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Smiley Re: Milchpumpe(vorsicht längerer Text)
Hallo Dani, also ehrlich ich habe dein posting gelesen und es kommt mir so vor, alsob du meinst du hättest die alleinige Methode gepachtet wie man Kinder gross bekommt.



Deine Schwester hat ein zweites Kind bekommen, ist so unfähig wohl auch nicht denn das erste Kind scheint sich ja bester Gesundheit zu erfreuen.



Ich habe jahrelang Stillberatung beim Kinderschutzbund gemacht und sehe nicht soviel "Falsches" im Verhalten deiner Schwester. Das Kind ist 2 Wochen alt, fällt also noch unter "Neugegeborenes", ich habe damals in meiner Ausbildung gelernt, dass Neugeborene nicht genug Körperwärme und "Brust" bekommen können.



In einer Stillperiode von gerade mal zwei Wochen hat sich weder ein Stillrythmus noch eine gehaltvolle Milch eingependelt, bzw. gebildet. Das wird sich alles finden.



Eine Milchpumpe macht kein Gewebe kaputt, geschweige denn spaltet es Brustwarzen, denn man kann die Vakuumkraft einstellen, und bevor man Gewebe beschädigen könnte, tut es so weh, dass man die Saugkraft automatisch herunterfährt.



Eine Milchpumpe ist nur nötig wenn man ein Frühgeborenes oder ein Kind mit einer akuten Saugschwäche hat, denn die Milchpumpe wird sehr schnell dazu beitragen, dass deine Schwester nicht mehr stillen kann, weil die Milch zurückgehen wird.

Für einen kleine Vorrat einfrieren reicht auch eine manuelle Pumpe und die macht schon gleich garnichts "kaputt".



Das Nahrungsangebot zwischen einer Wöchnerin und ihrem Kind ist feinst geregelt und sollte nicht durch künstliche Abmelkmethoden gestört werden, vorallem in der sehr diffizilen Phase bis zur sechsten Lebenswoche. Das ist eine Symbiose die sich in dieser Zeit bildet und bilden muss, sonst geht die Milch schnellstens zurück, deswegen sollte in der Zeit auch nicht zugefüttert werden.



Das Herausnehmen und "Unruheschaffen" deiner Schwester mit dem Säugling müsste man beobachten, aber etwas "krankhaftes" kann ich jetzt nicht so erkennen, aber es ist auch nur Posting. Jeder sieht das was er sehen will. Früher hat man Kinder anders ernährt und anders erzogen. Ob das immer die richtige Methode war kann man so nicht sagen.



Tatsache ist, dass ein Stillrythmus sich erst einspielen muss und in der jetztigen Fase die Muttermilch nicht so lange vorhält wie z. B. die Flaschenernährung, die aus Kuhmilch besteht und die Kinder "vollstopft". Leider ein aus Unwissenheit oftmals gewünschter Effekt, so kann man einen 4 Stunden Rythmus einhalten, das ist praktisch für die die das Kind versorgen müssen, hat man doch vier Stunden Ruhe,weil das unreife Verdauungssystem alles zu tun hat um diesen Brocken an Fremdmilch zu verdauen.



Für das Kind (und die Mutter) ist stillen sinnvoller und gesünder, weil es eine artgerechte Ernährung ist. Es ist die richtige Milch für die Spezies, nämlich dem Menschen - wir haben ja keine Kälber auf die Welt gebracht.



Es wird NIE einen adäquaten Ersatz für Muttermilch geben, auch wenn die Werbung noch so viel adaptierte Milch mit ihren Werbesprüchen an den Mutter zu bringen versucht. Feiste rosige Kinder sehen objektiv erstmal "gesünder" aus als häufig die zarteren Stillkinder.



Die Stillbeziehung die deine Schwester aufzubauen versucht, sollte unterstützt werden und nicht durch die grosse Schwester unterminiert werden. Deine Schwester mag für dich unsicher erscheinen, aber sie will stillen - und das finde ich sehr lobenswert, dass sie nicht den "einfachen" Weg gehen will, sondern ein Bonding aufbauen will. Das gehört gefördert. Jeder Stress wird in dieser Fase unweigerlich die Milch zurückgehen lassen und alle Kritiker können sich selbstzufrieden zurücklehnen und sagen: "siehst du - hab ich doch gleich gesagt".



Auch wir Mütter in unserer zivilisierten Welt HABEN GENUG MILCH um unseren Kindern in diesem Alter die beste, hygienischtste und liebevollste Ernährung mitzugeben die sie bekommen können. Eine gute Gesundheit, ein gut ausgebildeter Kiefer und fröhliche in sich ruhende Kinder sind ein Ergebnis des Stillens.



Wenn du dir Sorgen um deine Schwester machst, was ich von einem Posting nicht beurteilen kann (vielleicht hat sie eine Postnatale Depression), kannst du ihr Adressen von der "La Leche Liga" oder von örtlichen Stillgruppen besorgen in jeder Kleinstadt gibt es sowas. Ausserdem solltest du nachfragen ob sie regelmässig zu den Vorsorgeuntersuchungen geht, dort werden die Kinder gerade von Müttern die Stillen sehr gut begleitet und untersucht. Sollte deine Schwester nicht dorthin gehen, weil sie z.b. keine Betreuung für das ältere Kind hat, so könntest Du das übernehmen. Aber Kritik und Besserwisserei ist hier fehl am Platz, was sie braucht ist eine angenehme und liebevolle Umgebung in der sie unterstützt und bestärkt wird.



Gruss





Azo.




In der moralischen Entrüstung schwingt auch immer die Besorgnis mit, vielleicht etwas verpasst zu haben

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