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Smiley Re: Hilfe, was studieren???
Hi,



nun was soll ich da sagen... *g*



Das erste was mir einfällt: Heiko Mell, Karriereberatung in den VDI-Nachrichten, hatte erst in der jüngsten Ausgabe von Freitag bei der Beantwortung einer Frage das Thema FH/Uni mit eingebaut. Ließ es einfach mal selbst durch

http://www.ingenieurkarriere.de/bewerberservice/karrieremagazin/heikomell/heikomellrecherche.asp?number=2002

(es ist sinnvoll, nach Frage/1 gleich Antwort/1 zu lesen, so ists auch in den VDI-Nachrichten abgedruckt, keine Ahnung wieso die das im Internet anders machen...)



Ansonsten kann ich nur von MEINEM Uni-Studium sprechen, wobei ich sicher lange nicht der Musterstudent bin ;-)

Was gibts denn da im Grundstudium?

- Mathe. Naja - halt Mathe. Ich persönlich frag mich da schon, wozu ich die verdammten Beweise brauch; mir wäre es lieber gewesen, wenn mehr auf die Anwendung von dem Zeug eingegangen wird. Mathe ist für nen Ingenieur ein Werkzeug, wie ne Lötspitze hergestellt wird interessiert mich schließlich auch nicht. Aber: Das hängt SEHR vom Dozenten ab, wie die Mathevorlesung aussieht - das sagt auch einer der "alten Hasen" in unserer Uni (Als Dr. mit dabei, seit's die Fakultät gibt...). Soweit ich weiß, werden solche Fächer an der FH ja teilweise nicht von "studierten Mathematikern" unterrichtet sondern auch von eben Ingenieuren (ich hoffe das stimmt so wie ich's sag). Da mag es zwar nicht so theorielastig sein, aber ich kann mir vorstellen, die Qualität einer Mathevorlesung kann und wird da dann mindestens genauso schwanken.

- Allgemeine Elektrotechnik. Ne Mischung aus einfachen Dingen, die man als Elektronikbastler teilweise eh schon weiß (oder bislang nur anders gesehen hat); feldtheoretischen Berechnungen, die man erst versteht, wenn man dann "elektromagnetische Felder & Wellen" gehört hat; komplexer Wechselstromrechnung; und noch anderem Zeug (Widerstandsnetzwerke berechnen z.B.)

- Physik - Naja gut, Physik I + II war "erweiterte Schulphysik", also schon Dinge, die wir in der Schule nicht hatten, aber (fast) nichts was man nicht verstehen könnte. Quantenphysik war dann ne Mischung aus "bayerischer Physik-LK weiß das schon längst" und "Hä was geht ab?"

- Einführung Werkstoffe - für Leute, die in die Halbleiterei gehen wollen, sicher absolute Basics, ich fands nicht so spannend.

- Technische Mechanik: Einfach, aber wozu ein Elektroingenieur Auflagerkräfte berechnen können muß, weiß ich auch net so recht.

- Halbleiterbauelemente: Na was wohl. Mir gings so: Die Grundlagen zu wissen ist gut, tieferer Einstieg hat mich nicht sehr gereizt

- Elektronische Schaltungen: Sichtweisen, aus denen ein Elektronikbastler nen Transistor vermutlich noch nicht so oft gesehen hat. Ich hab jedenfalls was dabei gelernt

- Elektromagnetische Felder & Wellen: Du kannst hinterher dreidimensional integrieren :-) Nein im Ernst, wäre sicher ganz interessant, wenn man das Zeug was über die Übungsaufgaben hinausgeht in der Vorlesung auch besser mitverfolgt hätte, aber es is auch einfach viel Mathezeug dabei.

- Signale & Systeme: Grundlagen über Dinge wie Transformationen (Fourier, Laplace, z), Lineare Systeme (und deren Charakterisierung), was man dann für Signalverarbeitung, Nachrichtentechnik, als auch Regelungstechnik später mal braucht. Vermutlich noch für mehr *g* (Wobei unser Prof das v.A. Richtung Nachrichtentechnik/Signalverarbeitung ausgelegt hat (war schließlich bei der GSM-Entwicklung mit dabei, gab dementsprechend immer wieder Handy-Beispiele) - tut aber der Verwendbarkeit für Regelungstechnik keinen Abbruch)

- Einführung Energietechnik: Grundlagen über vieles - Stromversorgungsnetze, Kraftwerke incl. Thermodynamik (*würg*), und dann die verschiedenen Elektromotoren.

- Grundlagen Informatik: Für mich persönlich auch nicht so der Renner, da wir ne reine Lehrsprache gelernt haben (Pascal-Ähnlich) und ich ja schon programmiert hatte. Ein paar Dinge hab ich aber gelernt. Ich denke das hängt von der Uni ab, wie die Vorlesung aussieht.



-Und dann noch Grundpraktikum Etechnik I/II und Grundpraktikum Physik. Wenn richtig gemacht, lernt man da dann technische Berichte schreiben - bei den E-technik-Praktika in der Richtung bei uns leider enttäuschend, Physik sah das anders aus, wurde aber bei uns auch "zusammengestutzt" mit den Berichten, bei unseren Vorgängern und Physikern muß das dann richtig in Arbeit ausarten...). Und Etechnik-II-Praktikum sollte dann auch bischen Überblick über die Fachrichtungen geben. Etechnik-I-Praktikum bischen Gefühl für Elektrisches.

Inwiefern das ganze dann gelingt, hängt sicher stark von der jeweiligen Uni ab.



Du siehst: Grundstudium ist durchaus viel Theorie.

Jetzt im 5. Semester wurde das ganze dann schon Praxisnäher - aber auch nicht in allen Fächern. (Dank Systemtheorie z.B. kann ich jetzt zwar problemlos mit Matrizen rechnen, aber viel mehr als wir eh in Regelungstechnik gelernt haben weiß ich auch nicht, von der Bedeutung her...)



Dafür hab ich in einem Fach (Signalverarbeitung) gemerkt, daß das richtig Fun gemacht hat (wenngleich auch spät ;-) - was sich auch in der Note gezeigt hat. Werd mal schauen was es in der Richtung weiter gibt.

Die Tendenzen dazu konnte man im Grundstudium schon erahnen: Signale & Systeme fand ich ganz interessant. Und daß Halbleiterei nicht in Frage kommt, war mir recht zügig klar *g*



Kurzum was ich sagen will: Grundstudium ist durchaus Theorie, etwas trocken. Aber man kriegt mal bischen Werkzeug an die Hand für später (wenngleich einem das nicht unbedingt bewußt ist; und auch wenn man immer nur so "irgendwie" macht lernt man was - soll jetzt aber keine Empfehlung sein, es immer nur "n bischen" zu machen), und es gibt ein bischen einen Überblick was es so gibt...

Klar ist man als Uni-Ingenieur mehr mit Theorie beschäftigt. Aber ich denke nicht, daß man da mit praktischem Vorwissen fehl am Platze ist; im Gegenteil, ich bin schon der Meinung, daß das einem dann durchaus eher die Fähigkeit gibt, die Theorie dann mit der Praxis zu verbinden, und man manchmal ein bischen eher einsteigt, was das soll. Und macht das ganze dann vielleicht doch etwas weniger trocken.

(In elektronische Schaltungen hatte ich z.B. schon das Gefühl, bei zusammenhängenden Schaltungen eher durchzusteigen als manche Kommilitonen; hat sich dann auch bei ner Prüfungsaufgabe gezeigt, wo man die Funktion einzelner Transistor(blöcke) erklären sollte)



Lies dir den Beitrag von Heiko Mell durch, der gute Mann hat in der Regel schon recht.



Und was der auch sagt, und was ich unbedingt unterstreichen kann: Nicht zu früh das Handtuch werfen, wenn du meinst es ist doch nicht so das wahre! Keinesfalls unterm Semester (ich kann nicht verstehen wieso man sowas macht; was sinnvolles anderes tun kann man dann eh nicht? War jedenfalls erschreckend, wie leer die Busse zur Uni nach Weihnachten im Vergleich zu davor waren...), aber auch nach dem 1. Semester wird noch etwas früh sein...



Edit: Irgendwie hab ich jetzt größtenteils nur mein Grundstudium umrissen.... Hoffe das hilft dir trotzdem irgendwie, und nicht nur als abschreckung *g*

Für weitere Fragen immer gerne.



Gruß

Didi

geschrieben von

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