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Smiley Die Probleme liegen wohl tiefer
Hallo Dani,



ich will mich ausdrücklich der Meinung von tubes-daisy anschließen, dass es über den richtigen Umgang mit Neugeborenen durchaus unterschiedliche Auffassungen gibt und es am Ende darum geht, dass eine ganz bestimmte Mutter und ein ganz bestimmtes Baby sich aufeinander einspielen und miteinander klarkommen.

So kam z.B. keines meiner fünf Kinder im Alter von zwei Wochen mit nur sechs oder gar fünf Stillmahlzeiten in 24 Stunden aus; mein jüngster Sohn hatte starke Reflux-Probleme und konnte nach den Mahlzeiten nicht sofort "abgelegt" werden usw. usf.



Aber bei deiner Schwester scheint es um etwas anderes zu gehen. Wenn ich es recht verstehe, ist sie unzufrieden mit der Situation, will und kann sich aber schlecht helfen und raten lassen, weil sie "kein Gefühl" für ihren Umgang mit dem Baby hat.

Mit Kindern unter zwei Jahren könne sei nichts anfangen, schreibst du. Dahin passt auch ihre Abneigung gegen Stillgruppen.

Die Beziehung zu einem Säugling und besonders zu einem Neugeborenen ist etwas sehr Intimes, das alle möglichen Unsicherheiten und Komplexe bei einer Frau zu Tage fördern kann. Wer sich innerlich gegen eine Kommunikation sperrt, die eben nicht mit Worten stattfinden kann, sondern durch Aufmerksamkeit für die wirklichen Bedürfnisse des anderen, durch Blicke, Gesten und Berührungen, der ist innerlich nicht sicher, ob er wirklich geben kann und will.

Ich habe mit meinen Söhnen allerhand Sorgen und Probleme gehabt in den ersten Lebenswochen. Mein zweiter Sohn musste für drei Wochen ins Krankenhaus und das Geräusch der elektrischen Milchpumpe habe ich noch heute im Ohr ;-) Aber ich kann mir gar nicht vorstellen, was hätte passieren müssen, damit ich ein so kleines Baby freiwillig jemandem für mehr als ein paar Stunden überlassen hätte!



Ich weiß nicht, ob du deiner Schwester helfen kannst. Vielleicht kannst du sie mal ganz ruhig darüber befragen, wie sie sich ihr Zusammenleben mit dem Baby denn wünschen würde. Das könnte evtl. dazu beitragen, dass sie etwas in Kontakt mit ihren Gefühlen in Bezug auf die Situation kommt.

Es ist ein Unterschied, ob ich als Mutter aus einer selbstbewussten Haltung heraus darauf achte, dass meine eigenen Bedürfnisse nicht völlig unter den Tisch fallen oder ob ich Probleme damit habe, dass das Baby mich braucht, weil ich mich selbst wie ein Kind fühle, das nicht zu kurz kommen will!

Wenn deine Schwester ein einigermaßen sicheres Gefühl dafür entwickelt, wie es ihr in der Beziehung mit dem Baby geht, was sie sich wünscht und sich zutraut, sollte es besser werden :-)



Grüße, Serenity












"Wenn jeder dem anderen helfen würde, dann wäre uns allen geholfen." (Marie von Ebner-Eschenbach)

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