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Smiley Re: Warum Drehmoment plus Drehwinkel?
Hallo Fragewurm,



Eine Schraube ist ein federndes Element. Federn kann die Schraube

aber nur optimal, wenn sie auf ca. 70-95% (üblicherweise) der

Streckgrenze (elastisch) angezogen wird (bester bzw. einziger

Schutz ohne Klimbim vor Losdrehen). Wird sie zu stark angezogen

(überelastischer Anzug), längt sie sich bleibend (schnürt sich

u.U. sogar ein) und die Vorspannung ist flöten. Wird sie zu

gering angezogen bzw. Vorspannung zu gering, ist nicht genügend

Vorspannung da und die Schraube lockert sich und löst sich bzw.

Dauerbruch erfolgt. Das liegt daran, daß die Schraube entlang

ihrer schiefen Ebene (aufgewickelte Windung ergibt Dreieck)

runterrutschen will. Daher ist Lösemoment IMMER niedriger

(ca. 20%) als Anzugsmoment. Anzugsmoment hängt neben Schraubengüte

und Abmessung hauptsächlich vom Reibbeiwert ab. In 1. Näherung

50:50 Gewindereibung zu Kopfauflagereibung. Wenn also Schraube

eingeölt wird, sinkt Reibbeiwert mü und damit Anzugsdrehmoment.

Normalerweise mü = 0.12 - 0,14. Stellt Euch eine Kiste vor, die

auf der schiefen/ schrägen Ebene hochgezogen werden soll. Je glatter

die Strasse, desto leichter gehts. Wenn Schraube eingölt wird,

unbedingt geänderten Reibbeiwert beachten!!! Sonst gibts Schadensfall

Im Motorenbau wird sehr wohl deutlich bis in den Bereich der

Streckgrenze hinein angezogen, also in den überelastischen Bereich.

Beim Schrauben in der Industrie mit Robotern werden heute

ganze Anzugs-Strategien angewendet:

Einschrauben mit konstanter Drehzahl,

Anziehen mit definiertem Drehmoment,

dann noch um einen definierten Winkel

(ein paar Grad) weiterdrehen.



So wird die Anleitung also gemeint sein, ahnlich der Startegie beim

Hersteller wo Roboter schrauben.

Gruß



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