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Smiley Das dürfte tatsächlich helfen!
Tatsächlich sind die beiden Regler an diesem Trafo diejenigen, die Dir hier weiterhelfen müssten. Bei einem alten NEC-Monitor (Multisync 3D, von 1990) habe ich genau dasselbe Problem vor ein oder zwei Jahren gehabt und mit diesen Reglern behoben.



Der "Focus"-Regler stellt die Bildschärfe ein, der "Screen"-Regler dagegen die Helligkeit des Bildes. Die Helligkeit wird tatsächlich über eine Erhöhung der Spannung an der Bildröhre erhöht (siehe rinaldo50 - alle mit "R" am Anfang des Namens scheinen hier den richtigen Riecher zu haben...), und solange Du damit behutsam vorgehst, sollte es keine Probleme damit geben. Und damit Du das Ganze auch ohne viel Erfahrung hinkriegst, habe ich hier mal einen kleinen Roman dazu verfasst.



Schau aber zuerst mal nach, ob Du wirklich ein Problem mit der Bildschärfe hast oder stattdessen ein Konvergenz-Problem! Letzteres sieht oberflächlich gesehen wie ein unscharfes Bild aus, aber bei genauem Hinsehen merkt man, dass selbst eine weiße Schrift auf schwarzem Grund (oder umgekehrt, ist dann aber nicht ganz so gut zu sehen) in den "unscharfen" Bereichen farbige Ränder hat. Dieses Problem kann mit dem "Focus"-Regler nicht korrigiert werden, hier müsste ein "Convergence"-Regler eingestellt werden. Die einzigen mir bekannten Regler für sowas finden sich normalerweise außerhalb des Monitor-Gehäuses, die "Focus"- und "Screen"-Regler dagegen immer im Gehäuse drin.



Die Warnung vor hoher Spannung ist durchaus berechtigt, aber ich habe derartige Eingriffe schon oft genug gemacht und lebe immer noch. "Eine Hand in die Tasche" ist zwar noch ein Bißchen wenig als Sicherheitshinweis, geht aber ganz klar in die richtige Richtung.



Da Du die Einstellung der Regler eh bei eingeschaltetem Monitor machen musst, kommst Du um das Regeln bei eingeschaltetem Strom in diesem Falle nicht herum, aber im Prinzip reicht es aus, nichts im Monitor anzufassen, und schon bist Du aus dem Schneider. Zum Drehen der Regler benutzt man sowieso nicht die Finger, sondern Schraubenzieher. Meistens sind Kreuzkopf-Schraubenzieher passend.



Ideal wäre solch ein Schraubenzieher komplett aus Plastik. Ich selber habe sowas aber nie gesehen, und vermutlich heißen die Dinger dann auch nicht "Schraubenzieher". Fast genau so gut sind allerdings Schraubenzieher, die außen mit Kunststoff ummantelt sind. Die sind relativ häufig vertreten. Gut gearbeitete Exemplare haben nur den Kopf "blank" (=metallisch), der ganze Rest ist komplett in Kunststoff eingepackt. Also kann auch kein elektrischer Strom durch den Schraubenzieher und durch Deinen Körper fließen, also bist Du gut gegen die Ströme im Monitor geschützt. Wenn man mit dem Kopf eines solchen Schraubenziehers nicht gerade Kontakte kurzschließt, ist es kaum möglich, irgendwelchen Schaden damit anzurichten. Und selbst wenn... man wird damit eben nur den Monitor beschädigen, nicht aber sich selbst. Der Schaden ist also durch Geld in jedem Fall regelbar.



Sollte auch solch ein Schraubenzieher nicht zu greifen sein, dann kann man noch einen nehmen, bei dem nur der Griff aus Plastik ist. Dann allerdings sollte man drauf achten, weder mit der Hand an den Metallstiel zu kommen, noch mit dem langen Stiel irgendwelche Metallteile im Monitor zu berühren. Die zu drehenden Regler sind übrigens meines Wissens immer aus Plastik, die kann man also mit Metall berühren, ohne Kurzschlüsse zu erzeugen. Man kann aber eh auch mal sehen, ob man sich nicht für ein paar Euro einfach einen komplett plastik-überzogenen Schraubenzieher kauft - da kann man dann auch mal vor Nervosität etwas zittern, ohne dass man Übles befürchten muss.



Wenn man nun noch beim Arbeiten darauf achtet, das Innenleben des Monitors nicht mit Händen, Armen oder Schmuck (Ketten etc. - eben alles, was in den Monitor 'reinfallen könnte) zu berühren, ist die Gefahr von Kurzschluss oder Stromschlag äußerst gering. Allerdings können insbesondere schlecht "designte" Monitore auch nach dem Ausschalten noch Stromstöße ausstoßen. Dafür sind sogenannte "Kondensatoren" verantwortlich. Das sind Bauteile, die ähnlich wie Batterien eine elektrische Ladung speichern können und diese beim Schließen eines Stromkreises frei setzen. Kondensatoren haben zwar eigentlich eine andere Aufgabe, aber lassen wir das einfach mal. Du erkennst sie jedenfalls daran, dass es sich um tonnenförmige Bauteile handelt, die meistens aufrecht auf einer Platine drauf stehen und am unteren Ende meistens zwei "Füße" haben. An diesen liegt bei einem "vollen" Kondensator die Spannung an. Läßt Du die Finger davon weg (und die solltest Du ja eh nicht in den Monitor hinein befördern), dann passiert da auch

nix.



Bleibt nur noch eine andere Gefahr beim Arbeiten mit Monitoren: Man darf die Bildröhre, also das dicke Glasteil da drin, nicht beschädigen. Es würde implodieren, was fast denselben Effekt wie eine Explosion hervorrufen würde: Glassplitter fliegen in aller Richtungen weg. Nun ist die Bildröhre gegen Schläge relativ gut gesichert, allerdings kann man bei äußerst unvorsichtigem Handeln das Ende der Röhre relativ leicht abbrechen. Sobald Du die Abdeckung des Monitors abgenommen hast, wirst Du sehen, dass das vorne fast flache Glasteil hinten ganz spitz zuläuft, als hätte man eine Flasche in den Monitor eingebaut, deren Boden da ist, wo Du normalerweise ein Bild siehst, während der Flaschenhals (=die Spitze der Bildröhre) am anderen Ende sitzt. Achte also darauf, dass der Monitor ordentlich auf einem Tisch o.ä. steht (damit er nicht herunterfällt und dabei diese Spitze abbricht), und darauf, dass kein Werkzeug von oben auf die Bildröhre fällt. Den Schraubenzieher musst Du sowieso eher unterhalb der Röhre

ansetzen, also brauchst Du ihn gar nicht erst oberhalb der Bildröhre umher zu bewegen. Dann kann er auch nicht 'runterfallen.



Wenn Du also diese beiden Gefahren (Strom und Glasbruch) mit diesen einfachen Richtlinien ausschaltest, hast Du nichts mehr zu befürchten!



Um nun an die Regler zu gelangen, musst Du, wie gesagt, den Monitor öffnen. Damit die Gefahr noch "voller" (=geladener) Kondensatoren möglichst klein ist, schaltest Du am Besten den Monitor aus und ziehst auch das Stromkabel aus der Steckdose. Dann wartest Du 30-60 Minuten. Moderne Monitore sollten dann schon lange nix mehr in den Kondensatoren haben, denn sie sollten diese Kondensatoren selbständig innerhalb von Minuten leeren. Nur die "schlecht designten" haben das vielleicht nicht getan, und dann kann es auch sein, dass sie es nach Monaten (!) noch nicht getan haben. Aber dafür haben wir ja noch die Regeln "nix anfassen" und "keine Kurzschlüsse mit dem Schraubenzieher machen".



Achte darauf, dass der Monitor an einen Computer angeschlossen ist bzw. werden kann, der ihm ein Bild liefern kann. Wenn Du erst mal die Abdeckung des Geräts entfernt hast, wirst Du ihn nicht mehr so leicht herumtragen können - platziere ihn schon jetzt günstig.



Nach der Wartezeit suchst Du nach den Schrauben, die das Monitorgehäuse zu halten. Sie befinden sich häufig an der Rückseite oder unterhalb des Monitors. Dreh' sie 'raus und versuche vorsichtig, die Abdeckung des Monitors (meistens die Seitenwände, das "Dach" und die Rückseite des Gehäuses als ein einziges Teil) abzunehmen. Manchmal klemmt das etwas, und häufig muss man das Teil auch in irgendeinem Winkel schräg nach hinten und oben zugleich wegziehen, um es ab zu kriegen. Achte dabei darauf, dass Deine Finger nicht ins Innere des Monitors geraten!



Ist das Teil ab, verstaust Du es irgendwo, wo Du nicht drüber fällst. Lass' nicht die Hauskatze 'reinrennen o.ä., denn die Dinger sind von innen häufig sehr verdreckt (nein, nicht die Katzen!...).



Schau Dir nun die Innereien des Monitors an. Suche nach einem meistens schwarzen Kasten auf der "Bodenplatte" des Geräts, an dem zwei oder manchmal auch drei Drehregler sitzen. Wenn Du nicht genug siehst, leuchte das Innere aus, z.B. mit einer Taschen- oder Schreibtischlampe. Du wirst auf diesem Boden zwar so manchen metallischen Drehregler finden, auf den Kreuzkopf-Schraubenzieher passen, aber die suchen wir nicht. Wir suchen Plastikdrehknöpfe an der Seitenwand eines schwarzen Kastens, und die Regler sind meist auch schwarz. Wenn Du Glück hast, sind sie mit "Screen" und "Focus" markiert; wenn nicht, sollte es im ganzen Monitor aber eh nur diese 2-3 Regler an diesem einen Kasten geben, auf die die Beschreibung zutrifft.



Schnapp' Dir nun einen passenden Schraubenzieher und übe, ihn in die Regler einzusetzen (aber dreh' sie noch nicht). Jetzt, wo der Strom ausgeschaltet ist, ist die Gefahr äußerst gering, dass irgendwas kaputt geht, wenn Du abrutschst. Wenn Du Dich dann sicher genug fühlst im Umgang mit dem Schraubenzieher, dann überlege mal, wie Du am Besten den Schraubenzieher ansetzt und später drehen wirst, während Du gleichzeitig den Bildschirm betrachtest. Meistens muss man sich dafür schon ein Bißchen verrenken. Eventuell hilft auch ein Spiegel, den Du vor den Bildschirm stellst, so dass Du sowohl das Ansetzen des Schraubenziehers als auch das Betrachten des Bildes ohne Verrenkungen machen kannst. Falls Du außerdem noch eine Lupe beim Einstellen der Schärfe einsetzen kannst, kriegst Du vermutlich ein noch besseres Bild hin, allerdings musst Du dazu mit der einen Hand den Schraubenzieher drehen und mit der anderen die Lupe halten. Wenn Dir das zu umständlich ist, mach' es halt ohne - oder Du suchst Dir jemanden, der mit

der Lupe den Bildschirm betrachten wird, während Du den Regler drehst.



Wenn Du soweit bist, dann ist es Zeit, den Strom einzuschalten. Also: Stecker wieder 'rein, Monitor einschalten und auch den Computer einschalten. Am Besten gehst Du am Computer gleich ins BIOS oder aber Du guckst Dir irgendwas aus, was als Testbild herhalten kann. Helle, weiße/graue Schrift auf schwarzem Grund ist ideal für sowas; schwarze Schrift auf weißem Grund ist nicht so günstig v.a. für die Schärfeeinstellung.



Laß' nun den Monitor 20-30 Minuten eingeschaltet. Die Bauteile sollen warmlaufen. Dass ein Monitor vor dem "Warmwerden" kein optimales Bild bringt, ist nämlich normal - auch wenn der Unterschied bei neuen Geräten meist kaum zu sehen ist. Ältere Geräte brauchen aber u.U. etwas länger.



Wenn es dann soweit ist, führe vorsichtig den Schraubenzieher an den "Focus"-Regler. Wenn Du nicht siehst, welcher Regler "Focus" ist, probiere es mit irgendeinem. Drehe dann vorsichtig, und wenn die Bildschärfe sich ändert, hast Du den Richtigen gefunden. Ändert sich dagegen die Helligkeit, dann hast Du "Screen" erwischt. Laß' den dann erst mal in Ruhe, wir kümmern uns erst um "Focus".



Drehe den "Focus"-Regler langsam und beobachte die Wirkung. Am Schönsten sieht man das an einzelnen Punkten, z.B. auf den Buchstaben i, ö, ü oder ä. Wird das Bild gleich unschärfer, dreh' halt in die andere Richtung.



Irgendwann wirst Du eine optimale Schärfe erreichen. Bei weiterem Drehen wird das Bild wieder schlechter. Wenn das passiert, drehst Du wieder in die andere Richtung, und das machst Du so lange hin- und her, bis Du ein optimales Bild hast. Das ist gar nicht so schwierig, wie es sich anhört. Ist das erledigt, dann solltest Du eine vernünftige Bildschärfe haben.



Kümmern wir uns jetzt noch um die Helligkeit. Stelle am Besten Kontrast und Helligkeit mit den Reglern vorne am Monitor auf jeweils "Mittelstellung" ein, auch wenn Du dann erst mal nix mehr vernünftig siehst.



Jetzt machen wir das, was wir mit dem "Focus"-Regler gemacht haben, mit dem "Screen"-Regler, der die Helligkeit grob regelt. Auch hier wieder vorsichtig drehen, denn dieser Regler deckt einen viel größeren Bereich ab als die Regler vorne am Monitor. Drehe die Helligkeit etwas auf, so dass Du ein gutes Bild hast. Mit den Helligkeits- und Kontrastreglern vorne am Bildschirm kannst Du diese Einstellung noch teilweise nachregeln, womit Du Schwankungen im Umgebungslicht (Tageslicht, Abenddämmerung, Nacht mit Innenbeleuchtung im Zimmer) ausgleichen kannst. Berücksichtige das! Wenn Du also normalerweise abends mit dem Monitor arbeitest, stelle ihn am Besten auch abends ein; kannst Du das aus irgendeinem Grund nicht, dann stell' ihn nun so sein, dass er später (=am Abend) mit herunter gedrehter Helligkeit *vorne* am Monitor (und im Notfall noch unter Benutzung des Kontrast-Reglers) immer noch ein ordentliches Bild macht.



Wenn Du auch das dann erledigt hast, dann nimm den Schraubenzieher weg und schau Dir noch mal in Ruhe das Bild an. Wenn es jetzt doch noch nicht OK ist, ändere es halt wieder. Wenn es endlich OK ist, dann kannst Du Dich daran machen, das Gehäuse wieder zu verschließen.



Um das zu tun, fährst Du zunächst den Computer 'runter, schaltest dann den Monitor wieder aus, ziehst sein Stromkabel ab und wartest wieder 30-60 Minuten, so dass die Kondensatoren gefälligst geleert werden. Danach montierst Du die Abdeckung wieder drauf und schraubst den Kasten zu.



Sobald Du ein Weilchen Zeit hast, kannst Du das Stromkabel wieder 'reinstecken und den Monitor mal 1-2 Stunden benutzen. Sollte einer der Regler extrem stark aufgedreht sein oder sonst irgendwas wegen der neuen Einstellungen zu heiß laufen, dann sollte es sich jetzt bemerkbar machen: Geruch, Geräusch oder im allerallerschlimmsten Fall mit einer Rauchfahne. Das habe ich aber nie erlebt, aber Vorsicht schadet ja nix. Einfach das Teil beobachten und nicht etwa einschalten und erst mal Mittag essen gehen, und hinterher ist die Bude verqualmt. Wie gesagt: Das habe ich bei sowas nie gehabt, also wird's auch bei Dir nicht passieren.



Und wenn das alles gut läuft, hast Du nach der ganzen Sache wieder ein prima Bild mit dem alten Teil - und weißt in Zukunft auch, was in so einem Fall zu tun ist.



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