fällen ist die Empfindlichkeit des Nervs selbst herauf gesetzt, so dass auch bei normalen Verhältnissen im Karpaltunnel Schmerzen und Gefühlsstörungen entstehen. Das Erkrankungsrisiko liegt bei 8 bis 10 Prozent, wobei Frauen etwa doppelt so häufig erkranken wie Männer. Meistens sind die Patienten älter als 30 Jahre, 76 Prozent der Betroffenen sind 40 bis 70 Jahre alt. Bei 40 Prozent tritt das KTS an beiden Händen auf.



Anzeichen eines KTS

Die Schmerzen beim KTS sind recht typisch: Sie betreffen meist die Finger an der Beugeseite - mit Ausnahme des kleinen Fingers. An diesen Stellen empfindet man ein unangenehmes Kribbeln oder ein Taubheitsgefühl. Typisch ist auch, dass diese Missempfindungen nachts auftreten und den Schlaf unterbrechen. Lähmungen der Finger sind dagegen nicht typisch; erst nach längerer Krankheit wird man feststellen, dass der Daumen in seiner Fähigkeit, die anderen Finger zu berühren, beeinträchtigt ist.



Muss ein KTS behandelt werden?

Nerven reagieren empfindlich auf Druck, sie können sich aber auch wieder von selbst erholen. Am besten zeigt sich das bei schwangeren Frauen, die unter einem KTS leiden: Nach der Entbindung gehen die Beschwerden praktisch von allein wieder zurück. Leider gilt dies aber nicht für alle Patienten. Wenn die Schmerzen über Wochen und Monate unverändert bestehen oder sogar zunehmen, muss eine Behandlung eingeleitet werden. Sonst drohen bleibende Schäden wie Gefühlsstörungen, Schmerzen oder auch bestimmte Bewegungsbehinderungen.



Diagnose und Untersuchungen

Ein KTS wird in der Regel von einem Arzt rasch erkannt. Anhand der Beschwerden kann er andere Erkrankungen als Ursache ausschließen. Einfache Untersuchungen können die Diagnose bestätigen. Eine weiterführende Untersuchung beim Neurologen ist in den meisten Fällen ratsam. Dabei werden elektrische Ströme am Nerv gemessen und der Neurologe kann so recht genau bewerten, wie schwerwiegend die Schädigung des Mittelnervs ist. Diese Einschätzung bestimmt meistens, ob eine Operation erfolgen sollte.



Behandlungsmöglichkeiten

Wenn ein KTS noch nicht lange besteht und der Neurologe noch keine schwerwiegenden Veränderungen der Nervenfunktion festgestellt hat, wird im Allgemeinen zunächst mit Medikamenten behandelt, die abschwellende Wirkung haben. Mit den so genannten Nachtschienen kann vermieden werden, dass das Handgelenk während des Schlafes abknickt und so den Mittelnerv zusätzlich einengt. Manche Patienten werden durch diese einfachen Maßnahmen beschwerdefrei. Bessert sich das Krankheitsbild nicht, wird eine Operation empfohlen.



Die Operation

Bei der Operation wird ein Teil des Karpaltunnels erweitert, so dass der Mittelnerv nicht mehr so stark eingeengt wird und sich wieder erholen kann. Das wird durch einen Schnitt erreicht, der das beugeseitige Querband durchtrennt. Dadurch weichen die Schnittränder auseinander und der von außen auf den Mittelnerv wirkende Druck wird deutlich verringert. Fall erforderlich, wird außerdem die Bindegewebshaut des Nervs selbst freigelegt oder verdicktes Gleitgewebe an der Außenseite der Beugesehnen entfernt. Stets wird versucht, den Umgebungsdruck auf die empfindlichen Nervenfasern herabzusetzen und dadurch letztlich deren Durchblutung zu verbessern. Die Erfolgsaussichten sind günstig, wenn die Nervenschädigung noch nicht zu lange bestanden hat. Der größte Teil der Patienten bleibt nach der Operation dauerhaft beschwerdefrei.



Nachbehandlung

Zusätzlich zum eigentlichen Wundverband sollten Patienten nach einer KTS-Operation circa zehn Tage lang eine Schiene tragen, die das Handgelenk in einer leichten Streckstellung fixiert. Nach dieser Zeit ist die Hautwunde abgeheilt. Allerdings wird es noch weitere drei bis vier Wochen dauern, bis wieder eine normale Belastung möglich ist. Menschen, die ihre Hand besonders stark mechanisch belasten müssen, brauchen oft noch längere Erholungszeiten.



Konventioneller oder endoskopischer Eingriff?

Anfänglich wurden KTS-Operationen mit großen Hautschnitten durchgeführt. Die Gefahr, unbeabsichtigt wichtige Gewebe zu verletzen, sollte so verringert werden. Die Patienten mussten nach diesen Eingriffen aber lange Erholungszeiten abwarten, bis sie wieder normal arbeiten konnten. Dieses Problem war Ansporn für die Entwicklung von endoskopischen Operationsmethoden. Bei diesen minimal-invasiven Verfahren kommt der Operateur mit einem viel kleineren Schnitt aus und die Patienten benötigen nicht mehr eine so lange Erholungsphase.



Für viele Patienten ist eine endoskopische Operation daher sehr interessant. Aber auch die konventionelle Operation ist mittlerweile nicht mehr eine so große Belastung wie früher, weil heute viel kleinere Hautschnitte gemacht werden. Der endoskopische Eingriff ist allerdings nicht unumstritten. Deshalb ist er noch nicht zum Standardverfahren geworden.



Ambulant oder stationär?

Bei erfahrenen Operateuren sind die Operationen komplikationsarm. In der Regel wird der Eingriff heute ambulant durchgeführt - egal ob endoskopisch oder konventionell. Wenn medizinische oder soziale Gründe gegen eine ambulante Behandlung sprechen, wird der Eingriff stationär durchgeführt.



Nur ein Tip...


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