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Smiley Quantisierungsrauschen
Wenn Dein Soundblaster mit 16 bit sampelt und an den Computer übermittelt, beträgt die Auflösungsgrenze -92 dB, es darf also nur ein Quantisierungsrauschen mit genau diesem Pegel entstehen. Ein Quantisierungsrauschen von -41 dB würde ja vermuten lassen, dass nur mit 8 bit gesampelt wird!!! (ist nämlich die entsprechende Auflösungsgrenze!!!)



Leider fehlen mir die technischen Erfahrungen, um die von Dir eingesetzten Geräte zu beurteilen. Allerdings kann ich erkennen, dass es sich um einen digitalen Vorverstärker mit einer Auflösung von 24 bit und einer Samplingfrequenz von 96 kHz handelt, falls die Bezeichnung 24/96 kein Etikettenschwindel ist, was mich auch überhaupt nicht wundern würde.



Bei diesen hohen Eckdaten würde man eigentlich kein Quantisierungsgeräusch erwarten. Da das Mikrofonsignal durch den Vorverstärker zunächst digitalisiert und am Ausgang wieder in ein analoges gewandelt wird, welches dann von der Soundkarte wieder gesampelt wird, fürchte ich aber, dass es durch die mehrfache A/D- und D/A-Wandlung zu Überlagerungen der Quantisierungsgeräusche und Interferenzen der Samplefrequenzen kommt und sich dadurch eine resultierende Quantisierungsstörung von -41 dB ergibt. Möglicherweise verursacht durch den Unterschied der Auflösungen von 24 bit und 16 bit um genau 8 bit. Es sei denn, der Soundblaster sampelt ebenfalls mit 24 bit oder ist über eine digitale Schnittstelle angeschlossen.



Durch die Grenzfrequenzen der Samplingfrequenzen von 96 kHz bzw. evtl. nur 44 kHz entstehen Oberwellen jenseits der jeweils halben Samplingfrequenz, deren Unterschwingungen durch die Auflösungsgrenze verzerrt werden, so dass sie bei der erneuten Konvertierung des Signales als andere zusätzliche Unterschwingungen im Signal auftauchen, wodurch weitere Quantisierungsstörungen hinzukommen.



Das Quantisierungsrauschen lässt sich durch Überlagerung mit echtem Rauschen nicht direkt beseitigen. Aber indem man ein Rauschen mit einem Pegel ungefähr in Höhe der Auflösungsgrenze, die hier -41 dB zu betragen scheint, oder etwas mehr hinzufügt, wird das Quantisierungsrauschen so mit dem hinzugefügten Rauschen vermischt. Dadurch einsteht ein Rauschen mit einem höheren Pegel als -41 dB, welches jedoch andere Eigenschaften als das ursprüngliche Quantisierungsrauschen hat und sich daher weniger störend auswirkt. Das originale Quantisierungsrauschen ist immer noch vorhanden, jedoch durch das hinzugemischte Rauschsignal im Verhältnis zum resultierenden Gesamtrauschen geschwächt. Durch diesen Trick wird der Geräuschabstand der Qunatisierungsstörung vom hinzugefügten Rauschen in die Nähe der oder über die Hörschwelle benachbarter Signale erhöht und der Wahrnehmung seines charakteristischen Störmuster entzogen.



Fügt man stattdessen das Überlagerungsrauschen" bereits dem analogen Signal vor dessen A/D-Wandlung hinzu, wirkt es auch bereits mit Pegeln unterhalb der Auflösungsgrenze.



Eine weitere Möglichkeit, das Quantisierungsrauschen zu vermindern, besteht im sogenannten Dithering des Signales, welches als Nachbearbeitung an dem digitalisierten Daten erfolgt.



Eine weitere Ursache für die Störung könnte von einem in dem Verstärker bereits integrierten (vermutlich digitalen) Noisegate oder Noiseshaper herrühren, welcher auf für die Ausgangsspannung des Mikrofons ungünstige Werte vielleicht fest eingestellt ist. Könnte man eingebaut haben, um den in den glänzenden Werbeprospekten (oder kunterbunt blinkenden Internetseiten) versprochenen Rauschabstand zu erreichen (beim Gate natürlich nur scheinbar, weil in dem Signal oberhalb des Tresholds das Rauschen natürlich unberührt bleibt).



Wenn ein Cut überhaupt helfen kann, würde ich Abhilfe durch einen High Cut für wahrscheinlicher halten als durch einen Low Cut. Denn Knacken ist in Wirklichkeit mit hochfrequenten Oberwellen verbunden, welche das Geräusch verursachen. Außerdem sind die durch die Auflösungsgrenze verursachten Störgeräusche ja wie Treppenstufen zwischen den einzelnen Samples, und da die Samples ja mit der hohen Samplingfrequenz aufeinanderfolgen, steigt der Pegel des Störsignals um so mehr, je höhere Frequenzen gesampelt werden. Ändert sich das Signal dagegen mit einer niedrigeren Frequenz, dann sind natürlich die aufeinanderfolgenden Treppenstufen in ihrer Stufenhöhe nicht so weit voneinander entfernt, weswegen weniger Oberwellen und damit weniger Störpegel entstehen.






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