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Smiley Kompatibilität MP3-Format (für an ausführlicher Information interessierte)
1. Es wäre auch möglich gewesen, dass die Ursache beim Tag liegt, weil es inzwischen zahlreiche Varianten des ID3-Taggings gibt, und längst nicht alle Player sind zu jeder Variante kompatibel. Es wäre auch denkbar, dass das zum Entfernen des Tag benutzte Programm das Tag nicht rückstandsfrei entfernt.



2. Wenn Du das Problem durch Umwandeln in WAV und anschießendes erneutes Erzeugen einer MP3 umgehen kannst, käme immer noch das ID3-Tag als Ursache in Frage, weil das originale Tag nicht in die WAV-Datei übernommen wird und demzufolge in der neuen MP3-Datei nicht mehr vorhanden ist. Wenn diese Datei wieder ein Tag enthält, ist es beim Erzeugen aus dem Dateinamen (oder nach Deinen Angaben) erstellt worden.



3. Wahrscheinlicher ist aber, dass die Originaldatei mit einer Bitrate kodiert wurde, welche der MP3-Player nicht abspielen kann. Die Bitrate einer Datei wird beim Abspielen im WinAmp ("KBPS") und vielen anderen Wiedergabe- und Tag-Programmen angezeigt. Ebenso wie bei den unterschiedlichen Tag-Formaten, können auch nicht alle Player sämtliche Bitraten wiedergeben. Informationen über die unterstützten Bitraten findest Du in der Anleitung des Gerätes. Sollte der Player nicht mindestens von 32 Kbit bis 320 Kbit unterstützen, würde ich empfehlen, zu versuchen es beim Händler gegen ein besseres umzutauschen, weil dieser Bitraten-Bereich dem MP3-Standard entspricht und daher grundsätzlich unterstützt werden sollte. Ansonsten wirst Du noch sehr häufig auf dieses Problem stoßen. Außerdem können viele MP3-Player nur die standardisierten Bitraten wie 96, 112, 128, 144, 160, 192, 224, 256 Kbit/s usw. abspielen, mit einigen Kodierprogrammen lassen sich aber auch dazwischen liegende (ebenfalls nicht ISO-konforme, siehe 6.) Bitraten erzeugen, die dann nicht jedes Gerät und Programm wiedergeben kann. Feste Bitraten mit dazwischen liegenden Werten dürfen allerdings nicht mit dem Duchschnittswert variabler Bitraten verwechselt werden.



Wenn der MP3-Player laut technischen Daten nur weniger als 320 Kbit/s unterstützt, könnte es allerdings dennoch möglich sein, dass er zu höheren Bitraten kompatibel ist, dass heißt die Titel dennoch wiedergeben kann. Müsstest Du mit einer in so hoher Bitrate kodierten Datei ausprobieren, falls nicht eindeutig angegeben. In diesem Fall würde die Angabe der niedrigeren Bitrate bedeuten, dass der Player bei höheren Bitraten nicht die damit normalerweise verbundene höhere Qualität unterstützt, also zum Beispiel trotz Abspielen einer Datei mit 320 Kbit/s die Wiedergabequalität des Players nur 256 Kbit/s entspricht, wenn beispielsweise dies als maximal unterstützte Bitrate angegeben ist. Das liegt daran, dass die für höhere Qualität nötige vollständige Dekodierung der Daten einen schnelleren Prozessor erfordern würde. Wie bereits betont, kann es aber ebenso vorkommen, dass ein Player das Abspielen von Titeln mit einer höheren Bitrate völlig verweigert.



4. Häufig treten bei MP3-Playern Probleme mit Titeln auf, die in variabler Bitrate kodiert sind. Dabei ist als Ursache ebenso eine Überschreitung der maximal unterstützten Bitrate durch die einzelnen Frames möglich. (Abspielprogramme zeigen aber häufig die durchschnittliche Bitrate an (lässt sich beim WinAmp einstellen, wenn ausgeschaltet, ändert sich die Bitraten-Anzeige beim Abspielen ständig), während dieser Wert jedoch nicht ausschlaggebend ist, weil jedes Frame mit einer anderen Bitrate kodiert wird. Entscheidend ist dabei vielmehr die höchste Bitrate, die bei den einzelnen Frames erreicht wird.) Weiterhin ist es möglich, dass der Player nicht (ausreichend) zu Dateien mit variabler Bitrate kompatibel ist. Dies gilt beispielsweise auch für den Windows Media Player, dessen Komponente für die Anzeige der Bitraten im Explorer von Windows XP verantwortlich ist, weil dieser bei variabler Bitrate viel zu hohe vollkommen unsinnige Werte (beispielsweise 768 Kbit/s) anzeigt. (Zum Vergleich die Bitrate von WAV, welche 1440 Kbit/s beträgt.)



5. Weitere Fehlerursache kann darin bestehen, dass der Player Dateien mit variabler Bitrate nur dann wiedergeben kann, wenn sie das sogenannte Xing-Tag enthalten. Ebenso kann ein fehlerhaftes Xing-Tag den Fehler verursachen. Dieses Tag wird in der Regel zusätzlich zum ID3-Tag in die Datei eingefügt und ist für mit der variablen Bitrate zusammenhängende Informationen bestimmt, die nichts mit dem ID3-Tag zu tun haben. Die Erzeugung des Xing-Tags lässt sich jedoch bei einigen Kodierprogrammen unterdrücken oder wird garnicht erst unterstützt. Es gibt Tag-Programme, mit denen es möglich ist, dieses Xing-Tag nachträglich zu Dateien hinzuzufügen oder das bereits vorhandene, jedoch fehlerhafte Xing-Tag zu berichtigen. Die erforderlichen Informationen für dieses Tag können dabei automatisch aus der Datei ausgelesen werden. Ferner wäre es denkbar, dass der MP3-Player stattdessen nicht kompatibel zu Dateien mit Xing-Tag ist.



6. Das originale MP3-Format des Fraunhofer-Codecs muss eigentlich den Bedingungen einer ISO-Norm entsprechen, wobei sich jedoch bei unabhängig vom Fraunhofer-Institut entwickelten Codecs das Abweichen von einigen Bedingungen eingebürgert hat, weil sie bloße die mögliche Leistungsfähigkeit beschränkende Festlegungen sind, deren Einhaltung aufgrund der Arbeitsweise der Dekodieralgorithmen für die Kompatibilität jedoch nicht zwingend erforderlich ist. Einige Player kommen jedoch aufgrund interner Besonderheiten oder weil sie bei der Überprüfung der Normgerechtigkeit der Daten zu streng sind, nicht mit Dateien klar, die nicht "strictly ISO-conform" kodiert sind.



7. Es ist möglich, MP3-Dateien mit einer für jedes Frame berechneten Prüfsumme versehen zu lassen. Ein durch beschädigte Daten auftretender Prüfsummenfehler, oder durch fehlerhaftes Kodier- oder Dekodierprogramm falsche (Vergleichs-)Prüfsumme - auch das ist schon vorgekommen, kann ebenfalls zu Problemen führen (deshalb verzichte man in der Regel auf die CRC-Erzeugung beim Erstellen von MP3). Bei einem tatsächlichen Datenfehler, der durch die CRC-Überprüfung erkannt wird, wäre allerdings ein Abbruch der Wiedergabe beim ersten fehlerhaften Frame wahrscheinlicher.



8. Du solltest beachten, dass beim Umwandeln in WAV und anschließender Erzeugung einer neuen MP3 die ursprüngliche Qualität der Originaldatei verlorengeht. Das ist wichtig, falls Du auf die Idee kommst, das Original zu löschen, weil sich der in einer bestimmten Datei entstandene Qualitätsverlust natürlich nicht mehr durch deren erneutes Umwandeln in eine höhere Bitrate rückgängig machen lässt - ebensowenig wie eine Grammaphonaufnahme durch Brennen auf CD wie moderne Studioqualität klingen kann.



Denn die Kodierung in MP3 ist stets mit Verlusten an originalen Signalinformationen verbunden, die zwar bei sehr hohen Bitraten nicht mehr hörbar sind. Deshalb fehlen auch bei einwandfreier Qualität in dem aus der ursprünglichen MP3 dekodierten Signal bereits Informationen, die bei der Erzeugung der ursprünglichen MP3 noch aus der ursprünglichen WAV-Datei gewonnen werden konnten. Durch das Fehlen dieser Signalinformationen der ursprünglichen WAV-Datei, aus der die ursprüngliche MP3 kodiert wurde, kann die Berechnung einer neuen MP3 aus dem noch übrigen Signal der ursprünglichen MP3 sogar bei derselben wie ursprünglichen Bitrate nicht die Qualität der ursprünglichen MP3 erhalten. Auch bei Bitraten, bei denen die Signalverluste bei erstmaliger Kodierung aus den originalen WAV-Daten nicht wahrnehmbar sind, können so hörbare Qualitätseinbußen entstehen. Durch jeden Umwandlungsvorgang entsteht wieder zusätzliches mit Rauschen vergleichbares umrechnungsbedingtes Störgeräusch, welches sich in den fortgesetzt hin- und hergewandelten Klangdaten aufsummiert.



Darüberhinaus hast Du aber ganz gewiss mit viel niedrigerer Bitrate kodiert, nämlich mit den standardmäßigen 128 Kbit/s, wodurch natürlich sämtliche Qualität einer ursprünglich höheren Bitrate unwiderruflich verlorengeht.



9. Der Windows Media Player zeigt die Daten trotz gelöschtem Tag weiterhin an, weil die Informationen in einer internen Datenbank parallel gespeichert werden. Dies ist sinnvoll, um Titel anhand von bestimmten Tag-Informationen suchen zu können. Denn ansonsten müsste das Programm sämtliche Tags unmittelbar in den Dateien durchsuchen, was bei großen MP3-Sammlungen auch bei schnellen Festplatten erhebliche Wartezeiten verursachen würde. Offenbar erkennt der Windows Media Player beim nächsten Öffnen der Datei nicht automatisch, dass das Tag gelöscht wurde. Allerdings gibt es eine Funktion, um die Information in der Datenbank aus den Tag-Daten zu aktualisieren. Außerdem besteht die Möglichkeit, den Eintrag des Titels aus der sogenannten Medienbibliothek zu entfernen. Dabei werden die Tag-Informationen aus der Datenbank gelöscht, so dass sie beim erneuten Öffnen des Titels nicht mehr verfügbar sind.








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