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Smiley Re: hier nachlesen
Christine, das passt nicht ganz. Bei dem von dir angefuehrten BAG Urteil ging es um einen speziellen Fall, in dem ein Langzeitkranker trotz tatsaechlicher und objektiver Arbeitsunfaehigkeit wieder arbeiten wollte, dies aber eigentlich gar nicht konnte. Da dieser Kranke aber offensichtlich nicht arbeitsfaehig war, konnte der Arbeitgeber auch gar keine Arbeitsleistung von ihm annehmen.



Es ging hier uebrigens um eine Kuendigungsschutzklage des Arbeitnehmers. Dieser vertrat die Meinung: "Wenn ich arbeiten will, dann hat der Arbeitgeber das auch so zu akzeptieren und kann mir nicht aus Krankheitsgruenden kuendigen." Das hat das BAG anders gesehen und die Kuendigungsschutzklage abgewiesen.



Hieraus laesst sich aber nicht schliessen, dass ein Gesunder, der etwas schneller genesen ist als der Arzt geschaetzt hat, nicht auch schon vor Ablauf der Arbeitsunfaehigkeitsbescheinigung wieder arbeiten darf. Im Grunde muss er das sogar, weil naemlich die objektive Arbeitsunfaehigkeit hier als Grundlage dient, nicht die aerztliche Einschaetzung der vermutlichen(!) Dauer zu Beginn der Krankheit. Aber das ist in der Praxis natuerlich etwas schwierig zu handhaben. Es ist auch ein wenig schwer zu verstehen, wieso die allermeisten Krankheiten immer puenktlich freitags beendet sein sollen.



Das Landgericht Karlsruhe hat nicht entschieden, dass waehrend der Bezugsdauer von Krankentagegeld nicht gearbeitet werden darf. Es hat vielmehr entschieden, dass fuer einen Zeitraum, in dem normal gearbeitet wird, kein Anspruch auf Krankentagegeld besteht. In diesem speziellen Fall ging es nun darum, dass ein Arbeitnehmer vor Ablauf der Arbeitsunfaehigkeitsbescheinigung zwar wieder arbeiten gegangen ist, aber dennoch fuer diesen Zeitraum Krankentagegeld beantragt hatte. Das LG Karlsruhe hat ihm dann gesagt: "Nee, wenn du gesund bist und arbeiten kannst, dann gibt's auch kein Krankentagegeld." Im Grunde also eher eine Bestaetigung dessen, dass ein bereits Genesener durchaus auch vor Ablauf der Arbeitsunfaehigkeitsbescheinigung wieder arbeiten darf.



Eine aerztliche Arbeitsunfaehigkeitsbescheinigung ist auch keinesfalls einer aerztlichen Anordnung gleichzusetzen. Der schreibt ja nur auf, mit welcher Krankheitsdauer er in etwa rechnet. Kommt dieser nun am Montag zu der Einschaetzung, die Erkaeltung koenne sich wahrscheinlich puenktlich zum Wochenende wieder verabschieden, dann bedeutet dies nicht, dass, wenn sie sich beeilt und schon am Donnerstag weg ist, der Arbeitnehmer nicht auch schon am Freitag wieder arbeiten duerfte. Zumindest hat der Arzt mit seiner Arbeitsunfaehigkeitsbescheinigung am Montag kein solches Verbot ausgesprochen. Das muesste er dann schon extra dazu sagen (wovor er sich am Montag allerdings schwer hueten wird).



Gruss

Wawa

geschrieben von

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