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Smiley Re: Verschreibung von KG und Hilfsmitteln
Hallo,



auch wenn ich Dich auf keinen Fall zum "Beschummeln" anstiften möchte, brauchst Du Dir Keine Sorgen machen!



Du könntest zu 10 Ärzten gehen und Dir jedesmal KG verschreiben lassen. Es ist absurd, aber es ist so. Daher sollen ja auch andere Chipkarten eingeführt werden, auf denen jede Verordnung gespeichert wird.



Bisher ist es so, daß Deine Krankenkasse es nicht einmal mitbekommt, wenn Du im Quartal zu 100 Ärzten gehst. Es sei denn, sie hätte einen konkreten Verdacht und würde jeden niedergelassenen Arzt einzeln anschreiben und befragen.



Niedergelassene Ärzte rechnen nicht direkt mit den Krankenkassen ab, sondern mit der Kassenärztlichen Vereinigung.



Jede Kasse zahlt für jeden ihrer Mitglieder einen Pauschaulbetrag in den Topf der KV. Egal ob Du zum Arzt gehst oder nicht. Deine Kasse erfährt es nicht einmal.



Interessanter Weise ist der Pauschalbetrag von Kasse zu Kasse unterschiedlich. Warum das so ist, ist mir nicht verständlich. Die BKKs zahlen mit Abstand am wenigsten in den gemeinsamen Topf, daher sind sie auch recht unbeliebt bei den anderen Kassen.

Die Einzelpauschale ist aber für alle Kassen recht niedrig.



Theoretisch ist Dein Arzt frei zu entscheiden wie oft Du eine KG-Behandlung erhalten sollst. Praktisch ist er es leider überhaupt nicht.



Die Leistungen sind "gedeckelt", daher für Krankengymnastik steht dem Arzt im Quartal ein bestimmter Betrag zu, den er nicht überschreiten darf.

(Das ist etwas vereinfacht ausgedrückt, aber sonst wird es noch kompliziertet.)



Hinzu kommt, daß er Dir in der Regel zunächst nur 6 (7) Behandlungen verordnen darf. Vor nicht allzulanger Zeit waren es noch 10 Sitzungen.



Jede weitere Periode muß er begründen, warum diese notwendig ist.



Bei richtiger Indikation und Begründung kann das natürlich sehr ausgedehnt werden. Da kannst Du 100 oder mehr Behandlungen bekommen.



Das Problem aus Sicht des Hausarzt besteht darin, daß er nur einen bestimmten Betrag für KG ausgeben darf.



Nun gibt es Patienten, die haben sich etwas verlegen und die Halswirbelsäule oder der Rücken schmerzt. Und es gibt Patienten, die hatten einen Schlaganfall oder einen schweren Unfall mit gebrochen Beinen.



Beide wollen KG aber für beide gibt es nur ein gemeinsames Budget.



Wem würdest Du die KG verschreiben?



Von all dem abgesehen, wenn Dir Dein Arzt KG verschreibt, muß Du dafür auf keinen Fall haften. Das liegt allein in der Verantwortung des Arztes. Du bist auch nicht verpflichtet, Deinem Arzt alles zu erzählen.



Aber jeder sollte bedenken, daß das, was ich zuviel bekomme, andere zu wenig bekommen. Da ist einfach Verantwortung für alle gefragt.



Einlagen bekommst Du in der Regel alle zwei Jahre. Es sei denn, Deine Füße haben sich geändert oder die Einlagen sind unbrauchbar geworden. Das geht natürlich nicht jeden Monat. Sporteinlagen mußt Du meist selbst bezahlen. Das ist wieder von Kasse zu Kasse unterschiedlich.



Es macht ja die Verwirrung, auch für die Ärzte, komplett, daß die einzelnen Kassen auch noch unterschiedliche Leistungen haben, selbst wenn die Leistungen aus dem KV-Topf bezahlt werden.



Der Haftbare ist immer der Arzt, was natürlich absurd ist.



Es ist kaum glauben, aber niemand führt Buch darüber, was der einzelne Patient so insgesamt aus dem "Medizintopf" bekommt.



Ich hoffe, ich konnte Deine Fragen klären, und Du bist nicht zu verwirrt durch die Antworten.



Elias








"Es gibt keinen Grund dafür, daß jemand einen Computer zu Hause haben wollte."
Ken Olson, Präsident von Digital Equipment Corp., 1977



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