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Smiley Re: Leistungsaufnahme eines PC-Netzteils
Diese Frage kann man nicht generell beantworten. Ein Netzteil besitzt statische Verluste, wie zB Ferritverluste oder die Leistung für Regelung und Steuerung der Halbleiter, und dynamische Verluste, wie zB die Leit- und Schaltverluste der Halbleiter und ohmsche Verluste in den Leitungen und Windungen.

Und genau diese beiden Faktoren bestimmen auch die Wirkungsgradkurve eines Netzteiles. Die sieht im Allgemeinen so aus, dass der Wirkungsgrad im Leerlauf NULL ist - logisch, weil nur die statischen Verluste auftreten aber keine Leistung abgegeben wird (WG=Pout/Pin). Der Wirkungsgrad nimmt aber sehr schnell mit steigender Pout zu, bildet dann einen Buckel, und fällt dann bei weiter steigendem Pout sanft ab, weil hier die dynamischen Verluste grösser werden (ohmsche Verluste im Netzteil steigen zB mit Iout² und Pout steigt nur linear mit Iout).



Wann und wo sich die Kurven zweier Netzteile schneiden kann man nicht aus der max. Ausgangsleistung vorhersagen. Das hängt zu stark vom Desing ab. Man könnte aber vielleicht einen statistischen Zusammenhang zwischen dynamischen und statischen Verlusten vermuten. Das bedeutet dann, dass die Entwickler von Netzteilen die Möglichkeit haben, durch Erhöhung der statischen Verluste, die dynamischen zu senken, was dann eine Verschiebung des Wirkungsgradbuckels zu höheren Ausgangsleistungen hin zur Folge hätte, die wiederum eine Erhöhung der maximalen Ausgangsleistung zulassen würde. Das würde bedeuten, dass bei sehr geringer Last das kleinere Netzteil einen besseren Wirkungsgrad haben sollte.



Desweiteren hat man die Möglichkeit, durch verbesserte Kühlung mehr Leistung aus einem Netzteil herauszuholen ohne am Wirkungsgrad herumzuverbessern. So könnte es sein, dass ein 100W-Netzteil den gleichen Wirkungsgradverlauf hat wie ein 150W-Netzteil. Nur werden die hohen dynamischen Verluste des 150W-Netzteils bei Pout-max besser weggekühlt. Das liegt dann in den Händen der Entwickler/Manager, die entscheiden, ob man eher besser kühlt oder lieber den Wirkungsgrad erhöht - je nach dem was billiger ist oder sich besser verkaufen lässt. Es gab/gibt doch diese Netzteile mit zwei Lüftern. Ich wette, hier wurde einfach nur durch höheren Luftstrom die Kühlung verbessert und mehr Leistung rausgekitzelt. Das würde bedeuten, dass es im gegebenen Fall egal ist, welches Netzteil man verwendet.



Der dritte aber triviale Fall ist, dass das Netzteil mit der grösseren Leistung gegenüber dem mit der kleineren Leistung einen so grossen Sprung in Punkto Technik und Qualität darstellt, dass der Wirkungsgrad generell unter allen Lastbedingungen entsprechend gesteigert wurde. Das gibts dann natürlich nicht umsonst :).



lg und gute Nacht!



PS: Achja, den Leistungsunterschied schätze(!) ich auf maximal 10 bis 15 Prozentpunkte der Ausgangsleistung.
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