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Smiley Re: Fotoplatine belichten mit Tageslicht?
hallo,



klar mußt Du noch entwickeln!



Hier mal ein kurzer Abriss, worum es eigentlich geht:

Der Aufbau der Platine ist grundsätzlich:

- Trägerschicht (Epoxidharz oder sowas in der Art)

- Kupfer-Beschichtung (35 micrometer)

- Fotolack

- Abziehfolie zum Schutz vor vorzeitiger Belichtung (die muß natürlich runter)



Der Fotolack ist an sich beständig gegen Laugen (also im alkalischen pH-Bereich). Wenn Du belichtest, wird der Lack an den belichteten Stellen chemisch so umgewandelt, dass er sich im alkalischen pH-Bereich löst. Mit anderen Worten: die Platine muß nach dem Belichten entwickelt werden.



Ich nehme dazu 0,25N Natronlauge (das entspricht ca. 10 g Natronlauge auf einen Liter Wasser). Die Platine reinlegen und leicht schwenken, der Fotolack löst sich dann sehr schnell auf und legt das Kupfer an den Stellen frei, die weggeätzt werden sollen. Die Leiterbahnen bleiben dabei mit Fotolack bedeckt.



Jetzt muß die Platine geätzt werden. Dazu gibt´s im Fachhandel (CONRAD) sogenanntes "Feinätzmittel". Damit geht´s prima. Beim Ätzen werden die mit Fotolack bedeckten Leiterbahnen nicht angegriffen, während das blanke Kupfer weggeätzt wird. Der Vorgang dauert eine Zeit; die Platine also unter leichtem Schwenken eine zeitlang im Ätzbad lassen.



Jetzt die Platine herausnehmen und mit Wasser abspülen.



Es sollten jetzt nur noch die Leiterbahnen übrig geblieben sein und das gesamte sonstige Kuper verschwunden sein. Die Leiterbahnen sind aber noch mit Fotolack bedeckt, d.h. Du kannst noch nicht sofort draufloslöten. Der Fotolack läßt sich einfach mit etwas Aceton (gibt´s in der Apotheke) und einem Papiertaschentuch wegwischen. Darunter kommen dann die blanken Leiterbahnen zum Vorschein.



Jetzt kann die Platine gebohrt und bestückt werden.



Die Prozedur hört sich schwieriger an, als sie ist; und für ab und zu mal eine Platine lohnt sich wirklich kein Belichtungs- und Ätzgerät. Die Anleitung oben ist auch eher was für Gelegenheits-Elektroniker :-)



ACHTUNG BEIM UMGANG MIT NATRONLAUGE. Die Lauge darf in keinem Fall in die Augen gelangen !!!! Sonst das Auge sofort mind. 10 Minuten mit Wasser auswaschen und SOFORT einen Augenarzt aufsuchen. Es droht sonst Erblindung !!! Das ist keine Übertreibung !! Ansonsten natürlich auch nicht trinken oder auf die Haut bringen!



Generell: bei allen chemischen Vorgängen Schutzbrille (z.B. wie man sie zum Winkelschleifen trägt) und Gummihandschuhe (die Putzhandschuhe der Mutter/Frau reichen völlig aus) tragen !!



So, und jetzt viel Erfolg !



Kannst ja mal Bescheid geben, ob´s funktioniert hat.



Martin


Der Computer sollte Teil der Lösung sein - nicht Teil der Problems !

geschrieben von

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