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Smiley Re: Schul- / Verhaltensproblem Erstklässler
Ich sehe das Problem auch ähnlich wie Christine, ich will es aber nicht in Richtung 'Regeln' formulieren. Schon allein, weil es an 'geregeltem Tagesablauf' bei euch ja nicht zu fehlen scheint. Nicht dass es zu Begriffsmissstimmungen kommt.



Achtung, hier auch noch einmal der Hinweis: mir ist bewusst, dass diese (noch dazu laienhafte) Ferndiagnose auch völlig daneben sein kann. Aber Ideen sind Ideen, ihr könnt damit ja machen was ihr wollt.



Du hast das mit dem Stören von Erwachsenengesprächen sicher deshalb angeführt, weil es offenbar das größte Problem bei euch zuhause ist. Sonst scheint der Knabe ja recht brav zu sein, kein Wunder: euer Familienleben wirkt wohlgeordnet und harmonisch (*).

Ich glaube es gibt eine Verbindung zwischen diesem Verhalten zuhause und jenem in der Schule. Die liegt darin, dass er scheinbar nicht so recht weiß, wo sein Platz ist(**). Unter den Erwachsenen jedenfalls nicht - da versucht er sich aber ständig reinzudrängen. Du hast nicht geschrieben wie ihr reagiert - sehr erfolgreich fühlt ihr euch wohl nicht damit.

Jetzt die Verbindung zur Schule: auch hier will er sich nicht auf den ihm zustehenden Platz beschränken lassen: einer unter vielen, und die Lehrerin ist der Boss. Hier versucht er sich 'raus' zu drängen ("indem er aufsteht und durch die Klasse rennt"), und gegen die Autorität der Lehrerein rebelliert er offen.



Jetzt fällt mir die 'Schublade' ein: Grenzen ! Das war auch der schlaue Spruch, den ich in meiner Antwort an Christine falsch zitiert habe:

Grenzen sind das Geländer auf der Treppe der Entwicklung.



Was habt ihr zuhause verabsäumt, bzw was solltet ihr anders angehen ?

Für sein Verhalten müssen klare Grenzen definiert sein. Jede Überschreitung hat sofortige Folgen, und zwar konsequent. Ich unterstelle er hat spitzgekriegt, dass ihr in Gegenwart von "Fremden" leichter angreifbar seid (Besuch, Telefon). Das müsst ihr abstellen.

Also: keine Störungen mehr, so wie du sie beschrieben hast. Folge: aufs Zimmer (ist ja keine Strafe, sondern die logische Konsequenz: wer stört muss 'weg').



Und in der Schule ? Schwierig. Meine 8-jährige ist ein Klassenkasperl. Immer ist sie es, die die Klappe offen hat (sie kann's wirklich, wenn ich mir ihr im Auto fahre kriege ich Kopfweh. Der Opa nennt es "Wort-Inkontinenz"). OK, sie ist wenigstens nicht aggressiv, aber es geht schon in deine Richtung: egal was wir zuhause sagen, in der Schule hat sie´s vergessen.

Aber auch bei ihr haben klare Konsequenzen schon eine Verbesserung gebracht. Jedesmal wenn die Lehrerin sich beschwert 'setzt es was'. Einmal durfte sie zB nicht zum Geburtstagsfest, meistens ist sowas am wirkungsvollsten (weil man sie warnend daran erinnern kann). Also etwas besonderes, nicht einfach "Hausarrest", das ist zu vage und hat später keine abschreckende Wirkung.

Vielleicht könnt ihr so etwas ausrichten. Schlechtes Verhalten in der Schule bringt Entzug von Vergünstigungen zuhause. Die Logik fehlt hier zwar ein bisschen, aber was solls.



So. Das ist mir spontan eingefallen. Mal sehen was noch so alles kommt...



Ach ja: nicht dass du glaubst ich wäre der Cheferzieher vom Dienst ! Ich könnte jeden Tag solche Threads wie deinen aufmachen mit meinen kleinen und größeren Erziehungsproblemen. Aber als Außenstehender hat man ja wirklich oft den klareren Blick - vielleicht sogar hier und anhand notgedrungen spärlicher Info´s.



Fussnoten:

(*) "...euer Familienleben wirkt wohlgeordnet und harmonisch": zu geordnet vielleicht ? Zuwenig Spielraum für eigenes Ermessen und Grenzverletzungen in Bereichen, wo´s nicht so tragisch ist ?

(**) ""...nicht so recht weiß, wo sein Platz ist": immerhin ist er ein 'kleiner Prinz', ein Erstgeborener, vom kleinen Bruder entthrohnt in einer schwierigen Phase. Ihr habt wahrscheinlich auch ein offenes, respektvolles und partnerschaftliches Verhältnis in der Familie.


Gruppenfoto: Y8

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