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Smiley Von fürstlichen Löhnen, Werkstoren und fair gehandeltem Kaffee...
"..auch mal an die Volkswirtschaft denken." Was heisst denn bitte das? Hast du dir ausserdem mal Gedanken darüber gemacht, was passieren würde, wenn alle dir von dir geforderten Löhne zahlen würden?



Kommt jetzt die Kaufkrafttheorie der Löhne? Alle kriegen von nun an ein fürstliches Gehalt. So viel Geld, dass man gar nicht mehr weiß, wohin damit. Fangen wir doch bei deiner PIN AG an. Jeder Briefausträger kriegt nun mindestens 50 Euro die Stunde. Ist zwar wahrscheinlich noch nicht das Gehalt des Managements, aber es ist ein Anfang. Leider kann die PIN AG die Mitarbeiter so nicht mehr bezahlen. Vielleicht nur noch ein Zehntel der Angestellten. Die können nur noch ein Zehntel der Touren fahren, also muss das Porto steigen, sonst kann die PIN AG ihr Büro, ihre Fahrzeuge etc. nicht mehr finanzieren. Gut, kostet ein fairer Brief dort jetzt z.B. 10 EURO... sollte es einem ja wert sein, schließlich gönnt man sich ja auch den FAIR Trade Kaffee. Gut, du bezahlst gern 10 Euro pro Brief, ich vermute mal die restlichen 99,999999% nicht. Die nehmen dann die Post. Leider bricht der PIN nun der Absatz weg. Um den Umsatz hoch zu halten (sie haben ja nur noch dich als Kunden) wird der Brief jetzt wieder teurer.. sie wissen ja, dass du Verständnis dafür hast. Leider ist der Brief mittlerweile so teuer, dass du dir überlegen musst, ob du lieber eine Woche im Monat hungerst, oder deine anfallende Korrespondenz vielleicht lieber per email erledigst. Leider bist du keiner der Glücklichen bei PIN, die so ein dickes Gehalt bekommen. Notfalls könntest du ja nur noch die Weihnachtsgrußkarten als besonderes "Weihnachtsgeschenk" per PIN verschicken und den Rest, auch wenn es dir unangenehm ist, per pOST AG verschicken.

Zum nächsten Weihnachtsfest stellst du mit Erstaunen fest, dass die PIN Insolvenz angemeldet hat. Naja, ein Ausbeuterverein weniger. Die hatten in letzter Zeit eh so viele Leute entlassen, geschieht ihnen ganz recht.

Das Kaufkraftargument funktioniert also irgendwie nicht.



Ach so, moment... nicht nur die PIN soll die Löhne anheben, sondern alle Unternehmen, gleichzeitig am Besten. Dann haben ja alle mehr, und bei allen Unternehmen werden die Leistungen teurer. Kostet ein einfacher GOLF nun halt mal 100.000 Euro. Wir verdienen ja jetzt jede Menge, kann man sich trotzdem leisten. Leider haben wir da die Rechnung ohne den Rest der Welt gemacht. Die können sich unsere Autos und Maschinen nicht mehr leisten. Tja, Deutsche Qualität hat halt ihren Preis. Bricht der Absatz im Ausland dann ein, ist es ja egal. Exportwelmeister hin oder her. Der Binnenmarkt, das Heimspiel, ist eh viel wichtiger. Wir ackern uns ja hier nicht für die anderen krum. Wo man jetzt so viel Geld hat, da kann man ja auch mal was für schlechte Zeiten sparen - falls die Löhne doch mal einbrechen sollten. 10%-15% scheinen etwa angebracht. Manche Sachen werden in Deutschland gar nicht gefertigt, also kauft man auch ausländische Produkte, natürlich nur da, wo es keine Deutschen Alternative gibt. Beim Auto kannst du jetzt nicht mehr nach Pannenstatistik, Verbrauch, Design kaufen... du musst ja den Deutschen Unternehmen treu bleiben. Dennoch fallen ca. 20-30% der Käufe auf ausländische Anbieter ab, da es hier kein Äquivalent in D gibt.

Nun haben die Unternehmen alle 100% der Kosten zu tragen, kriegen als Rückläufer aber nur 55-70% zurück.

Wie und vor allem wie lange soll das gehen?



Grüße

Tobi
Ich kann Ihnen nichts vormachen, was Ihre Chancen angeht. Aber: Sie haben mein Mitgefühl.

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