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Smiley "Der Kaukasische Kreidekreis" oder "frauenhauslüge"....?
Hallo Bimbi,

da Du den Link „frauenhauslüge“ empfiehlst, möchte ich doch etwas ausführlicher darauf eingehen.

Hier schreibt sich ja offensichtlich ein sich verletzt fühlender Mann seine Wut und seinen Frust von der Seele. Bevor mann aber seinen Ratschlägen folgt, lohnt es sich etwas darüber nachzudenken:

1.

Der Autor unterstellt den Frauenhäusern eine aktive Schädigung des Vaters. Aber ist das wirklich der Fall? Was geschieht da eigentlich bei einer Trennung, wenn die Frau geht (und die Kinder mitnimmt). Ich verstehe sehr gut, daß das vom Mann wie eine Schädigung erlebt wird: Frau weg, Kinder weg, Zahlungspflicht. Das kann nicht sein, das darf nicht sein, denkt mann – zunächst.

Aber werfen wir einen Blick auf die andere Seite (was der Autor dieser Web-Seite leider nicht tut):

Die Frauenhäuser ermöglichen vielen Frauen erst, ein Recht wahrzunehmen, daß sich jeder Mann wie von selbst zuschreibt, nämlich den Partner zu verlassen, wenn es für sie wirklich nicht mehr anders geht.

Bei den Leidensschilderungen der Männer wird immer deutlich, wie diese ihre Frauen und Kinder letztlich als ihren Besitz betrachten: Der Autor schreibt z. B.:

“Es kam also des öfteren zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen mir und meiner Frau, bis sie das erste mal von zu Hause wegrannte, und erst nach drei Tagen wieder kam. Zum Glück hatte sie unsere Tochter, damals noch ein Baby, nicht mitnehmen können. Das hatte ich verhindert. Ein viertel Jahr später büchste sie einzweites mal von zu Hause aus“.

Da spricht einer vom „Ausbüchsen“ seiner Frau, als wäre sie sein Haustier, das ausbüchst, und er das Recht hat, es wieder einzufangen.

2.

Es ist durchaus möglich, daß manche Frau vorschnell – auch verführt durch eine schlechte Beratung – diesen drastischen Trennungsschritt vollzieht. Nur bedeuten die Ratschläge des Autors (Gehen Sie zur Kriminalpolizei und erstatten Sie dort Anzeige gegen Ihre Frau wegen Kindesentziehung. ) für diesen Fall aber eindeutig eine Eskalation. Sie bewirken eher eine definitive Schädigung der Beziehung als eine Einsicht in die eventuelle Voreiligkeit der Trennung.

3.

Der Autor empfiehlt immer wieder sofortige drastische juristische Schritte und schreibt andererseits:

“Vergessen Sie den Rechtsstaat“

Was denn nun, möchte man ihn fragen?



Mir scheint es aber das Beste, ihn gar nicht zu fragen und nicht so ernst zu nehmen. Dem Autor möchte ich eher die Lektüre von Brechts Kaukasischem Kreidekreis empfehlen.

Gruß von

Gentilloup



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