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Smiley Re: Vergiss es...
Kennst du die Kostenkalkulation der PIN AG? Unabhängig davon: warum sollte die PIN AG oder andere Anbieter mehr bezahlen als sie müssen? Wenn sie Angestellte für den aktuellen Stundenlohn beschäftigen können, dann werden sie das auch tun.

Sicherlich kann man auch einen populistisch angekündigten gesetzlichen Mindestlohn à la Müntefering/SPD einführen, aber ein Unternehmer wird seinerseits auf die veränderte Kostensituation eben auch reagieren und im Zweifel erst gar keine PIN AG aufbauen.



Der private Konsument schaut doch ebenso auf seine Ausgaben (wenn nicht noch stärker). Der Patriotismus hört spätestens beim Preisschild auf. Wenn die Waschmaschinenpreise in recht kurzer Zeit um ein Drittel fallen, dann ist beim Beispiel Electrolux eine Produktion in Deutschland eben nicht rentabel. Offensichtlich wird im MediaMarkt oder wo auch immer das billige Produkt dem teureren Electrolux-Gerät tendenziell vorgezogen. Warum sollte das zweite deutsche Electrolux-Werk das andere Produkte fertigt das andere quersubventionieren?



Warum sollten Unternehmen höhere Löhne bezahlen? Das sind erstmal sofort unmittelbar höhere Kosten für das Unternehmen, die sich - wenn überhaupt mal - nur minimal in höherer Nachfrage nach seinen Produkten niederschlagen. Selbst für 50% der Unternehmen wäre das nicht sinnvoll, weil sie durch Mehrausgaben die ganzen Kosten tragen, aber ihnen sicherlich nicht durch entsprechend höhere Einnahmen mehr in die Kasse fließt. Auch wenn alle Unternehmen in Deutschland mehr Lohn zahlen würden, die Konsumenten fragen weiterhin auch ausländische Produkte nach - ein Teil des höheren Einkommens fließt also in nicht in deutsche Unternehmen.

Zudem würde ich mich als ausländischer Aktionär eines deutschen Unternehmens bei solchen Aktionen völlig zu Recht zu Wort melden.



Meinst du ein DSL-Anschluß oder was auch immer kommt eher ins Haus, wenn die Post staatlich wäre? Ein Staatsunternehmen hat noch viel weniger Anreize (wenn überhaupt) in irgendeinem Kaff einen solchen Anschluß einzurichten. Es gibt überhaupt keinen Anlaß dazu, weil potentieller Druck von Wettbewerbern zu denen der Kunde abwandern könnte nicht vorhanden ist. Oder willst du deinen DSL-Anschluß einklagen? Ein öffentliches Unternehmen hat auch keinen Druck kosteneffizient zu arbeiten, weil es eine sogenannte "soft budget constraint" hat. Es ist niemandem Rechenschaft darüber schuldig und wenn doch, dann drohen ihm keine Sanktionen.

Was haben denn Telefongespräche vor der Post-Privatisierung gekostet und was kosten sie heute? Nur ein Bruchteil dessen. Ohne den Wettbewerb durch Call-by-Call-Anbieter hätte die Telekom doch überhaupt keinen Anlaß die Preise zu senken. Aber vielleicht gibt es Leute, die für einen DSL-Anschluß gerne 100 € Im Monat bezahlen...

Außerdem befinden öffentliche Unternehmen weit stärker im direkten Einflußbereich von Politikern, die sich gerne durch ausgeprägte Kurzsichtigkeit auszeichnen. Eine staatliche Telekom mit zu vielen Beschäftigten mag zwar der SPD gefallen, aber letztlich wird dies durch Steuergelder finanziert denen kaum ein Gegenwert gegenübersteht - das ist eben nicht effizient.

Es geht nicht darum alles staatliche durch die Bank zu privatisieren. Natürlich muß man privatsierten Unternehmen bestimmte Auflagen machen. Wenn ein Energieversorger keine Auflagen bzgl. zukünftiger Mindestinvestitionen bekommt, dann wird das Unternehmen so wie in Kalifornien vor einigen Jahren geschehen das auch nicht zwingend machen. Aber hier sollte sich eben der Staat vorher überlegen wie man das ausgestaltet. Wenn aber im Bundestag weiterhin fast auschließlich Juristen und Lehrer sitzen, dann kommt eben sowas raus wie die Körperschaftssteuer des Herrn Eichel - weitere Beispiele gibt es genug.



tom.com


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