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Smiley Keine.
Bis dato gibt es noch keine einheitlichen Testkriterien. Jedes Magazin wurstelt sich seine eigenen zusammen, benutzt eigene Anordnungen, Testtafeln und Testparcours. Hinzu kommen die höchst unterschiedlichen Gewichtungen: Legt der Eine größten Wert auf Schärfe, so räumt der andere eher einem guten Rauschverhalten Priorität ein. Zudem haben auch die "Tester" unterschiedliche Ausbildungen, vom einfachen Volontär bis hin zum gelernten Netzwerktechniker bei einer PC-Zeitschrift, der nun Digitalkameras testet. Auch hat jede Redaktion bzw. jedes Magazin so seinen "Lieblingshersteller", beim FotoMagazin etwa Leitz und bei der Colorfoto zB Sony. Desweiteren hat es sich leider seit geraumer Zeit eingebürgert, dass die "Tester" die von den Firmen zur Verfügung gestellten und getesteten Geräte bei einem positiven Fazit nicht mehr zurückgeben müssen.

In Anbetracht all dieser Umstände sind auch die Testergebnisse fast immer verschieden, widersprechen sich teilweise eklatant.



Zu den "Tests" selbst:

Das Abfotografieren einer an die Wand gepappten Testtafel bringt bezüglich einer Aussage über die Bildqualität so gut wie nix, ebensowenig irgendwelche Objektivdiagramme. Denn 95% aller Digitalfotos von Kompakten werden im Freien, bzw. zu einem kleineren Teil auch in unterschiedlich beleuchteten Innenräumen gemacht. Bei den DSLRs sieht es ähnlich aus. Diese "Realbedingungen" lassen sich in einem Testlabor nicht simulieren, weswegen sich auch gestandene Profis über diese Art von Tests scheckig lachen.



Zuguterletzt: Fotozeitschriften - gleich wie sie heißen - leben von Anzeigen und Abos. Da die Abos aufgrund der vielen Neuerscheinungen in den letzten 2 Jahren stark zurückgingen, hat das Anzeigenaufkommen Priorität. Und weil sich viele um Anzeigen reißen, wird eifrig nachgeholfen, um welche zu bekommen.

Nicht zuletzt deswegen werden in fast allen Tests nur sehr dezent die Schwächen aufgelistet. Und wenn, dann oft auch nur in milder Form und von jenen Geräten, deren Hersteller keine oder nur wenige Anzeigen schalten.



Ich kenne derzeit nur zwei Magazine, die ziemlich objektiv testen:

Zum einen die Stiftung Warentest, die ihre Testkameras anonym in einem x-beliebigen Laden kauft und anzeigenunabhängig ist. Doch sind deren Tests etwas zu spartanisch und beschränken sich auf die notwenigsten Aussagen.

Zum andern die ct, die fast gnadenlos alle Schwächen auflistet und dabei auch immer wieder gegen den dämlichen Trend zu immer kleineren (und billigeren) Chips mit immer mehr Pixeln zu Felde zieht. Und auch gegen das damit verbundene Rauschen. Zwar fotografiert auch die ct eine Testtafel, ergänzt dies jedoch durch sehr viele Außenaufnahmen bei unterschiedlichen Bedingungen.



Der mit Abstand beste Test ist immer noch der eigene. Sprich vor Ort Aufnahmen machen und schauen, wie sie sind. Denn jeder hat bezüglich der Bildqualität andere Vorstellungen und Wünsche. Der eine mag schon eine in der Kamera erzeugte knackige Schärfe, der andere eher eine sehr maßvolle, die noch Raum zum Bearbeiten bietet. Der eine mag ein Superzoom und nimmt deswegen einen winzigen Chip und eine schlechte Optik in Kauf; dem anderen genügt ein gutes 3-fach-Zoom, dafür aber mit vernünftig großem Chip. Und wiederum andere mögen Nikon-Produkte, oder nur die von Canon.




Salvo errore et omissione (Mit Vorbehalt von Irrtum und Auslassung)

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