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Smiley Lösung des Literraturrätsels
Es ist etwas spät geworden, aber der Abend gehört ja auch noch zum Mittwoch.



Es handelte sich um folgenden Roman:



Der Ring schließt sich

von

Knut Hamsum.



Der Titel wird manchmal schriftsprachlich verwendet, wenn ein ringförmiges Vorhaben abgeschlossen wird: Wenn z.B. das letzte Teilstück eines Autobahnringes oder eines Mauerwerkes, das Mensche trennt, fertig stellt wird, dann lautet die Schlagzeile: Der Ring schließt sich. Außerdem wird es auch im übertragenen Sinne verwendet. Der große Duden schreibt dazu: Die Sache findet ihren Abschluss, indem man zum Ausgangspunkt zurückkehrt.



Zum Autor:

Knut Humsum wurde vor allen durch sein Veröffentlichungen in Deutschland bekannt. Für seinen Roman Segen der Erde bekam er 1920 den Literaturnobelpreis. Er war ein Feind Englands, wie er sagte, und ein Freund Deutschlands, aber auch des nationalsozialistischen Deutschlands. Als die Deutschen Norwegen besetzten, rief er seine Landsleute dazu auf, die Waffen niederzulegen, denn die Deutschen würden den englischen Imperialismus bekämpfen. Das haben sie ihm nicht verziehen und ihn nach dem Krieg in eine psychiatrische Anstalt gesteckt, wo er allerdings noch ein Buch schrieb.



Zum Inhalt:

Abel (A2), die Hauptfigur des Romans, wuchs in einer kleinen norwegischen Hafenstadt als Sohn eines Leuchtturmwärters, eines früheren Kapitäns, und einer Mutter, die dem Alkohol verfallen war, auf. Er fand unter den gleichaltrigen Schülern und den Mädchen, wovon er eines besonders beeindrucken wollte, nicht die Anerkennung, die er sich ersehnte , was auch mit der abseits gelegenen Wohnung auf dem Leuchtturm zusammenhing ,aber auch auf seinem ärmlichen Aussehen beruhte. Denn sein Vater hielt ihn knapp, was die Kleidung anbetraf, obwohl man munkelte, dass er zwei dicke Sparbücher besäße, was sich nach seinem Tode auch zum Teil bestätigte. Nach der Volksschule ging er auf See, den Vorstellungen seines Vaters entsprechend. Bald kam ein Brief von Neuseelland, dass er dort die Seemannschule besuche, kurz danach aber einer von Kanada, wo er in einem Sägewerk arbeitete und Aufstiegschancen sah, dann ein Briefe von hier und von da und von dort. Er hielt es nirgendwo lange aus.



Als er dann mal in seine Heimat zurückkehrte, prahlte er mit seinen Abenteuern und Erlebnissen in Amerika, und seine ehemaligen Kameraden, wovon einige schon verlobt oder verheiratet waren, hörten staunend zu. Aber er war ja noch jung. Er geht wieder nach Amerika , anfangs kommen noch Briefe , aber sehr selten – er war wohl kurz verheiratet, aber die Frau hat ihn verlassen – und dann meldete er sich nicht mehr, obwohl die Briefe seines Vater, der nun in pensioniert ist, nicht zurückkamen.



Nach Tode seines Vater kehrt er zurück und wird nun als reicher Mann in seiner neuen Kleidung hofiert, die aber bald verschlissen und fleckig wird. E selbst verbraucht nicht viel Geld, hilft aber jeden und bürgt auch für den einen oder andern und eine Bürgschaft wird ihm auch untergeschoben, aber er wehrt sich nur kurz dagegen. Das ist ja alles zu anstrengend.



Wenn es aber mal auf etwas ankommt, dann kann er auch die richtigen Entscheidungen treffen und die Initiative ergreifen, wie bei der in den Textausschnitten geschilderten Rettung eines Sägewerkarbeiters.



Bekannte wollen ihm aus verschiedenen Motiven helfen und eine Stellung verschaffen. Er wird, obwohl er kein Steuermannspatent hat, Kapitän eines Flussdampfer, eines Linienschiffes, das Milchkannen, Post, Waren, Vieh und Passagiere transportiert. Jetzt hat er eine glänzende Uniform an, läutet die Schiffsglocke, gibt Befehle - die aber nicht notwendig sind, da sich jeder auskennt -, kann mit Besatzung und Passagieren gut umgehen und verschafft dem arbeitslosen Mann seiner Geliebten an Bord eine Stellung. Er ist nun anerkannt und hat ein regelmäßiges Einkommen, ja was will er mehr.



Diese monotone Tätigkeit hat er aber bald über und verlässt nach dem Winter, ohne sich von jemanden zu verabschieden, spurlos die Stadt.

Als er dann wieder zurückkehrt, ist er völlig verarmt und kampiert in einen Schuppen mit alten Möbeln, doch manchmal wird ihm von Unbekannten etwas zugesteckt..

Als ihm ein fast vergessenes Darlehen unerwartet zurückgezahlt wird, kauft er für die Kinder seiner Geliebten, die ihn im Schuppen immer regelmäßig besucht hat, Fahrräder und kehrt mit dem Rest nach Amerika zurück.

Der Ring schließt sich.



Knut Hamsum schildert sehr genau und manchmal auch etwas drastisch die gesellschaftlichen Verhältnisse in einer kleinen norwegischen Stadt, wo ja damals das Ansehen einer Person viel stärker als heute von Herkunft, Stellung und Vermögen abhing. Das Verhalten der Mitbürger gegenüber Personen oder zwischen Eheleuten änderte sich aber sehr rasch, wenn einer die Arbeit oder Vermögen verlor, egal ob er daran schuld war oder nicht



Ich hoffe es hat euch etwas Spaß gemacht und danke Euch für die rege Teilnahme.



Mit Gruß Grusch















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