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Smiley ... auch noch meine Meinung - fängt bestimmt als Sammelsurium an ..
Hallo zusammen,

dieselbe Diskussion habe ich gestern schon auf Spiegel Online verfolgt.

Vorab zu mir:

Ich bin 44, Single, habe keine Kinder, es hat sich einfach nicht ergeben. Seit ca. 5 Jahren würde ich auch keine Kinder mehr wollen, für Kinder finde ich, bin ich zu alt. Sonst natürlich nicht ;-)



Hier erstmal die Daten, die ich auf die schnelle recherchiert habe:



Wir haben ein Rentenproblem

Basis - diese Grafik



Als die Rente, so wie sie jetzt ist, unter Adenauer eingeführt wurde, hat statistisch gesehen keiner der Männer das Rentenalter erreicht. Die Frauen konnte man damals vernachlässigen, da sie nur zu geringen Teilen berufstätig waren. Das zu erwartende Durchschnittsalter von 64,6 Jahren führte damals zu dem Gedanken, dass man ja nur unwesentliche Beiträge an Rentner auszahlen muss. Der Rentenversicherungsbeitrag betrug 15% (siehe auch Wikepedia Artikel). Interessant sind auch die Anmerkungen zum damaligen schon gezahlten Zuschuss aus Steuermitteln. Auch die Forderungen, dass Kinderlose den doppelten Beitrag zahlen sollen. Ich muss sagen, da würde ich ja glatt noch mitziehen, denn Kinderlose kann ja nur heißen, damit man es überhaupt kontrollieren kann, alle Rentenversicherungspflichtigen, die keine steuerechtlich zählenden Kinder eingetragen haben.



Nur, auch ein doppelter Beitrag oder wie jetzt diskutiert eine Halbierung der Rente, hilft nicht aus dem Dilemma.



Das grundsätzliche Dilemma

Schon durch die Steigerung der durchschnittlichen Lebenserwartung des Mannes von 64,6 Jahren auf 75,9 Jahre ergibt sich, dass mit einer bevölkerungserhaltenden Kinderzahl von 2,1 Kindern je Paar diese Kinder niemals die Rentenzahlungen aufrecht erhalten könnten. Denn rechnerisch müßte bei einer immer noch angenommenen Beitragsdauer von 45 Jahren jedes Kind ca. 11 Jahre für einen Rentner aufkommen oder 25 % seines Bruttoeinkommens dafür aufwenden. Zusätzlich kommt die gestiegene Berufstätigkeit der Frau hinzu, die zwar durchschnittlich immer noch nicht so eine hohe Rente erhält wie der durchschnittliche Mann, aber sie erhält diese Rente im Schnitt mindestens für 16 Jahre.



Um also den Generationenvertrag aufrecht erhalten zu können, müßte man entweder noch wesentlich mehr Kinder in die Welt setzen - halte ich insgesamt für unrealistisch, weil irgendwann die Republik voll wäre.

Oder man muss mit Volldampf eine Umstellung der Rentenfinanzierung erreichen. Resultat: Die nächsten 20 bis 30 Jahre steigende Beiträge auf mindestens bis zu 25 % (siehe auch obige Rechnung, die müßten es nämlich sowieso schon mindestens sein), davon zwingend vorgeschrieben 20% der Beiträge anzulegen. So, da kommen wir zur nächsten Frage, wie sollen solche Beiträge so angelegt werden, dass sie wirklich nicht verkommen - siehe auch wikipedia-Artikel mit den Hinweisen auf den Verfall der Werte zwischen 1914 und 1924. Aber, wir nehmen mal an, das klappt irgendwie.



Jetzt haben wir ein Gerüst, es bleibt also die Ansprüche auf Verteilung zu regeln.

JEDE Sozialversicherung, aber auch jede Versicherung basiert auf dem Gedanken der Solidarität. Dies gilt für die Hausratversicherung, für die Autohaftpflichtversicherung, für die Rentenversicherung und für die Krankenversicherung. Uups, da haben wir auch schon ein Stichwort - Krankenversicherungsbeiträge werden in der solidarischen Sozialversicherung aktuell nicht nach Kopfanzahl, sondern nur nach sozialversicherungspflichtigem Brutto berechnet. D. h. im Extremfall kann man für ein SV-pflichtiges Brutto von 800 Euro, was zu einem Krankenkassenbeitrag von 112 Euro bei 14% führt, eine 5-köpfige Familie versichern. Das geht nur in der gesetzlichen Versicherung, in der privaten Krankenversicherung wird für jeden Kopf extra bezahlt. Und genau ab diesem Zeitpunkt finde ich die Diskussion, wer wieviel Leistung bezieht im Zusammenhang mit der Rentenversicherung obsolet. Wie schon weiter oben gesagt, diskussionswürdig ist die Basis der Beitragszahlung.



Und abschließend: Wie haben sich denn die Befürworter dieses "Vorschlages" die Realisation vorgestellt? Ich will hier nur mal ein paar zu klärende Punkte aufführen:

- zeugungsunfähig (Stichwort: Gefälligkeitsbescheinigung von Ärzten)

- gezeugt, aber nie Unterhalt gezahlt

- Kind durch tragisches Unglück im Alter von 12 Jahren gestorben

- Kind durch tragisches Unglück im Alter von 1 Jahr gestorben

- Kind so behindert, dass es nie selbst verdienen kann und in die Rentenkasse einzahlen kann (ist brutal als Argument - aber das Argument für die geringere Rente ist ja, dass die Kinder die Rente zahlen)

.. das waren die schnellen Gedanken. Auf Spiegel-Online ist die Diskussion noch wesentlich intensiver geführt worden. Einen Beitrag habe ich abgespeichert, PDF aus Mediacenter holen (für alle, die es interessiert).



Ich finde es schade, dass sich hier nur wenige Gedanken gemacht haben, was dieser absurde Vorschlag eigentlich bedeutet. Er bedeutet die endgültige und eigentlich seit 20 Jahren klare Bankrotterklärung der Rentenversicherung nach heutigem System.



Viele Grüße

Kerstin





Meinungen, die mir aufgefallen sind und denen ich ganz oder teilweise zustimme:

http://www.spotlight.de/zforen/fam/m/fam-1142597360-19409.html von Schaumberger

http://www.spotlight.de/zforen/fam/m/fam-1142599883-1383.html von Yogi61

http://www.spotlight.de/zforen/fam/m/fam-1142600179-7274.html von RvM

http://www.spotlight.de/zforen/fam/m/fam-1142600179-7274.html von RvM

http://www.spotlight.de/zforen/fam/m/fam-1142604241-7332.html von Trace

http://www.spotlight.de/zforen/fam/m/fam-1142609152-1344.html von Globox









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