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Smiley Eine Prämie IST Vertragsbestandteil,
sogar Geschenke, wenn sie VOR Vertragsabschluß in Aussicht gestellt wurden, werden zum Vertragsbestandteil.

Hier ist ganz eindeutig der Character der Prämie als Lockmittel zum Vertragsabschluß zu erkennen.

Eine Änderung der Prämienvergütung zum Nachteil des Verbrauchers macht das Geschäft schwebend unwirksam (es sei denn, der Verbraucher ist so doof und steigt darauf ein).



murby81 kann vom Vertrag zurücktreten.

Ob er stattdessen auf die Lieferung der Zapfanlage beharren kann, ist etwas schwieriger.

Normalerweise kann ein Händler sein eigenes Angebot wegen Irrtums nur bis zur Auftragsbestätigung anfechten. Hat er die Bestellung des Käufers bestätigt, darf unterstellt werden, daß er sein eigenes Angebot nochmals (auf Fehler) überprüft hat.

Komplizierter wird die Sache, wenn es sich um eine maschinell automatisierte Auftragsbestätigung handelt. Hier kann man nicht voraussetzen, daß der Händler sein Angebot nochmals ausführlich überprüft hat (allerdings sind hier die Gerichte eher bereit, zum Schutze des Verbrauchers zu entscheiden).



Entscheidend ist hier auch, ob der Verbraucher erkennen mußte, daß das Angebot fehlerhaft, weil zu niedrig im Vergleich zu Marktpreisen ist.

Auch hier erwarten Gerichte idR nicht, daß ein privater Verbraucher die Provisionsverrechnung der Verlage kennt und versteht.

Einzig wenn der Gesamtpreis der Zeitungsausgaben über die Mindestlaufzeit hinweg deutlich (!) den offensichtlichen oder anzunehmenden Wert der scheinbar kostenlosen Prämie unterschreitet, kann vom Verbraucher erwartet werden, daß das Angebot fehlerhaft ist (z.B. Kleinwagen für EUR 100,- bei Abschluß eines 24-monatigen Abos).



Hier wäre es interessant zu wissen, welchen Wert die Zapfanlage hat und ob dieses allgemein bekannt sein müßte. Da gerade bei Zapfanlagen und gerade in Verbindung als Zeitungsprämie viel billiger Schrott angeboten wird, ist die Erwartungshaltung des Verbrauchers, daß das Angebot "koscher" sei, durchaus verständlich.



Wenn ich Zeit und Muße und Kleingeld über hätte, würde ich tatsächlich versuchen, die olle Zapfanlage zu erstreiten.

Eher würde ich aber auf das Dingen verzichten und vom Vertrag zurücktreten (und eine kleine Meldung an den Verbraucherschutz abgeben, die wollen auch was zu tun haben).

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