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Smiley Re: Warum geht Deutschland nicht auf die Straße zum Generalstreik?
Hallo,



a)die Leute setzen keine Kinder mehr in die Welt - warum auch?

Leider sind die niedrigen Geburtenraten nun überhaupt nicht auf materielle Sorgen zurückzuführen, da nach den einschlägigen Statistiken die "Sozial-Schwachen" nach wie vor noch genügend Kinder bekommen. Das Problem sind vielmehr die Akademiker und anderweitig gut ausgebildeten Frauen (Familien). Die bekommen u.A. keine Kinder weil sie Ihre langjährige Ausbildung auch nutzen wollen und das Zeitfenster für Kinder somit immer kürzer wird. (Ausserdem habe ich den Eindruck dass viele ganz einfach die Verantwortung scheuen und sich lieber ihrem mit jedem Jährchen lächerlicher werdenden Konsum- und Jugendwahn hingeben statt den Schritt in die "Erwachsenenwelt" zu wagen.)

Ganz ehrlich, da sind Geldsorgen die kleinsten Nöte (und Themen wie Dauer der Ausbildung, Flexibilisierung von Arbeitsszeiten und vor allem Kinderbetreuung sehr viel wichtiger)



b)die Binnennachfrage sinkt, die Leute konsummieren nicht mehr - wie auch?

Hm, das stimmt wohl. Trotzdem reagiere ich auf die berüchtige Binnennachfrage immer etwas allergisch. Einerseits weil ich der Überzeugung bin das das Prinzip "Nachfrage-Angebot-Erhöhte Nachfrage->Wachstum) auf Dauer nicht funktionieren kann (aber da wirds ganz schnell philosophisch) und zweitens weil ichauch nicht so recht glaube das die Binnennachfrage die Lösung aller Probleme sein soll. Der Deutsche wird, auch wenn er mehr konsumiert, bei vergleichbarer Qualität billigere Produkte kaufen (z.B. Unterhaltungselektronik). Und da haben deutsche Firmen eben einen schweren Stand. (Wer kauft denn, wenns hart auf hart kommt, was deutsches, nur weils aus Deutschland kommt?)



Als Beispiel für den wachsenden "Druck" gibts doch ganz aktuell neue Vorschläge zur Entastung des Gesundheitssystems (Siehe auch nebenan im Forum "gesundheit"):

Ich bin zwar ein grenzenloser Optimist glaube aber nicht das unser derzeitiges Politisches System ein "Neuordnung" des Gesundheitssystems vollbringt. Die notwendigen Änderungen sind zu umfassend, der "richtige" Weg keineswegs erwiesen und die einzelnen Interessengruppen viel zu stark. Es wird weiter nur an den kleinsten Stellschrauben hin und wieder her gedreht werden. Und das solange bis der Druck zu groß wird und irgendetwas passiert. Dann und nur dann kann vielleicht mal etwas Neues entstehen.

(Aber selbst bei einer "Ideal-Lösung" werden wir m.E. von dem extrem hohen Standard der medizinischen Versorgung wie wir ihn kennen ein gehöriges Stück abrücken müssen.)



Im Detail kann ich aber trotzaller Stückwerkspolitik z.B. der Praxisgebühr durchaus etwas abgewinnen. Sie ist ein sinnvoller (und effektiver!) Schritt den Leuten klar zu machen das man eben nicht zum "Spass" zum Arzt geht und der Allgemeinheit somit Kosten aufbürdet, sondern eindeutig nur dann wenn es denn auch nötig ist!



Wir werde ja sehen ob diese Pläne an die Schmerzgrenze gehen oder nicht. Ich tippe mal darauf das, außer der üblichen Entrüstung an Stammtischen und Internetforen rein gar nichts passiert.



In diesem Sinne, einen gesunden Abend!

S



(PS: Entschuldige den Ausflug in die Gesundheitsthematik, ich bin da glaube ich etwas durcheinander gekommen...)

geschrieben von

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