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Smiley Re: Wohnungskauf?
Eine pauschale Antwort wird wohl nicht möglich sein.



Ich persönlich habe bisher nur ca. 1 Jahr zur Miete gewohnt - direkt nach der Ausbildung mit Freundin zusammen und dann schnellstens ein billiges Haus gekauft, danach folgte Wohnung und wieder Haus. Mittlerweile bin ich auch Vermieter und habe somit einen breiten Erfahrungsschatz.



Vor allem zur Zeit ist Eigentum i.d.R. wesentlich günstiger als Miete - kann aber regional auch anders sein. Man bekommt Darlehenskredite für um die 4%. Dazu kommt 1 % Tilgung. Bei einer 100.000 Euro-Finanzierung müssen jährlich also 5.000 Euro gezahlt werden = 417,- Euro - dazu kommen natürlich noch die Verbrauchskosten.



Bevor man eine Wohnung kauft, sollte man drauf achten, dass die Rücklagen in der Wohneinheit der Bausubstanz entsprechen. Ein gerade neu renoviertes Haus, braucht keine hohen Rücklagen mehr (sind ja vermutlich für die Renovierung drauf gegangen), ein vergammeltes Haus sollte dagegen über hohe Rücklagen verfügen, sonst ist mit Sonderzahlungen zu rechnen. Diese Rücklagen dürfen übrigens nicht vom Verkäufer "mitgenommen" werden, die gehören zum Haus.



Hauptnachteil einer Immobilie ist, dass es leicht passieren kann, dass Dein Arbeitgeber Dich an einen anderen Standort versetzt. Dann siehts blöde aus, denn Immobilien verkaufen sich zur Zeit schlecht. Bleibt vermieten - das geht bei uns z.B. sehr gut. Wohnungen werden zu Schleuderpreisen verramscht, aber zu mieten gibts kaum was - verstehe das einer. Wenn Du aber eine berufstätige Frau und zwei Kinder in der Schule hast, ist die Flexibilität sowieso schonmal sehr eingeschränkt. Ein sehr grosser Vorteil wäre aber die Möglichkeit bei Streitereien im Haus, einfach ausziehen zu können. Eine Wohnung in einer zerstrittenen Wohngemeinschaft ist gar nicht zu verkaufen.



Ich persönlich würde auch eine Wohnung in einer grossen Wohnanlage empfehlen. Keine Ahnung, warum alle auf "Kleine Wohneinheit" scharf sind. Bei vier Parteien müssen sich nur zwei einig sein (könnten ja z.B. Eltern und Kind sein) und damit kippen die jede Entscheidung. Bei 20 Parteien bräuchte man schon 10 Quertreiber. Auch hat man bei grossen Anlagen (meistens) einen Hausmeister dabei, der sich um Schneeschippen, Rasen mähen, Treppenhausreinigung ... kümmert - ein beliebter Streitpunkt in kleinen Wohneinheiten. Auch kümmert sich dann eine Hausverwaltung um Streitpunkte. Man kennt sich zwar weniger, streitet aber auch kaum.



Pro/Contra für Miete:

+ Flexibel (vor allem bei Singles)

+ Kosten weitgehend voraussehbar (erhöht sich aber der Nutzwert durch Renovierung, folgt auch eine Mieterhöhung)

- Abhängig vom Vermieter (Mieterhöhung, Abrechnungsärger)

- "ewige" Zahlung - eine Eigentumswohnung ist nach 30 Jahren bezahlt

- keine Entscheidungsfreiheit



Pro/Contra für Eigentum:

+ Eigener Herr (zumindest im Innenteil)

+ sehr kostengünstiger Altersruhesitz (nur noch Nebenkosten)

+ unabhängig

+ Entscheidungen betreffens der Immobilie können beeinflusst werden

- unflexibel

- überraschende Kosten möglich (Reparaturen), kann aber auch grossteils vorausgesehen werden



Ich persönlich würde immer das Eigentum bevorzugen. Das Eigentum ist auch eine Art Altersvorsorge. Somit zahle ich jetzt zwar auch "Miete", aber die hört in spätestens 30 Jahren auf und dann wohne ich "kostenlos". Ein Mieter zahlt weiter seine 400,- Euro im Monat - auch noch in 50 Jahren. Die nächste Generation spart dann richtig.


Die EDV hilft uns bei Problemen, die wir ohne sie nicht hätten - gilt aber auch für Frauen, Autos ...! Möchte auf nix davon verzichten ;-) Grüße Marcel



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