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Smiley Re: Steckdosen
Hi,



Schleifenwiderstandsmessung ist die Messung des Netzinnenwiderstandes, und zwar nicht zwischen Phase und Neutralleiter sondern Phase und Schutzleiter.

Je höher der ist, desto geringer ist der Strom der bei einem Kurzschluß (genauer eigentlich Erdschluß, wenn gegen PE) fließen kann. Und damit in diesem Fall der Sicherungsautomat fallen kann, brauchts einen gewissen Mindest-Kurzschlußstrom - bei dem heute üblichen B16 sind das 80A, bei den alten H16 sinds weniger.



Der FI meckert zunächst nicht. Aber da der schon bei 30mA abschaltet (also - bei einer 30mA-Version, welche aber stark zu empfehlen ist), die gegen PE oder sonstwohin abfließen, tut er das auch noch bei einem höheren Widerstand, weil dann eben dieser Strom noch fließen kann.

Sprich - die Abschaltung bei nem Erdschluß (auch bei nem unvollkommenen) geht auch bei etwas höherem PE-Widerstand.

Was aber keinesfalls ein Freibrief zur Schlamperei beim PE sein darf!



Ein FI ermöglicht z.B. auch ein sog. TT-Netz, wo der lokale PE nicht mit dem Stromnetz sondern nur mit einem lokalen Erder verbunden ist - nur mit Sicherungen würde das nicht gehen, da die Abschaltung im Fehlerfall nicht oder nicht schnell genug erfolgen würde. LEW hatte das bis mitte/ende 90er, die meißten Häuser auf der anderen Illerseite dürften also so sein ;-)

Bei dir ist das aber nicht der Fall, EnBW hat seit jeher ein TN-C-Netz (sprich: PE und N sind bis irgendwohin gemeinsam als PEN geführt - im Idealfall nur bis zum Hausanschlußkasten, danach TN-S (also S wie separat, PE und N getrennte Leiter))



Das was du erzählst mit der Lampe - ja das ist klassische Nullung (TN-C).

Und da hast du auch tatsächlich einen "Null". Das was du hast ist "nur" ein Neutralleiter, ein Nulleiter ist die Kombination aus Neutralleiter (N) und Schutzleiter (PE), auch PEN genannt.

Bei Querschnitten unter 10mm² seit 1973 verboten (bei kleineren Querschnitten nur TN-S) Weil du dabei ein massives Problem hast, wenn der PEN mal wo bricht... (Kurz gesagt: Da ja an jedem Gerät/Steckdose eine direkte Verbindung N/PE hast, liegen über das Gerät volle 230V am Gehäuse!). Ein FI kannst da natürlich auch nicht einbauen.



Und selbst wenn man dahinter (an die Steckdose) einen FI hängt, hilft der bei PEN-Bruch nichts, da der Strom "ganz normal" durch den FI geht. Unten ne Skizze von mir, wieso...



Das mit den zwei geschalteten kapier ich aber nicht ganz. Waren da evtl. zwei schalter, so daß man eine Zweistufige Lampe unabhängig voneinander schalten kann? Aderfarben (wenngleich man sich darauf nicht verlassen kann, gerade bei den alten Farben wo rot sowohl als PE als auch als L verwendet werden durfte - ein Hinweis kanns aber sein)



Auf akutellen Stand bringen: Nun grundsätzlich gibt es keine Nachrüstverpflichtung, solange nichts geändert wird. Geändert im Sinne von erweiter o.Ä.. Austausch defekter Steckdose o.Ä. durch gleichwertiges ist "zulässig".

Es sei denn natürlich, das Zeug entspricht nicht mehr den damaligen Vorschriften, sprich ist einfach nicht mehr in Ordnung.

Es gibt irgendwo im Internet ne vereinzelte Stimme, die meint, der Vermieter ist wegen Gewinnerzielung irgendwelchen besonderen Verordnungen (Berufsgenossenschaft oder so - ich weiß nicht mehr womit argumentiert wurde) unterworfen und somit dürfte das nicht mehr so sein. Die Meinung teilt aber wohl fast niemand. Und ich seh's ehrlich gesagt auch nicht so, daß da ein Rechtsanspruch drauf sei, wenngleich ich absolut kein Freund klassischer Nullung bin.

Interessant wirds, wenn mal was geändert wurde. Dann muß es natürlich neuen Vorschriften entsprechen. Und für Bad/Außenbereich ist seit ich glaube 1987 ein 30mA-FI vorgeschrieben. Also wenn das Bad modernisiert wurde (incl. Elektrik) und kein FI da, siehts schon etwas anders aus ;-)



Gruß

Didi

geschrieben von

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