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Smiley Re: Bitte Bewerbung bewerten
Du schreibst, die Kraft und Zeit reiche nicht mehr zu begründen, warum gerade dieses Unternehmen.



Das erinnert mich an den Angler, der so viele Fische angeln wollte, dass er keine Zeit hatte, einen Köder an den Haken zu stopfen.



Mit dem Ergebnis, dass er mit leeren Händen dastand.



Schade eigentlich.



Ich muss bauerrs Kommentar widersprechen. Das Anschreiben soll für sich stehen. Das bedeutet, du musst sagen, was du gemacht hast. Detailliert wird das natürlich im Lebenslauf aufgeschlüsselt.

"Ich bin 22 Jahre alt und habe im Jahr 2003 die allgemeine Hochschulreife MIT DER NOTE x.x erworben. Im Herbst 2003 begann ich mein Ausbildung blablabla, die ich im Juli(?) 2006 erfolgreich, voraussichtlich mit der Note y.y, abschließen werde.



[Ich habe keinerlei Ahnung von Handelsfachwirten, darum fantasiere ich mal wild.]



Die in dieser ersten Ausbildung erworbenen Kenntnisse, besonders in den Bereichen a, b und c, bilden meiner Meinung nach ein gutes Fundament für eine Ausbildung als Handelsfachwirt. Während der Ausbildung lernte ich unter Anderem [hier kommen ein paar Softskills rein, die zeigen, dass dein zukünftiger Ausbilder seine reine Freude an dir haben wird.] blabla.

Für mein weitere berufliches Leben [oje, achte nicht auf die Formulierungen, die sind jetzt nur so dahingeklatscht, achte auf die Gedanken, die hinter den Worten stehen!] ist mir ein enger Kontakt mit Kunden wichtig. [Oder irgendsoetwas, dass deinen Neigungen und Fähigkeiten ein Kontakt mit Kunden entgegen kommt.] Darum bin ich der Meinung, dass eine Tätigkeit als Handelsfachwirt meinen Neigungen und Fähigkeiten [diesmal ohne eckige Klammern, also oben eher anders formulieren.] entspricht."





Der Satz "Ich bringe ..." besteht aus drei Teilsätzen. Also teile ihn in zwei Sätzen auf. So, wie er jetzt da steht, schreit er nach Optimierung. Es interessiert niemanden, was du zu deinen Stärken zählst, es interessieren nur deine Stärken. Sprich: Suche dir drei, vier Stärken raus und spendiere für jeden einen eigenen Satz. "Als Pfadfinder [Jugendleiter im Sport, bei der Bundeswehr/Zivildienst, ...] konnte ich meine organisatorischen Fähigkeiten aufbauen und entwickeln. Im Rahmen der ersten Ausbildung lernte ich, selbstständig ["selbständig" ist übrigens immer noch erlaubt, sprachlich korrekter, aber leider selten angewendet. Im Fall einer Bewerbung würde ich mit dem Strom schwimmen, so wie du es gemacht hast, aber erwähnen wollte ich es doch ;-)] zu arbeiten [besser: komplexe Sachverhalte selbstständig zu erarbeiten oder so.]



Ein paar Grundgedanken:



- Jede Bewerbung muss einen roten Faden haben.

- Jedes Leben auch. Sprich: Die zweite Ausbildung muss sich konsequenterweise aus der ersten begründen lassen - am Besten so, dass der Leser denkt, "Warum um alles in der Welt fügt nicht jeder Steuerfachangestelltenausgebildeter eine Ausbildung zum Handelsfachwirt an?" Ich habe oben versucht, so einen Faden zu spinnen - aber er muss dicker werden, als ich das in der Schnelle erreicht habe.

- Das Unternehmen muss dich interessant finden! Warum soll es dich nehmen? Was unterscheidet dich von den vielen anderen Bewerbern? (Eine bunte Mappe zählt NICHT als Unterscheidung!)

- Der PErsonalchef findet seine Firma toll - das gehört zu seinem Beruf. Dann will er aber, dass seine Azubis seine Firma auch toll finden. Wenn du aber mit keinem Wort auf die Firma eingehst, ist deine Begeisterung offensichtlich gering - und damit seine Begeisterung für dich ("Frau Krause, schreiben Sie hier bitte noch eine Absage. Danke!")

- Ich vermute mal, es gibt viele Bewerbungen. Der PErsonalchef ist ein Mensch und will seine Arbeit optimieren. Darum liest er erst einmal den ersten Absatz jeder Bewerbung. Wenn der nicht interessant klingt, kommt Frau Krause sofort wieder ins Spiel. In deinem ersten Absatz erfährt der Leser, dass die Firma Ausbildungsstellen anbietet (das wusste er aber schon, weil er sie selber in die Zeitung oder ins Internet gesetzt hat) und dass du dich vorstellen willst (auch das überrascht ihn nicht, weil du aus einem anderen Grund kaum das Porto oder die Online-Zeit spendiert hättest). Also: Null Aussage, warum er weiterlesen sollte ("Frau Krause, ...")



Diese Anmerkungen gelten alle für Bewerbungen um Festanstellungen. Auf dem Ausbildungsmarkt kenne ich mich nicht aus. Aber ich bekomme auch mit, dass es schwierig ist, einen Ausbildungsplatz zu bekommen. Darum solltest du dir bei so einer Bewerbung ähnlich viel Mühe geben wie bei einer Bewerbung um eine Festanstellung.



Falls es übrigens partout nicht klappen sollte: Fang an, als Steuerdingsbums (ich habe jetzt keine Lust mehr, immer hochzuscollen und nachzusehen, wie das nun heißt) zu arbeiten. In vielen Firmen kann man nach einiger Zeit intern neue Aufgaben übernehmen. Ich habe in meinen bishierigen knapp 15 Jahren schon 4, 5 verschiedene Aufgabenfelder gehabt und es gibt vielem, die noch mehr gemacht haben.



Gruß und viel Erfolg,



Bombadil

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