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Smiley Vogelgrippe, Gentechnik und RFID
Zu aller erst: ich möchte nicht leugnen, dass über die RFID-Technologie ein umfassenderes Tracking möglich wäre (der Konjunktiv ist bewusst kursiv dargestellt). Mich wundert allerdings, mit welcher Inbrunst hier auf die gängigen Weltuntergangs- und Spitzelstaatszenarien eingestimmt wird.



Befremdlich dabei finde ich, dass Menschen anscheinend paranoide Angst vor solchen Chips haben, aber gleichzeitig keinerlei Probleme dabei sehen

- elektronisch gescannte Waren an der Kasse mit EC/Kreditkarte zu bezahlen

- im WWW shoppen zu gehen

- lustig mit dem Handy zu telefonieren

- unverschlüsselte Emails zu schreiben/lesen

- (persönliche) Homepages ins Netz zu stellen

- an Gewinnspielen teilzunehmen

- Telefonhotlines anzurufen

etc.



@venüsschen: ich wette, dass ich nach dem Lesen von 3-4 Deiner Beiträge hier mehr über Dich in Erfahrung bringen kann, als es irgendwelche ollen Digitalchips jemals tun werden. 2-3 Clicks reichen aus, um Beruf, Adresse usw. rauszufinden, über persönliche Details wird hier ja sowieso öffentlich gesprochen. Bei Spotlight wird Deine IP-Adresse gespeichert, und über Dein Handy kann man Dich auch immer lokalisieren.

Wovor also Angst?

Übrigens: Sich bei heise über RFID-Chips zu informieren ist so aussagekräftig, wie einen Vertreter der Kosmetikbranche nach der Notwendigkeit von Tierversuchen zu fragen



@ch.mar: das Beispiel mit dem Supermarkt finde ich unter allen denkbaren Szenarien das langweiliste. Was soll denn wohl passieren? Dass Mitarbeiter vom Saturn vor dem Mediamarkt mit einem Scanner stehen, die herausströmenden Kunden + Waren scannen und personalisierte Angebote erstellen?? Die haben sicher Besseres zu tun. Und wie gesagt, sofern Du nicht alles cash bezahlst, hat der Laden die Zuordnung Person/Waren sowieso.



Die Vorteile der Integration des Chips in den Ausweis sehe ich allerdings auch nicht. Dagegen kann und sollte man gezielt argumentieren, aber nicht eine komplette Technologie per se verdammen! Wie bauerr bereits sagte: das Ganze kostet ja auch was, und nicht jeder Fahrradverleih wird seine Flicken mit einem digitalen Marker versehen und sich einen Scanner an den Ausgang stellen.



Die anderen Argumente hier gehen für mich auch schon wieder zu weit. Klar könnten durch die Technologie in gewissem Rahmen Kassierer(innen) überflüssig werden, aber dann entstehen gleichzeitig auch neue Jobs in der RFID-Branche. Außerdem sollte man dann auch nicht nach Djerba, sondern in den Harz in den Urlaub fahren und keine Produkte aus Fernost kaufen.



Wie gesagt, Chip in den Ausweis halte ich nicht für sinnvoll, aber eine im Grunde neutrale (und in ihren technischen Möglichkeiten häufig überbewertete) Technik von vornherein zu verdammen, halte ich für blinden Aktionismus.
Gruß, Michael

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