title image


Smiley Re: Vergiss es...
Wenn Ein Unternehmen nur gerade mal so "kostendeckend" arbeiten zu lassen ist doch nicht dein Ernst, oder? Wenn ein Angestellter 1000 € verdient und er für Miete, Essen usw. 700 € ausgibt, dann ist das doch auch "kostendeckend".

Der Unternehmer hat sicherlich nicht die Verpflichtung dem Arbeitnehmer all seine Wünsche zu erfüllen. Er zahlt den Marktlohn. Leute die Briefe austragen sind eben kein so knappes Gut wie bspw. ein spezialisierter Ingenieur. An der Knappheit orientiert sich der Preis. Und es gibt nunmal relativ viele Leute die diesen Job ohne weitere Ausbildung/Schulung sofort übernehmen können.

Aufgabe des Staates ist es solche vorhandenen Unzulänglichkeiten des marktwirtschaftlichen Systems auszugleichen. Und dazu gehört es eben auch den sozial

Schwachen etwas zu geben, es umzuverteilen - bspw. durch die diskutierten Kombilöhne. Daß soetwas gesetzlich wasserdicht sein muß verstehst sich von selbst. Aber da sollte man vielleicht nicht unbedingt die SPD ranlassen.



Ich werde mich hier sicherlich nicht über Lohngrenzwerte die ich gerade noch für akzeptabel halte auslassen, aber wenn Deutschlands Arbeiter preisniveaubereinigt fünfmal so teuer sind wie Arbeitnehmer aus Polen, dann stellt sich auch die Frage, ob sie fünfmal so "gut" sind.

Außerdem ist der Umkehrschluß aus deiner Argumentation, daß du spanischen, chinesischen usw. Arbeitnehmern die Stellen nicht zugestehst. Ein deutsches Unternehmen darf produzieren, einstellen und entlassen wo es will. Wenn ich als Aktionär Miteigentümer eines Unternehmens bin, dann hat das Management auch dafür zu sorgen, daß sich mein eingesetztes Kapital dementsprechend verzinst.



Wenn Staaten wie Estland oder Tschechien geringere Unternehemnssteuersätze haben, dann haben Unternehmen eben einen Anreiz ihren Sitz dorthin zu verlagern. Firmen werden sich das auch gut überlegen angesichts profilneurotischer Gewerkschaften und relativ hohen Abgaben. Deutschland wird dadurch auch als Investitionsstandort nicht gerade attraktiver. Wenn Regierende medienwirksam den "bösen" Unternehmen mehr abknöpfen wollen, dann sagen diese eben Aufnimmerwiedersehen. Es gibt genug Länder in denen Investitionen und neu geschaffene Arbeitsplätze willkommen sind.



Daß der Patriotismus beim Preisschild aufhört trifft sicherlich in nicht geringerem Maße auf die Konsumenten zu. Die Leute kaufen nicht auschließlich ausländische Produkte, aber sie tun es eben in einem nicht unerheblichen Umfang. Wenn diese preiswerter sind und der deutsche Produzent teurer anbietet, aber viel weniger absetzt, dann wird er sicher nicht abwarten bis er in Konkurs geht, sondern zusehen, daß er auch kostengünstiger herstellt. Ausländische Produkte müssen auch nicht billiger oder besser sein, aber wenn etwas nur die Hälfte kostet, aber nur eine verschwindend höhere Wahrscheinlichkeit hat kaputtzugehen, dann ist nicht unbedingt klar, warum das teurere Produkt gekauft werden soll.



Warum ist Deutschland Exportweltmeister? Weil Deutschland offenbar viel exportiert - die weltweite Nachfrage besteht also durchaus. Das globale Wirtschaftswachstum ist ja auch sehr viel höher als jenes in Deutschland. Deutschland ist Anbieter, aber irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem andere Länder vergleichbare Qualität zu einem günstigeren Preis anbieten und dann hat es sich ganz schnell ausgeweltmeistert. Außerdem wird schon jetzt nur mehr ein verschwindend kleiner Teil eines exportierten Produktes auch in Deutschland selbst produziert - Vorprodukte kommen aus anderen Ländern und die Wertschöpfung am Endprodukt die aus Deutschland kommt bzw. dort erzielt wird, ist immer geringer.



tom.com


tempora mutantur et nos mutamur in illis

geschrieben von

Login

E-Mail:
  

Passwort:
  

Beitrag anfügen

Symbol:
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Überschrift: