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Smiley Re: Es geht doch!
Der Grund der Schließung war, dass das Werk nicht so profitabel ist, wie die Konzernchefs es (im Vergleich mit einem potenziell möglichen Werk in Polen) wollten. Also profitabel, aber nicht profitabel genug.



Nein, ich diskutiere gerne, auch gerne kontrovers (solange es fair abläuft). Nur hast du deine Meinung so deutlich kund getan,dass ich dachte, dass anderslautende Argumente bei dir gegen eine Betonwand stoßen würden.



Und das frustriert mich eher als dass es mich motiviert.



Klammer auf:

Aber jetzt speziell für dich ;-) doch noch eine Aussage, bevor ich mich aus der Diskussion verabschiede (ich hatte eh immer vorgehabt, politische Diskussionen hier zu vermeiden, und nun bin ich doch in eine reingerutscht ...):



Du hast Recht, dass in Deutschland oftmals (nicht immer!) Güter zu teuer produziert werden - zu teuer zumindestens für den Konsumenten, der im Mediamarkt nicht auf "Made in China" oder "Made in Germany" achtet. Was mich allerdings etwas stört ist die Pauschalaussage, dass dann die Löhne zu hoch seien. Viele Probleme (z.B. die jetzigen VW-Probleme) werden durch das Management verursacht, dadurch, dass falsche Strategie-Entscheidungen gefällt werden, dadurch, dass (z.B. durch Entlassungen) die Wettbewerbsfähigkeit sinkt.



Nicht alle, klar. Aber viele.



Das Problem ist in Deutschland eine gesamtpolitisches. Deutschland als Ganzes muss sich überlegen, wie es aus dem Schlamassel, in dem es sich zurzeit befindet bzw. in das es im Moment reinrutscht, wieder rauskommt. Ich sehe viel zu wenige Ansätze, das Problem zu lösen. Es werden zurzeit nur Symptome gelöst, wie die Leistungen der Krankenkasse zu reduzieren (in der vergeblichen Hoffnung, die Lohnnebenkosten zu senken), die Arbeitszeit zu erhöhen (um die Lohnkosten zu senken) etc.



Solche Maßnahmen mögen helfen. Aber sie sind immer nur an der Oberfläche. Es wird eigentlich nie gefragt, warum Deutschland in dieser Situation ist. Deutschland war einmal eine führende Industrienation. Deutschland, das Land der Denker und Dichter, war mal das Land der Erfinder. Es gab mal Zeiten, in denen Unternehmergeist herrschte, in denen Innovationen gesucht und gefunden wurden.



Ist jetzt nicht mehr so - oder so ausgeprägt.



Warum?



Auch ich habe keine Antwort, nur ein paar hingeschmissene Gedanken: Das Regulierungsnetz soll den Bürger schützen, aber wie weit schützt es und wie weit hindert es? Das soziale Netz ist teuer - aber wie teuer ist es mittel- und langfristig, darauf zu verzichten bzw. es zu klein und zu löchrig zu machen? (Von der moralischen Seite mal ganz abgesehen ...) Wie gerecht ist ein Steuersystem, das aus Gerechtigkeitsgründen so viele Steuersenkungsmöglichkeiten bietet, dass es schlicht auf Grund seiner Komplexität massiv ungerecht ist?



Ja, es muss sich viel ändern. Ja, es ändert sich auch viel - und mir gefällt es nicht sonderlich, wie es sich ändert, weil ich immer denke, dass es Stückwerk ist, Flickwerk, das die Probleme eher kaschiert.



Und - um auf den Ursprung der Diskussion zurück zu kommen: Die Arbeiter von AEG sind Opfer dieser verkorksten Situation. Sie können recht wenig für den Schlamassel. Sie sehen nur, dass es über 5 Mio. Arbeitslose gibt und dass es den Arbeitslosen heutzutage wahrlich nicht sonderlich gut geht und dass die Chance, als Arbeitsloser einen Arbeitsplatz zu bekommen, recht gering ist.



Und sie sehen, dass sie höchstwahrscheinlich bald auch arbeitslos sind. Und eine solche Aussicht ist scheiße. (Entschuldige bitte meine Wortwahl.)



Klammer zu.



Gruß Bombadil

geschrieben von

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