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Smiley Re: Die Päpstin
Kann mich meinen Vorrednern nur anschließen: der übliche Pro7-Investigativ-Bockmist.





Da wurden nur wieder die gängigen Thesen - denn mehr ist und bleibt es nicht - einer zugrunde liegenden römischen Volkssage im aktuellen "Dan Brown Fieber" populistisch aufgemotzt, was sogar darin gipfelte, das der Titel der Sendung im gleichen Style wie der auf dem Cover von "Sakrileg" gestaltet wurde.



These 1: In einer engen römischen Gasse befand sich eine heute verschwundene, verstümmelte antike Statue (Mithrapriester?) mit Knabe, die vom Volk als weibliche Figur und die bei ihr befindliche Inschrift als Grabinschrift der Päpstin gedeutet wurde.

These 2: Ein weiterer Ursprung könnte in der Erinnerung an die Herrschaft der Theodora und Marozia im 10. Jahrhundert sein.

These 3: Es handelt sich um eine Satire auf Johann VIII. und seine Weichheit, sowie die allegorische Verarbeitung der Entstehung und Verbreitung der pseudoisidorischen Decretalen. Die angebliche Päpstin Johanna war gerade in der Reformation ein willkommenes Mittel im Kampf gegen das Papsttum, zumal sie schon Hus auf der Konstanzer Synode als Hauptargument in den Kontroversen über Recht und Umfang der Papstgewalt gedient hatte. So fand die Fabel ihren Niederschlag auch in vielen illustrierten Flugblättern der Reformationszeit.



Wobei mir These 3 noch am plausibelsten erscheint.



Andererseits freut es mich insgeheim doch ein wenig, das Pro7 seine treue Verschwörungstheoretiker-Kundschaft mal wieder so richtig verarscht enttäuscht hat

















*** Während die frühen Utopisten das, was sie sich vorstellten, noch nicht herstellen konnten,
können wir uns heute das, was wir herstellen, schon fast nicht mehr vorstellen.***



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