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Smiley Re: Schon mal was von Dynamisierung gehört
Die Lohnstückkosten liegen Schätzungen zufolge in etwa 15% höher als ausgewiesen - nachzulesen bspw. auf der Internetseite des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung.

Das ist aber auch nicht der Punkt. Völlig unabhängig von der genauen Berechnung ist zu beobachten, daß Unternehmen offensichtlich Arbeitsplätze verlagern. Wenn ein Unternehmen das Verhältnis zwischen Produktivität und dem Preis dafür nicht richtig einschätzen kann, wer denn dann? Ganz falsch dürften z.B. die DAX-Unternehmen also nicht liegen - das Gewinnwachstum liegt im zweistelligen Prozentbereich.



Die Überlegung, daß der Lohn keinen Einfluß auf die Nachfrage nach Arbeit hat, ist alles andere überzeugend. Wenn ein Unternehmer bspw. einem Arbeiter im Lager 8 € pro Stunde zahlen muß, dann ist die Wahrscheinlichkeit, daß er ihn eingestellt sicherlich höher als bei einem Stundenlohn von 12 €. Daß ein geringerer Lohn die Nachfrage nach Arbeitskraft tendenziell erhöht ist durchaus richtig, bloß gab es in Deutschland noch keine signifikanten Lohnsenkungen, sondern bestenfalls Nullrunden.

Es ist sicherlich nicht Aufgabe der Arbeitgeber die Binnennachfrage durch höhere Arbeitsentgelte anzukurbeln. Die Kosten würden die Arbeitgeber zu 100% tragen, den Nutzen daraus zu einem deutlich kleineren Teil spüren, wenn überhaupt. Zudem hätte ich als Miteigentümer/Aktionär eines Unternehmens für üppige Lohngeschenke oberhalb des Marktlohns (der ja auch in anderen Unternehmen gezahlt wird) nicht unbedingt Verständnis.

Der Exportsektor ist relativ gesehen nicht so arbeitsintensiv, da fallen Lohnkosten nicht so sehr ins Gewicht - solange andere Länder in punkto Produktivität/Produktqualität/Kosten dafür nicht weiter aufholen.



Die Verlagerung von Friseurdienstleistungen, Discountern o.ä., wie von dir beschrieben, ist schlichtweg Unfug. Man muß zwischen handelbaren und nicht-handelbaren Gütern/Dienstleistungen unterscheiden. Einen Haarschnitt kann man sich auch nicht aus einem Niedriglohnland "bestellen"...



Arbeitlose in Deutschland sind nun mal zum einem großen Teil Niedrigqualifizierte. Wenn der Preis für diese Arbeit bspw. durch einen gesetzlichen Mindestlohn steigt, dann dürfte es eher unwahrscheinlich sein, daß Angehörige dieser Gruppe verstärkt eingestellt werden.



tom.com
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