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Smiley Re: Es geht doch!
Hallo Bombadil,



nun hat sich das Ganze doch noch zu einer kleinen Diskussion entwickelt Möchte abschließend auch noch kurz meinen Senf dazugeben, obwohl ich mich eigentlich auch den politischen Diskussionen hier fernhalten wollte.



Nein, ich diskutiere gerne, auch gerne kontrovers (solange es fair abläuft). Nur hast du deine Meinung so deutlich kund getan,dass ich dachte, dass anderslautende Argumente bei dir gegen eine Betonwand stoßen würden.

Ich hab natürlich meine persönliche politische Meinung, würde mich aber generell nicht als verblendeten Fanatiker sehen. Die Wortwahl rührt hauptsächlich aus der einseitigen Stimmungsmache und den plumpen Anfeindungen her, die hier in regelmäßigen Abständen von gewissen Forums-Proleten abgelassen werden. Und da geht mir einfach irgendwann der Hut hoch.



Was mich allerdings etwas stört ist die Pauschalaussage, dass dann die Löhne zu hoch seien. Viele Probleme (z.B. die jetzigen VW-Probleme) werden durch das Management verursacht, dadurch, dass falsche Strategie-Entscheidungen gefällt werden, dadurch, dass (z.B. durch Entlassungen) die Wettbewerbsfähigkeit sinkt.

Ja und nein. Natürlich ist es nicht richtig, wenn die Leute am Band für weniger Lohn mehr arbeiten sollen, während sich das Management das überschüssige Kapital in die Tasche wirtschaftet oder den Aktionären auf dem goldenen Tablett präsentiert (Deutsche Bank).

Auf der anderen Seite muss man aber auch sagen, dass es ja nicht überall so zugeht. Viele der Firmen haben wirkliche finanzielle Probleme, die schlicht und ergreifend durch den Standort entstehen. Und bei den hier hervorgebrachten Argumenten wird in keinster Weise differenziert, da gibt es nur die "neoliberalen Arbeitsplatzvernichter" auf der einen und den "geschundenen kleinen Mann" auf der anderen Seite. Wie in einer schlechten Sozialismus-Satire.



Über das generelle Lohnniveau möchte ich mich hier lieber nicht auslassen, aber wenn man mal ins europäische Ausland blickt, dann muss man doch feststellen, dass es dem deutschen Arbeitnehmer im Vergleich immer noch recht gut geht.

Und noch zum Thema VW: die Gewerkschaften als Gegengewicht zum stets korrupten Management ins Spiel zu bringen, und dann auf VW zu verweisen, ist für mich dann schon der blanke Hohn.



Das Problem ist in Deutschland eine gesamtpolitisches.

Auch das ist natürlich richtig, und mit der Diskussion darüber könnte man problemlos ein ganzes Forum füllen. Nur soviel: man kann jammern und stänkern so viel man will, aber man muss sich leider mit der Wirklichkeit arrangieren. Viele Errungenschaften unseres Sozialstaates kommen aus einer wirtschaftlich besseren Zeit, und deshalb muss man - finde ich - akzeptieren, dass man in wirtschaftlichen angespannteren Phasen eben auch Leistungen runterfahren muss. Wenn die Kassen leer sind, dann muss der Gürtel eben enger geschnallt werden. Die Deutschen sind in dieser Hinsicht leider absolut verwöhnt und nicht fähig, mal einen Schritt zurückzutreten und zu akzeptieren, dass uns - aller Unkenrufe zum Trotz - 99% der Menschheit um unseren Wohlstand beneidet. Stattdessen verfällt ein komplettes Land in kollektives Selbstmitleid und sucht nach den Rosinen, die man nicht abbekommen hat. Und da Lebenshaltungskosten wie in Polen, Steuern wie in Irland, Gehalt wie in der Schweiz und Arbeitsregulierungen wie in Skandinavien zusammengepackt leider nicht realistisch sind, gibt es eben immer was zu meckern.



Also, Gürtel etwas enger schnallen, in die Hände spucken und vorwärts!
Gruß, Michael

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