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Smiley Re: Mir egal, ich schreibe sowieso wie bisher,
Schade, dass du kaum inhaltliche Kritik geäußert hast.



Mir ist in den letzten 10 Jahren oft aufgefallen, dass viele Menschen die Rechtschreibreform kritisieren, aber eigentlich die Änderungen kaum kennen.



Darum noch einmal zur Motivation der Reform:

Die letzte vorhergehende Reform war 1901. Danach kamen nur noch Einzelregelungen dazu, also Regeln, die ein einzelnes Wort betrafen und deshalb immer einzelnd gelernt werden mussten. (Ein Beispiel dafür ist die Silbentrennung von Helikopter gewesen. Um diese zu beherrschen, musste man Griechisch können - oder sie auswendig lernen.) Es entstand ein Wildwuchs, der die Sache ziemlich kompliziert machte. Durch diesen Wildwuchs wollte man - sozusagen mit der Machete - einen gut begehbaren Weg schlagen.

Das geschah, indem viele (leider mal wieder nicht alle) Einzelregelungen durch allgemeingültige Regeln ersetzte. Dieses Vorgehen wurde übrigens auch 1901 verfolgt, wo z.B. das bis dahin gebräuchliche "Th" durch ein "T" ersetzt wurde: Thal, Thräne etc. Nur aus Resepkt vor der Monarchie beließ man Thron, wie es war.



Also: Die Existenz der Rechtschreibreform ist berechtigt.



Zu den Inhalten (ich beziehe mich nicht auf die neuste Änderung, die kenne ich noch nicht):



Ich finde die meisten Regeln sinnvoll:



- Silbentrennung: He-li-kop-ter, Las-ten (die Untrennbarkeit von s und t rührte von typografischen Einschränkungen des Mittelalters und der frühen Neuzeit).

- Tripelkonsonanten: Betttuch, so wie bisher auch Betttruhe

- Klare Regel, wann "ß" und wann "ss"

- Eindeutschung einiger Schreibweisen: bisher "Finanzen", aber "finantiell"; jetzt "finanziell"; "nummerieren" statt "numerieren" etc.

- Teile der Getrennt- und Zusammenschreibung: früher: "Auto fahren", aber "radfahren"; jetzt analog "Rad fahren"

- Teile der Groß/Kleinschreibung

- Kleinschreibung von "du" in Briefen (früher war es relativ kompliziert, wann "du" klein und wann es groß geschrieben wurde).



Manche Regeln scheinen mir nicht nötig zu sein:

- "bläuen" statt "bleuen" und Ähnliches

- Getrenntschreibung (da sollte schon eine Regel sein, aber irgendwie verstehe ich sie nicht ganz ...)



Manche Regeln sind Blödsinn. Es gibt Wörter, die jetzt getrennt geschrieben werden, dadurch aber einen neuen Sinn ergeben. Das Beispiel fällt mir aber leider gerade nicht ein :-(



Wie dem auch sei, ein differenzierter Blick scheint mir nötig zu sein. Für mich überwiegen ganz klar die Neuerungen, weil sie die Schreibweise systematischer und logischer und dadurch einfacher machen.



(Und, ein für Manche ein angenehmer Nebeneffekt: Der Duden-Verlag hat nicht mehr die rechtliche Alleindefinitionskompetenz, wie er es früher hatte.)



GRuß Bombadil

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