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Smiley An alle: Lasst uns auf den Punkt kommen!
An alle eifrigen Beantworter und Frager:



Bei gewerblich genutzten Küchen mit einer Summe der elektrischen Geräte-Anschlussleistungen von mehr als 25 kW ist die VDI 2052 bei raumlufttechnischen Anlagen für Küchen maßgebend.

Viele dort genannte Fakten sind auch für kleine Küchen nützlich, werden aber dort meistens nicht berücksichtigt, weil sie möglicherweise der Optik schaden.

Dazu ein paar Details:



1. Nimmt man einen ungestörten (z.B. durch Querströmung / Zugerscheinungen), also senkrechten Wrasenstrom an, wird der Abzug über Hauben mit steigender Höhe zwischen Oberkante Wrasenerzeuger (Herd, Kochtöpfe) und Unterkante Dunstabzugshaube besser - nicht schlechter. Dies resultiert aus dem Kamineffekt der heißen Wrasen, die, wie halt beim Kamin auch, durch eigene Thermik einen Auftrieb bewirken.



2. Eine Haube nach VDI 2052 soll den Grundriss der wärme- und feuchteabgebenden Geräte an allen freien Seiten um mindestens 20 cm überragen. an der Türseite solcher Geräte (z.B. Backöfen) sollen dies sogar 40 cm sein.



3. Eine Haube nach VDI 2052 soll ein Haubenvolumen besitzen, welches mindesten dem Sekundenvolumen der geförderten Luft entspricht. Dies würde für einen Dunstabzug mit 800 m3/h bedeuten, dass das nach unten offene Haubengehäuse mindestens 800 / 3600 = 0,22 m3 fassen bzw. puffern sollte.

Bei einem Ceranfeld von B=56 x T=40 cm mit 10 cm Wandabstand z.B. würde dies bedeuten:

3.1 Die wandhängende Haube sollte einen Grundriss von mindestens B=96 x T=70 cm haben.

3.2 Um ein Sekundenvolumen aufnehmen zu können, müsste der "Fangraum" unter dem Filter mindesten (0,22 / 0,96 / 0,70 =) 0,33 m hoch sein.



Die Haubenunterkante einer gewerblichen Küche soll mindestens 1,90 m - besser höher - über Oberkante Fertigfußboden liegen.



Welcher Dunstabzug einer Haushaltsküche erfüllt all dies schon?



Aus optischen Gründen wählt man Designhauben, z.b. solche mit gebogenen Glasflächen. Die wirksame Tiefe solcher Hauben ist in aller Regel ca. 56 cm, das vorstehende Glas ca. weitere 17 cm. Die Glasfläche ist oberhalb der eigentlichen Haubenunterkante angeordnet, bewirkt also als "Wrasenfänger" gleich Null.



Kurzum: Selbst Haushaltsabzüge mit verhältnismäßig hoher Luftleistung (z.B. 800 m3/h) verhindern nicht, dass überschüssige Wrasen am Ende des "Kamins" an der Haube vorbei Richtung Decke strömen. Von dort werden sie während des Kochprozesses nicht mehr abgesaugt, sondern kondensieren vermutlich "irgendwo da oben".



Und zum Schluss an Jörg & Co: 65 cm für Elekrokochgeräte und 75 cm für Gaskochgeräte sind Mindest-Sicherheitsabstände und nur bei Haushaltshauben gleichzeitig auch die sinnvolle Begrenzung. Warum? Weil diese Art von Hauben aus vorbeschriebenen Gründen Wrasenschübe ohnehin nicht verarbeiten können, diese Schübe jedoch bei kleinstem Herdabstand die geringste Kaminwirkung zeigen und damit die Hoffnung auf Funktion der Haube nicht gänzlich begraben werden muss.



Zur Wahrheitsfindung: Wir haben uns in unserer neuen Küche auch für Design mit großem Motor entschieden. Denn: Was nützt die funktional beste Haube ohne Köchin ;-))

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