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Smiley Zielgruppe
stellen sich als super künstler dar und werben mit ihrer nicht vorhandenen klasse.



Kunst von Künstlern, die diese Bezeichnung nicht verdienen – HALT!



– eigentlich sollte man doch alles als Kunst gelten lassen, was aus irgendwelcher Phantasie geboren oder durch persönlichen Einsatz dargeboten wird. Sollte man der Toleranz des Andersdenkenden wegen, denn über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht ...



Nein, so wie jeder seinen eigenen Mist als Kunst deklarieren kann, um damit anderer Leute Geschmack zu verderben, hat auch jeder damit beglückte das Recht, dem Werk jegliche künstlerische Qualität abzuerkennen. Wenn es schon keine objektive künstlerische Qualität geben kann, so sollte es doch wenigstens subjektive Werturteile geben. Man muss also keineswegs jede Missgeburt als Kunst akzeptieren.



... also weiter, scheint sich an Verbraucher zu richten, deren Kunstverständnis so weit zurückgeblieben ist, dass sie gar nicht imstande sind, wahre künstlerische Qualität für sich zu entdecken, und nicht einmal in vernünftiger, nachvollziehbarer Weise subjektiv differenziert beurteilen können.



Deren musikalisches Interesse beschränkt sich lediglich auf bekannnte und gewohnte Klangmuster, die sich bestimmten Klischees zugeordnen lassen müssen, oder auf Stilrichtungen oder Künstlern, die ausschließlich der eigenen Identifikation dienen, also der Rückbesinnung auf die eigene Position in der Gesellschaft oder der Konstruktion oder Festigung einer (zugegebenermaßen recht behelfsmäßigen) Beziehung zur Gesellschaft (wie zum Beispiel Anhänger deutschsprachiger Musik) oder einer Subkultur, deren »Wert«vorstellungen man sich verbunden fühlt (wie beispielsweise bei Punk, Gothic/Deeth Metal, HipHop usw.).



Damit lässt sich einerseits der auch mit recht einfältigen Coverversionen erzielbare kommerzielle Erfolg erklären, wie beispielsweise das Madonna meines Erachtens ziemlich herabwürdigende Abba-Cover »Hung Up«, oder so ein Rotz wie »Just Be Good To Me«, schon die zweite kommerziell erfolgreiche Version von »Every Breath You Take«. Bereits einmal äußerst erfolgreiche Coverversionen sozusagen noch ein weiteres Mal durch die Charts zu leiern, ist eine neue Steigerung der Unsitte, einfach erfolgserprobtes noch mal auf den Markt zu werfen, um den Leuten dafür Geld abzukassieren. Die erste Coververion »I'll Be Missing You« war immerhin besser, was auch nicht wundert, denn was will man von jemand erwarten, wer ein gecovertes Lied keine 10 Jahre später noch einmal covert. (Siehe auch Ronan Keating »Father And Son«.) Und solche Abnehmer kaufen das Lied nur, weil ihnen schon immer das Original im Radio (oder in der Disco, wenn es denn mal einer auflegt) gefallen hat, aber sie immer zu dumm, zu faul oder zu geizig waren, sich dieses zu besorgen.



Einen Euro mögen diese Neufassungen ja vielleicht noch wert sein, aber doch nicht FÜNF!!!, wenn man bedenkt, was ein großartiges Album von Pink Floyd, Depeche Mode, Marillion, Supertramp, Dire Straits, The Cure, Télepopmusik, Santana usw. kostet. Und wenn alle der Dümmsten, die dafür in Frage kommen, diese CD gekauft haben und damit bereits für Millionengewinne gesorgt haben, kann die Industrie auch prompt mit dem Preis runtergehen, um den restlichen Markt der noch geizigeren Verbraucher damit im wahrsten Sinne des Wortes VOLLZUSTOPFEN. Dermaßen anspruchslose Produktionen kann man gewiss auch nur 50% über den reinen CD-Herstellungskosten (also für unter 0,50 €) noch mit Profit verkaufen, weil die bei diesem Preis abgesetzte Menge den Vertriebsaufwand wettmacht, den ich bereits berücksichtigt habe und deswegen von 50% (und nicht nur 10%) über Kopierkosten ausgehe.



Ehrlich gesagt ist es mir dennoch ein Rätsel, wie Millionen von Verbrauchern, die nichts von ABBA besitzen, für diesen Quatsch der A*TEENS einen Haufen Geld ausgeben konnten, anstatt das Original durch Anschaffung zu würdigen. Im Grunde ist das immer wieder eine Beleidigung für die Urheber solcher Meilensteine der Popmusik, aber das gilt auch (dass es eine Beleidigung darstellt) für die minderwertige zeitgenössische Musik, die sich dann neben diesen Coverversionen in den Charts platzieren darf.



Um zum Thema zurückzukommen, bei diesen Talenteshows und den darauffolgenden Veröffentlichungen der »Talente« geht es in Wirklichkeit darum, dass die angesprochene Zielgruppe trotz ihres mangelhaften künstlerischen Verstandes instinktiv spürt, dass diese Stars abgesehen von der professionellen Hilfe, durch die sie sich noch steigern können, über keine wesentlich höheren Qualitäten verfügen, als der Fernsehzuschauer, der sich gerade mal unter der Dusche traut, das auszuprobieren, womit jene im Fernsehen gegeneinander antreten. Der Kauf derartiger »Konsumprodukte« ist also nichts anderes als die Befriedigung des Bedürfnisses, sich als Möchtegernkünstler mit den Möchtegernkünstlern in der TV-Show zu identifizieren. Das mag sogar für D.B. selbst gelten, der deswegen auch keineswegs fehlen darf. Denn außer ihm dürfte nur noch Ralph Siegel einen ähnlichen Ruf genießen, welcher sich allerdings nicht als Showinstrument zur Verfügung stellt.






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