title image


Smiley Schwieriges Thema...
"Wenn meine Frau das so gehalten hätte, dann hätte ich das nicht akzeptiert."



Hallo stoeffoe,



diese Äußerung von dir hat mich sehr nachdenklich gemacht. Mein Mann stammt ja, wie du weißt, aus einem Land, wo man dieses Thema etwas anders sieht, so nach dem Motto: "Wer (unbedingt) will, kann es ja mit dem Stillen versuchen, aber wenn es nicht optimal klappt, dann soll Frau sich nicht vordergründig um Probleme ihrer weiblichen Identität und mütterlichen Perfektion sorgen, sondern darum, dass das Baby auf bequeme Art an seine benötigte Nahrung kommt."



Ich fand seine Unkenntnis zum Thema Stillen zuerst verwunderlich bis empörend ;-). Erst später konnte ich dafür dankbar sein, dass er alle diesbezüglichen Probleme (und bei unseren drei Söhnen gab es da allerhand) einfach als etwas akzeptierte, das geschah und das nicht ich zu verantworten hatte.



Ich war bis vor fünf Jahren, als unsere Jüngste geboren wurde, in etlichen Stillforen unterwegs. Von daher weiß ich, wie stark emotional befrachtet dieses Thema für viele Frauen ist. Wenn eine Frau verkündet, dass sie entschlossen sei, nicht zu stillen, bekommt sie oft zu hören oder zu lesen, dass sie dann am besten gar nicht erst ein Kind zur Welt bringen sollte.

Und ihr wird nahe gelegt, sie möge doch bitte, jenseits "oberflächlicher" Argumente, mit den "wirklichen", tiefer liegenden Gründen für ihre Ablehnung des Stillens befassen.

Diese Gründe werden dann häufig in einem schwierigen Verhältnis zum eigenen Körper gesucht; im Wunsch, Versagensgefühle zu vermeiden; in der Furcht, Sklavin biologischer Prozesse zu werden und damit auf eine animale Stufe abzustürzen; in einem übersteigerten und letztlich lebensfeindlichen Kontrollbedürfnis usw.



Ich sehe es für mich so, dass ich einer Mutter, die nicht sicher ist, ob sie stillen will und soll, zuraten würde und versuchen würde, sie zu ermutigen.

Wenn sie mir aber sagt, sie wolle keinesfalls stillen, würde ich das akzeptieren.



Ich nehme an, du warst deiner Frau eher ein verständnisvoller Begleiter, kein fordernder Theoretiker :-)



Grüße, Serenity




"Wenn jeder dem anderen helfen würde, dann wäre uns allen geholfen." (Marie von Ebner-Eschenbach)

geschrieben von

Login

E-Mail:
  

Passwort:
  

Beitrag anfügen

Symbol:
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Überschrift: