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Smiley SALUKIs
Geschichte der deutschen Saluki-Zucht



England wird seit jeher in allen kynologischen Publikationen als erstes europäisches Land genannt, in das Salukis importiert wurden. Dadurch und wegen der Tatsache, daß England zugleich standardgebendes Land ist, wird bei vielen der Eindruck erweckt, daß England auch eine bei weitem längere Saluki-Zucht-Tradition als andere europäische Länder hat. Dieser Eindruck erweist sich jedoch bei Prüfung der deutschen Zuchtbuch-Unterlagen als falsch.



In Deutschland wurden die ersten Salukis 1863 auf der ersten Deutschen Rassehundeausstellung in Hamburg gezeigt, wann und von wem sie importiert wurden, ist nicht mehr rekonstruierbar. Es gibt keine Zuchtbuch-Eintragungen von ihnen, da zu jener Zeit keinerlei Organisationen existierten, die für Windhunde oder Rassehunde allgemein ein Zuchtbuch führten. In den folgenden 50 Jahren nach 1863 mag es gewiß hin und wieder zu weiteren Saluki-Importen gekommen sein, doch gibt es hierüber aus dem gleichen Grund keine Informationen. Erst um 1920 werden 2 Salukis nach Deutschland importiert, die als erste Saluki-Zuchtbuch-Eintragungen in die deutsche Geschichte eingehen:



Th. Wrede aus Kiel brachte aus Armenien die Rüden Rishan mit, er erhielt die Zuchtbuchnummer S 1a. Dr. E. Ludwig aus Altona ließ den Rüden Abdul aus Damaskus ins Zuchtbuch eintragen, er erhielt die Nummer S 2a. Bei den Angaben zu Rishan und Abdul fehlt leider jeweils das Wurfdatum. Nach Recherchen von A. C. Brendel sind die beiden Rüden vermutlich um 1910 geboren und von den beiden Deutschen, die am Bau der Bagdad-Bahn beteiligt waren, mitgebracht worden. Bei dieser Bahn handelt es sich um die 2430 km lange Eisenbahnlinie von der Türkei bis in den Irak, deren Bau 1903 mit deutscher Beteiligung begonnen und 1940 vollendet wurde.



Die eigentliche fortlaufende Saluki-Numerierung beginnt unter S1 mit dem Rüden Cyrus, S 2 ist die Hündin Slongha Peri, S3 die Hündin Hella Irandocht. Alle drei stammen aus Teheran aus der Zucht von Sultan Ahmed Schah Kadjar. Cyrus und Slongha Peri sind die Eltern der beiden ersten Saluki-Würfe in Deutschland. Der erste eingetragene Saluki-Wurf fiel am 12.11.1922 im Zwinger "von Persien" von C. Woltering in Weinböhla, der zweite Wurf wurde am 15.07.1923 geboren. Damit ist die deutsche Saluki-Zucht genauso alt wie der englische "Saluki or Gazelle Hound Club", der 1923 gegründet wurde, und kann daher gleichermaßen auf eine nunmehr 70-jährige Geschichte zurückblicken.



Die deutsche Saluki-Zucht begann 1922 mit einer kurzen Phase der Zucht mit Salukis aus den Ursprungsländern, die bis 1926 reichte. Von da ab wurde die Zucht im wesentlichen beeinflußt von Hunden, die nicht aus den Ursprungsländern kamen, sondern aus anderen europäischen Ländern, hauptsächlich England, später auch aus den Niederlanden und in den letzten 15 Jahren auch aus den USA.



Bis 1926 fielen insgesamt zehn Würfe, wovon neun auf nur drei verschiedenen Hunden basierten. Dies waren die bereits genannten Salukis aus Teheran Cyrus, Slongha Peri und die Hündin Hella Irandocht, S 3. Die Verbindungen Cyrus - Slongha Peri und Cyrus - Hella Irandocht sind jeweils einmal wiederholt worden. Beide Hündinnen wurden für die Wiederholungswürfe bei ihrer unmittelbar nach dem ersten Wurf folgenden Hitze gedeckt.



Fünf weitere Würfe, die in den Zwingern "von Persien", Z.: C. Woltering, Weinböhla, "von Persepolis", Z.: E. Wetzig, Weinböhla, und "von Teheran", Z.: E. Kollmann, Elberfeld, fielen, waren mangels neuen Blutes Inzestwürfe, entweder Vater (Cyrus) - Tochter - Verbindungen oder Geschwister-Paarungen (Kinder von Cyrus und Slongha Peri).



Es war für den Fortbestand und die Weiterentwicklung der damaligen gerade begonnenen Saluki-Zucht daher unbedingt notwendig, daß neue Saluki-Importe nach Deutschland kamen. Mit den 1926 erfolgten Importen, die aus England stammten und direkte Nachfahren des berühmten Sarona Kelb waren, tritt eine Wende in der deutschen Saluki-Zucht ein.



Die ersten Salukis kamen 1840 nach England: eine Hündin, die im Besitz von Sir Hamilton Smith war, und zwei Rüden, wovon der eine dem Zoologischen Garten in Regents Park gehörte, der andere dem damaligen Herzog von Devonshire in Chatsworth. Man nannte diese Hunde Persische Greyhounds, da alle drei aus Persien kamen. In England wie in Deutschland war Mitte des letzten Jahrhunderts das Interesse an dieser Rasse nicht sonderlich groß. In England änderte sich das erst mit Honorable Florence Amherst. Schon in den 90er Jahren brachte Right Honorable Miss Florence Amherst einige helle Salukis aus Palästina aus dem Zwinger des Prinzen Abdullah nach England. Aber erst nach Beendigung des 1. Weltkrieges setzten die hauptsächlichsten und bedeutendsten Saluki-Importe nach England ein. Im Krieg hatte Brig. General F.F. Lance für einen Araberscheich ein Polopony trainiert. Dafür erhielt er von diesem die Kurzhaar-Hündin Baalbek. Nun erschien im Camp der englischen Offiziere eines Tages ein weißer Saluki-Rüde namens Seleughi mit dunklen Flecken und kupierten Ohren (wegen der vielen Kakteenhecken). Er blieb im Zelt eines Offiziers eine Zeit lang, um dann wieder zu verschwinden und in das Zelt des Brig. Generals Lance, der die grizzlefarbene Hündin Baalbek besaß, hinüberzuwechseln. Als dieser kurze Zeit später nach Sarona zwischen Jerusalem und Haifa versetzt wurde, gingen die beiden Salukis natürlich mit.



Aus ihnen gab es einen Wurf, der nach dem Ort Sarona auch den Zwingernamen "Sarona" erhielt. In diesem Wurf lag Englands und wohl auch damals Europas berühmtester Zuchtrüde, der spätere Champion Sarona Kelb." (Gullan Lindroth, "Älteste Saluki-Importe nach England und Deutschland", DWZRV-Zuchtbuch Bd. XXI (1963-1964), S. 151)



Sarona Kelb wurde 1919 geboren, sein gescheckter Vater hieß Seleughi, seine Mutter Baalbek war eine grizzlefarbene Kurzhaar-Hündin. 1921 brachte Brig. General Lance Kelb nach England, wo er schnell Champion wurde, nachdem die Anerkennung der Rasse Saluki, dort auch Gazelle Hound genannt, durch den englischen Kennel Club 1923 erfolgt war; der "Saluki or Gazelle Hound Club" war wenige Monate zuvor am 8.2.1923 anläßlich der Londoner Crufts Ausstellung gegründet worden. Insgesamt gewann Kelb 12 CCs (analog unseren CACs = Anwartschaften auf das deutsche Championat), sein letztes auf der Cruft's 1930, ein Jahr, bevor er starb. Es wird berichtet, "daß Sarona Kelb vor jeder Ausstellung getrimmt werden mußte, weil er an Brust, Rippen und Schenkel so lange Haare hatte und die Richter meinten, das sei nur Afghanen erlaubt". (S. Koch, "Notizen über Salukis", UR, 4(1972), S. 286)



Die ersten beiden Importe aus England nach Deutschland waren die Hündin Sarona Dhurra S 60 (Sarona Kelb - Sarona Nurnisha), Z.: Lance, und der Rüde Hassan el Bahrein S 69 (Sarona Kelb - Hosha el Bahrein), Z.: D. Holmes, die beide in den Besitz von Gullan Lindroth, einer in Süddeutschland (Oberkirch) lebenden Schwedin, übergingen.



Mit Gullan Lindroth und ihrer berühmten "el Saluk"-Zucht wird auf die deutsche Saluki-Zucht ein sehr nachhaltiger Stempel gesetzt. Der erste Wurf im Zwinger "el Saluk" fiel am 8.12.1926 mit Sarona Dhurra, die noch in England von Sarona Musbat belegt worden war. Mit Gullan Lindroths drittem Wurf kam es 1927 erstmals zu einer englisch-deutschen Verbindung, und zwar deckte Hassan el Bahrein S 69, der im Frühsommer 1927 von England nach Deutschland gekommen war, Bushier Morgiane von Persepolis S 45.



Mit dem Beginn der "el Saluk"-Zucht wuchs sehr schnell das Interesse am Saluki. Weitere Importe aus England folgten bald: die Hündinnen Sarona Bint-el-Nada S 79 und Sarona Yasmin S 133 und der Rüde Sarona Malik S 96. Bis 1920 gab es fünf weitere Importe aus den Ursprungsländern, darunter auch zwei Kurzhaar-Salukis: Mira S 38 aus Persien, Jellas S 39 aus Syrien, Sheitan S 29, Chosro S 153 und Tschemschid S 154 kamen aus Teheran (Persien) von dem Gesandten Graf F. D. von der Schulenburg. Chosro und Tschemschid sind die beiden ersten Kurzhaar-Salukis im deutschen Zuchtbuch. Von zwei weiteren Eintragungen in jener Zeit, den Hündinnen Undine S 14 und Mirah S 78, ist die Herkunft unbekannt. 1930/1931 gelangten auch die ersten Saluki-Importe aus der Türkei nach Deutschland. Es sind insgesamt drei Hunde, die jedoch die deutsche Saluki-Zucht nicht nachhaltig beeiflußten. Ende 1930 gab es nunmehr schon insgesamt 154 eingetragene Salukis, davon tragen 52 Welpen, die in den Jahren 1926 bis 1930 aus 8 Würfen hervorgegangen waren, den Zwingernamen "el Saluk". Auch das Interesse an der Zucht von Salukis verstärkte sich zusehends. Ab 1930 wurden Salukis ebenso gezüchtet in den Zwingern "von der Hasenklage", Z.: A. Schwinn, Hering, "el Schiras", Z.: W. Vogt, Hannover, "aus der Ferne", Z.: F. Ludwig, Königsberg, "vom Gildehof", Z.: A. Seiffert, Goldberg, u. a. Fast alle züchteten mit Hunden, die auf Sarona Kelb zurückgingen. Einige Jahre später folgten weitere Zwinger, die sich der Saluki-Zucht widmeten:



Ab 1935 "el Rashan", Z.: J. Kölbl, München, ab 1937 "von Arabien", Z.: M. Weißweiler, Königsberg, ab 1938 "von der Burg Windeck", Z.: E. Windecker, Berlin u. a. 1934 schenkte Brig. General Lance der Züchterin Gullan Lindroth den Rüden Sarona Josef, von dem er von Anfang an voll überzeugt war. Er meinte gegenüber Gullan Lindroth: "Wird Josef kein Champion, sind ihre Richter nicht gut." In der Tat errang Josef mühelos sein Internationales Championat unter deutschen und anderen Richtern. Er hat die deutsche Saluki-Zucht sehr maßgeblich beeinflußt, wie später zu sehen ist. Das Außergewöhnliche dieses Hundes belegt ein Zitat von Gullan Lindroth: "Dieser Saluki, edel von außen wie von innen, wurde meines Lebens wunderbarster Hund. Von seiner innerlichen Vornehmheit, wie selten bei Zwei- oder Vierfüßern zu erleben, steht mir noch eine Episode klar vor Augen: Salukis sind meist zurückhaltend gegen Unbekannte. Aber eines Tages kam ein unserem Sarona Josef völlig unbekannter Freund des Hauses zu Besuch, dessen Inneres gewiß dem des Salukis verwandt war. Was machte damals Sarona Josef? Gegen seine Gewohnheit ging er dem fremden Herrn entgegen, setzte sich vor ihm hin und reichte ihm seine Pfote." (Gullan Lindroth, "Eine Wanderung durch drei Jahrzehnte mit Salukis", DWZRV-Zuchtbuch, Band XVII (1956-1958), S. 143)



Gullan Lindroth setzte Sarona Josef selbst 5 mal zur Zucht ein, in anderen Zwingern wurde er nicht als Deckrüde verwendet.



Ihr letzter Wurf fiel 1967. In 32 Jahren Zucht erblickten insgesamt 194 Welpen in 39 Würfen das Licht der Welt, 13 Hunde errangen eintragungsfähige Titel.



Die erfolgreichsten "el Saluk"-Hunde sind die beiden Weltsieger 1935 Marduk el Saluk S 64 und seine Tochter Naj el Saluk S 141.



Zum Andenken an Gullan Lindroths Verdienste um die deutsche Saluki-Zucht stiftete 1976, 50 Jahre nach dem ersten "el Saluk"-Wurf, W. A. Mertin die "el Saluk"-Erinnerungstrophy. Es handelt sich um einen Wanderpreis, der bei der jährlichen Verbandssieger-Zuchtschau an den Rassebesten (Best of Breed) vergeben wird.



Bis Ende 1940 wurden insgesamt 529 Salukis eingetragen, die Zahl hatte sich also seit 1930 mehr als verdreifacht, davon kamen 89 aus dem "el Saluk"-Zwinger und 40 trugen den Zwingernamen "von der Hasenklage".



1941 beginnt dann die bisher erfolgreichste Saluki-Züchterin Deutschlands ihre Zucht. Gemeint ist hier Theodore Knussert, die 1989 im Alter von 89 Jahren starb, mit ihrem Zwinger "el Saraje". Ihr erster Saluki hieß Peri Banu el Saluk (Sarona Josef S 373 - Oriafa el Saluk S 409); sie soll ein Geschenk von G. Lindroth an Th. Knussert gewesen sein.



Für ihren ersten Wurf entschied sie sich für eine Halbgeschwister-Paarung und verwendete Omar el Saluk S 405 (Sarona Josef S 373 - Naj el Saluk S 141) als Deckrüden.



Anläßlich des 80sten Geburtstages 1980 von Theodore Knussert ließ Susanne Koch in ihren Glückwunschworten "Theodore Knussert zum Achtzigsten", UR 8 (1980), S. 56, den Beginn der "el Saraje"-Zucht noch einmal Revue passieren:



"Theodore Knussert wurde am 26. August 1900 geboren. Ihr Vater war Anwalt und lehrte sie die Achtung vor den Geschöpfen. Er gab ihr eine ausgezeichnete Erziehung, die es ihr ermöglichte, als Hauslehrerin der Familie von Twickel im Wasserschloß Havixbeck sechs Kinder bis zum Aitur zu führen. Gelegentlich saß auch Constantin Freiherr Heeremann von Zuydtwyck, heute Präsident des Deutschen Bauernverbandes, in ihrem Schulzimmer, um das 1x1 zu lernen. Theodore Knusssert ist hochgebildet, von regem Geist und spricht - für sie selbstverständlich - englisch, französisch und italienisch fließend. Zu ihrer Ausbildung gehörte ohne Zweifel auch Latein.



Das ist die eine Seite ihres Lebens. Die andere wurde mit bildhaft deutlich, als ich 1944 Arisa el Saraje zu ihr nach Havixbeck zurückbrachte, weil sie im hungernden Kriegsberlin in einem Hinterhof sechs Hühner gerissen hatte. Ich war mit dem Zug gekommen und mußte vom Bahnhof laufen. Theodore Knussert kam mir vom Feld entgegen und berichtete, sie hätte sich gerade um die Milchschafe kümmern müssen. Im Havixbeck hielt die Familie Milchschafe, um Butter zu gewinnen, da alle Erträge der Milchwirtschaft abgeliefert werden mußten. Theodore hatte sowohl die Schafe wie das Geflügel zu versorgen. Es war ein großer Hühnerhof mit vielen Hennen, und meine Arisa fühlte sich inmitten dieser "Masse Federvieh" gar nicht sehr wohl.



Arisa el Saraje war mein zweiter Saluki. Der erste starb 1939 an Staupe. Ich hatte ihn in Berlin in einer Tierhandlung als Windspiel gekauft für über 30,-- Reichsmark als Opfer des Polenfeldzuges. Dr. Mesewinkel, der damals für Windhunde zuständige Tierarzt, bestätigte die Rassereinheit. Mit diesem Hund war ich der Saluki-itis anheimgefallen, und 1941 kam endlich mein Wunschhund Arisa el Saraje in einer Kiste zum Bahnhof Zoo in Berlin. Ein schwarzes Hundebaby mit weißen Abzeichen und wurde "Beberle" genannt. Es begann eine wunderschöne Korrespondenz, Fotos wurden hin- und hergeschickt, bis zu dem Tag, an dem ich Arisa zu meinem großen Kummer aus dem zerbombten Berlin nach Havixbeck zurückbringen mußte.



Damit begann aber die eigentliche Zucht der "el Sarajes". Und das kam so: Um den Hühnerhof vor Einbrüchen und Diebstählen zu schützen, wurde eine deutsche Dogge "angestellt". Eine wunderschöne schwarz-weiß-Hündin, die in einem Streit Theodores Stammhündin Peri Banu el Saluk tödlich verletzte. Aber Glück im Unglück: Die Doggenhündin war scheinträchtig und man konnte ihr die mutterlosen Welpen von Peri Banu unterlegen. Sie nahm sie an und zog sie auf. Theodore Knussert hatte ursprünglich Dackel gezüchtet, bis sie 1938 in Frankfurt/Main auf einer Ausstellung Fräulein Gullan Lindroth traf und die ersten Salukis sah. Dieser Tag ließ eine enge Freundschaft und Zusammenarbeit entstehen. Peri Banu el Saluk kam nach Havixbeck und begründete den Zwinger "el Saraje".



Theodore Knussert hatte aus Ihrem ersten Wurf Peri Banu el Saluk mit Omar el Saluk einen hellen Rüden Asad el Saraje behalten. Jetzt kam Arisa zurück, und aus dieser Geschwisterpaarung, die ursprünglich nicht beabsichtigt war, kamen so schöne Hunde, daß diese Verbindung noch mehrfach wiederholt wurde. Es gibt kaum einen Saluki in Deutschland, der nicht diese Verbindung im Stammbaum hat. Damals gab es noch keinen Impfstoff gegen Staupe, und 1949 starb in Havixbeck ein Saluki nach dem anderen. Als der letzte begraben wurde, brachte Arisa el Saraje einen wunderschönen, ihren letzten Wurf zur Welt. Die deutsche Salukizucht war gerettet und wurde nun durch Importe mit Fremdblut sowie durch geschickte "Heiratspolitik" weitergeführt."



Während der Zeit des 2. Weltkrieges konnte Th. Knussert wie auch alle anderen Züchter nur unter allergrößten Entbehrungen und Bewältigung größter Schwierigkeiten ihre Hunde überhaupt am Leben erhalten:



"Der Krieg begann. Ausstellungen waren nicht mehr möglich. Auch eine Weiterzucht schien völlig ausgeschlossen, bis Arisa, eine Wurfschwester von Asad, aus Berlin wieder in den Zwinger zurückgeholt werden konnte. Mit Erlaubnis der obersten Zuchtleitung durfte eine Geschwisterehe eingegangen werden. Viele hervorragende Salukis sind aus dieser mehrmals wiederholten Verbindung hervorgegangen. 7 Salukis konnten den Krieg im "el Saraje"-Zwinger überstehen. Jeder Züchter kennt die Sorgen dieser Jahre. Es gab zwar Nährmittelkarten für Zwingerr, aber an Fleischnahrung nur die für menschliche Ernährung absolut unbrauchbaren Abfälle. Jedes Tier, das im Gutsbetrieb oder auf bekannten Bauernhöfen einging, wurde verfüttert. Einmal kam eine Anzeige: Fräulein Knussert füttert die Hunde mit "gebratenen Gänsen"! Irgendwer hatte gesehen, wie eine verendete Gans im Zwinger gerupft und verfüttert wurde. In der Phantasie kam das - "braten" hinzu.



Nach dem Kriege, als Schußwaffen für die Jäger nicht erlaubt waren, wurden im Jagdrevier des Schlosses Salukis zur Jagd auf Hasen angesetzt. Einmal - sieben waren zur Jagd freigelassen - kamen sie nacheinander, jeder mit einer Beute im Fang, zurück. Der erste Hase wurde noch vollständig heil auf der Treppe abgelegt. Bei jedem nachfolgenden fehlte leider etwas mehr. Der letzte brachte nur noch ein leeres Fell als Trophäe! Doch war dies eine Ausnahme. El Saraje-Salukis wurden auch von anderen Jagdherren eingesetzt mit bestem Erfolg. Allerdings nur in den Hungerjahren nach dem Kriege.



1944 wurde aus der Not der Zeit eine absolute Zuchtsperre, die ein paar Jahre anhielt, über alle Zwinger verhängt.



Gegen Kriegsende, als die Russenlager überall ihre Tore öffneten, als das Schloß besetzt und Fräulein Knussert bei ihren Hunden allein in einer Hütte im Park blieb, erwies sich Asad wirklich seines Namens wert. Ein Russe, der irgendwie ausgekundschaftet hatte, daß auch Wertsachen hier versteckt waren, versuchte eines nachts drei Mal in die Hütte einzudringen. Asad vor allem verteidigte seine Menschenkameradin wie ein Löwe. Selbst Knüppelhiebe und Messerstiche hielten ihn nicht ab, den Eindringling in die Flucht zu schlagen."



Zitiert nach Margarete Deter, "25 Jahre 'el Saraje'-Zwinger, UR 4 (1963), S. 326.



Asta von Berger, eine jahrzehntelange Freundin und Kennerin von Theodore Knussert, hat in ihrem Artikel "Theodore Knussert - ein Portrait", UW 6 (1989), S. 4, die Zuchtziele der "el Saraje"-Zucht beschrieben. Theodore Knussert versuchte, „die ursprüngliche Gestalt dieser viertausend Jahre alten Rasse, insbesondere die arabische Urform“... zu erhalten:



Die Harmonie der sanft gleitenden Linien vom nicht zu steil aufgerichteten Hals über den sanft geschwungenen, nicht zu langen Rücken, den edlen, trockenen, aber nicht zu langen, zu spitzen, zu schmalen Kopf, der in Verbindung mit dem eleganten, aber auch nicht zu langen, zu dünnen Hals, der ja noch die erlegte Beute tragen sollte - die weiche Rundung zwischen den hoch angesetzten Ohren, die großen Märchenaugen, der wichtige kleine, aber im Gegensatz zu der ungebrochen verlaufenden Oberlinie des Barsoikopfes deutlich sichtbare Stop im Übergang zu den hochgezogenen Weichen. Die kräftige, nicht zu stark gewinkelte Hinterhand. Die reiche, seidige, aber niemals wollige Befederung. Das federnde, zuweilen tänzerische, weit ausgreifende Gangwerk. Auch auf zwei Eigenschaften, die in letzter Zeit in Richterberichten leider seltener erwähnt werden, legte sie großen Wert - auf eine ausgeprägte Vorbrust und einen kraftvollen Nachschub in der Bewegung.



Dabei achtete sie, als noch kaum jemand offiziell darüber nachdachte, sorgfältig auf das Wesen ihrer Hunde. Ich erinnere mich, daß sie 1960 einen ungewöhnlich schönen Tricolor-Schecken-Rüden namens Quiz besaß. Trotz seiner überragenden Schönheit verzichtete sie darauf, ihn in der Zucht einzusetzen, weil er ihr zu scheu und ängstlich war und sie befürchtete, daß er diese Eigenschaften vererben könne.



Im Gegensatz zu vielen damaligen und heutigen Züchtern hatte sie keine Vorliebe für bestimmte Farben. 'Für einen Züchter hat ein Hund keine Farben', pflegte sie zu sagen. 'Nur die Qualität darf entscheiden!' Danach handelte sie. Und so fanden sich in ihrer Meute in den großflächigen Zwingern in Havixbeck Salukis in allen erlaubten Farben - weiße, rote und Grizzles in allen Schattierungen, schwarze mit Silber, schwarze mit braun, Schecken, creme- und sandgetönte."



Als die unmittelbare Nachkriegszeit vorüber war, ich meine die Zeit ab 1951, waren von denjenigen, die in den ersten beiden Jahrzehnten der deutschen Saluki-Zucht regelmäßig zu züchten begonnen hatten, nur noch Gollan Lindroth und Theodore Knussert aktiv.



In der Zeit von 1951 bis 1965 gab es keine Neugründungen von größeren Saluki-Zwingern, die insgesamt mindestens 10 Würfe hervorgebracht haben. Von den von 1951 bis 1960 eingetragenen 170 Welpen tragen 93 den Zwinger-Namen "el Saluk" oder "el Saraje"; von 1961 bis 1965 sind von den 143 Eintragungen 68 Salukis aus den beiden oben genannten Zwingern. Das sind damit fast die Hälfte aller Eintragungen. Bei der Intensität des Züchtens und den herausragenden Erfolgen dieser beiden Zwinger hatte keiner, der in dieser Zeit anfing, ähnliches züchterisches Geschick, Durchhaltevermögen und Glück. Es war zugleich auch die Zeit des wirtschaftlichen Wiederaufbaus nach dem 2. Weltkrieg, und die Menschen hatten andere Bedürfnisse, als sich der kosten- und zeitintensiven Zucht von Hunden zu widmen. Die meisten Züchter-Anfänger hörten nach dem 3. oder 4. Wurf auf. Mögen es bei dem einen oder anderen vielleicht ganz andere Gründe für die Aufgabe der Zucht gewesen sein, so ist es doch symptomatisch für die Zeit, in der die "el Saraje"-Zucht auf ihrem Höhepunkt war.



Als Beispiele seien genannt:



"el Shahin", Z.: Helmut Astfalck, "el Indschima", Z.: Werner Reuter, "vom Löwentor", Z.: Peter Schwebel, "el Hakim", Z.: Dr. Hubert Sassen, "of the Red-White Casino", Z.: Adolf Bayer, "Kohinoors", Z.: Winfried Rodenstein.



Etwas längeren züchterischen Atem in dieser Zeit und darüber hinaus hatte nur Mathilde Mencke mit ihrem "el Parsi"-Zwinger. Von 1959 bis 1973 gingen aus ihrem Zwinger 8 Würfe hervor. Ihre Zucht geht jedoch ausschließlich auf "el Saraje" zurück. Lediglich für ihren 2. Wurf nahm sie Kassimm S 952, der jedoch wie vorher beschrieben, bei Theodore Knussert im Zwinger stand. Mit ihr verband sie eine jahrzehntelange sehr herzliche Freundschaft. Die Hündin Hatya el Parsi S 1402 aus Mathilde Menckes letztem Wurf, mit der sie selbst sehr gern weitergezüchtet hätte, wurde Mutter des ersten Wurfes in "Sawahin"-Zwinger von Dagmar Hintzenberg-Freisleben und Manfred Freisleben, nachdem sich Mathilde Mencke aus Alters- und gesundheitlichen Gründen entschlossen hatte, mit der Zucht aufzuhören und den beiden Jüngeren die Fortsetzung der Zucht anzuvertrauen.



Auch Theodore Knussert hatte sich schon einige Jahre zuvor, als sie das Nachlassen der Kräfte spürte, Gedanken darüber gemacht, wer ihr züchterisches Erbe antreten sollte und damit den Fortbestand ihrer Zucht und ein Zuhause ihren Hunden sichern könnte. "Sie übergab ihren kostbaren Schatz einem Jüngeren (Peter Faulstroh, Anm. d. Autors), der ihr sehr verbunden war und die Zucht in ihrem Sinne weiterführen wollte. Die langsame, aber merkbare Entfernung von ihrem Zuchtziel und schließlich der tragische Tod dieses erhofften Erben hat dazu geführt, daß die meisten der so wertvollen 'el Saraje-Hunde' in alle Winde zerstreut wurden." (Asta von Berger, "Theodore Knussert - ein Portrait", UW 6 (1989), S. 4)



Von 1971 an bis zum letzten "el Saraje"-Wurf im Jahr 1973 firmierte Peter Faulstroh, Tierarzt in Groß-Gerau, zusammen mit Theodore Knussert als Zwingerinhaber. In diesen 2 Jahren fielen 7 Würfe. Kennzeichnend für 3 dieser Würfe war, daß blutsfremde Büden wie Branwen Sethi LOE 24911 und Samoem's Ser Babe Men NHSB 557734 als Deckrüden verwendet wurden und nicht mehr bewährte "el Saraje" - oder wenigstens doch blutsverwandte Rüden. Ser Babe Men ging gar auf Import-Abstammung aus dem Irak zurück. Dies mußte unweigerlich zur Entzweiung der beiden Züchter führen. Peter Faulstroh tritt 1973 aus der Zwingergemeinschaft wieder aus und führt seine eigene Zucht unter dem Namen "el Ghazal" fort, siehe hierzu weiter unten.



Erst mit dem Ende der "el Saluk"-Zucht 1967 setzten neue nachhaltige züchterische Aktivitäten in der deutschen Saluki-Zucht ein. Innerhalb der nächsten ca. 10 Jahre (1966-1977) begannen 9 Zwinger, sich regelmäßig der Saluki-Zucht zu widmen, s. Tabellen "Zuchtgeschehen ab 1965". Darunter werden Zwinger verstanden, die seit Zuchtbeginn bis heute mindestens 10 Würfe hatten. 6 Dieser Zwinger bestimmen auch heute noch im wesentlichen die Ergebnisse bei Ausstellungen; bei Rennen sind außerdem auch einige kleinere Zwinger recht erfolgreich.



Die Zwinger "Mumtachir-ar-rih", Z.: Marianne Hessing und "el Ghazal", Z.: Peter Faulstroh, wurden nach dem Tod ihrer Besitzer nicht mehr fortgeführt. Der Zwinger "el Marakesch", Z.: N. u. E. Hildebrandt hat seit 1987 keine weiteren Würfe mehr angezeigt.



Bei der Vorstellung dieser 9 Zwinger soll chronologisch nach dem Jahr des Zuchtbeginns vorgegangen werden.



...



„Sawahin“ - Zuchtstätte



von D.Hintzenberg-Freisleben/ M.Freisleben



Als letzter der Zwinger, die in den 70er Jahren gegründet wurden, soll der von Dagmar Hintzenberg-Freisleben und Manfred Freisleben vorgestellt werden. Sie gaben ihrer 1977 begonnenen Saluki-Zucht den Namen "Sawahin".



Wie vermutlich so mancher Saluki-Züchter hatten sie ursprünglich nicht vorgehabt, sich der Zucht zu widmen. Durch die räumliche Nähe zu Mathilde Mencke und ihrem "el Parsi"-Zwinger entstand von Anfang an ein intensiver Kontakt. Als sich Mathilde Mencke aus gesundheitlichen Gründen entschloß, mit der Zucht aufzuhören, schlug sie Dagmar Hintzenberg-Freisleben und Manfred Freisleben vor, mit ihrer für die Weiterzucht vorgesehenen Junghündin Hatya el Parsi einen Wurf zu machen. Deckrüde wurde Nirwan-Pharcas von der Irminsul, der erste Saluki, den sich Dagmar Hintzenberg-Freisleben angeschafft hatte. Dieser erste Wurf brachte sogleich einen herausragenden Rüden hervor: CH Assalam Sawahin war nicht nur im Inland und Ausland erfolgreich, sondern er stach auch durch seine Farbe hervor. Er war ein Grau-weiß-Grizzle, wie man ihn nur selten sieht: Die helleren Fellpartien wie Gesicht, Läufe, Ohr und Rutenbefederung waren fast weiß und klar abgegrenzt. Mathilde Mencke hatte sich immer eine solche Farbe gewünscht, doch in ihren 9 Würfen nie erhalten. Theodore Knussert sagte jedesmal bei seinem Anblick, er sei ganz wie ihr geliebter Waki el Saraje, der die gleiche Farbe gehabt hatte. Waki war zwar ein Vorfahre von Assalam, doch lagen viele Generationen dazwischen. Die grau-grizzle Farbe mit weiß war im Verborgenen von einer zur anderen Generation weitergegeben worden.



Der zweite Saluki-Wurf war eine Wurfwiederholung, aus der nur ein Welpe hervorging. Da er aus Gründen der besseren Sozialisation nicht alleine aufwachsen sollte, wurde von einem Pharmakonzern ein 1 Tag alter Beagle-Welpe gekauft, dessen Leben ursprünglich für die Versuchsabteilung des Konzerns bestimmt war. Wie sehr sich die beiden Welpen in diesem frühen Alter ähnelten, zeigte die Verwechslung des Saluki mit dem Beagle durch den Zuchtwart, der sich am darauffolgenden Tag den "gemischten" Wurf anschaute.



In den folgenden Würfen bis zum H-Wurf einschließlich wurden bewährte Rüden aus deutscher Zucht und den Niederlanden gewählt. Als Zuchthündinnen wurden Hündinnen gewählt, die aus dem A-, C- und D-Wurf stammten.



Aus jedem dieser Würfe, außer dem H-Wurf gingen Champions hervor. Chirica Sawahin (Chiff Mumtachir-ar-rih - Agila Sawahin) wurde u. a. auch beste Saluki-Hündin des Jahres 1982 nach der Zeitschrift "Afghanen- und Saluki-Journal". Der D-Wurf brachte aus Aniqa Sawahin nach CH Bahram el Batal Dajan Sawahin hervor, der von R. Böhm in dem Artikel "Saluki-Rennrangliste Rennsaison 1987" (UW 3 (1988), S. 6) als "Dauerrennläufer" bezeichnet wurde. Dajan lief bis zu seinem 8. Geburtstag insgesamt 87 Rennen. Sein größter Erfolg außer dem Verbandsrennsiegertitel 1986 war die Zuerkennung des Titels Deutscher Champion für Schönheit und Rennleistung.



Bei der Wahl des Deckrüden für den G-Wurf wurde erstmals ein ausländischer Rüde zur Zucht verwendet. Es war CH Samoem's Sakbar Walad, der für den letzten Wurf von Aniqa Sawahin gewählt wurde. Gandhara und Geja waren aus diesem Wurf besonders erfolgreich. Gandhara errang drei von den für sie im Jahr 1986 möglichen vier Jugendsiegertiteln: Weltjugendsiegerin, Europajugendsiegerin, Bundesjugendsiegerin.



Die amerikanische Hündin CH D'Ansor Becktor Bathsheba bestimmte ab 1985 im Sawahin-Zwinger größtenteils das Zuchtgeschehen. Bathsheba hatte von ihrer kalifornischen Züchterin und Besitzerin Gina Ross eine "Aufenthaltserlaubnis" für vier Jahre bei Dagmar Hintzenberg-Freisleben und Manfred Freisleben bekommen. Gina Ross hatte sich bis 1989 beruflich gebunden, und so war es absehbar, daß sie sich in dieser Zeit nicht so um Bathsheba würde kümmern können, wie sie es sich selbst für diese außergewöhnliche Hündin wünschte. Bathsheba gewann ihr deutsches und internationales Championat in kurzer Zeit und gewann dreimal hintereinander Best-in-Show. Ihr größter Erfolg war dabei der Best-in-Show-Sieg auf der Europasieger-Ausstellung 1987 in Dortmund, wo sie als schönster Hund der Ausstellung von 4587 Hunden hervorging. Ehrenpreise des Bundespräsidenten Richard von Weizäcker und des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen Johannes Rau waren die Anerkennung für diese Hündin. Im gleichen Jahr wurde Bathsheba auch Top-Saluki-Hündin 1987, ermittelt von der Zeitschrift "Afghanen- und Saluki-Journal".



Bathsheba war ein ungewöhnlich fröhlicher und selbstbewußter Saluki. Umstellungsschwierigkeiten, als sie von Kalifornien zu ihrer Gastfamilie kam, kannte sie nicht. Sie war in dieser Hinsicht ganz wie die meisten Kalifornier, die uns Europäer inmmer wieder mit ihrem grenzenlosen Optimismus beeindruckten. Bathsheba hat ihre Wesensart an die meisten ihrer Kinder weitergegeben. Zu nennen sind hier besonders die 3 sehr erfolgreichen Kinder aus dem I-Wurf, die alle sehr schnell ihr Championat und andere Titel erringen konnten: Iskala, Ilias, Indra-Khan. Iskala wurde außerdem 1988 und 1989 aufgrund ihrer Ausstellungserfolge Top-Saluki-Hündin nach der Zeitschrift "Afghanen- und Saluki-Journal".



Für Bathshebas erste beiden Würfe, den I- und J-Wurf, wurden jeweils amerikanische Rüden auserwählt:



- für den I-Wurf: CH Crown Crest Dschingis Khan



- für den J-Wurf: CH Sahava el Arish



Aus dem J-Wurf, der leider nur aus zwei Hündinnen bestand, ging wieder eine im In- und Ausland sehr erfolgreiche Hündin hervor: Jahahli Sawahin, die u. a. mit gerade 18 Monaten den Bundessieger-Titel 1989 bei starker Konkurrenz errang.



Mit Bathshebas letztem Wurf ging ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. Tollwütige Füchse in Finnland veranlaßten 1988 die schwedische und norwegische Regierung, auch für Hunde aus Finnland eine viermonatige Quarantäne bei Einfuhr zu verlangen. Bisher war die Ein- und Ausreise von Hunden innerhalb Skandinaviens (Norwegen, Schweden, Finnland) im Gegensatz zum Transfer von Hunden aus Ländern des europäischen Kontinents nach Skandinavien ohne Quarantäne möglich gewesen. Finnland wurde durch diese Maßnahme der übrigen skandinavischen Länder in eine kynologische Insellage gedrängt. Um dies langfristig zu verhindern, hob Finnland daraufhin die eigenen Quarantänebestimmungen im Juni 1988 auf.



Nunmehr konnte der finnische Rüde CH Kirman Khayal, der mehrere Jahre Finnlands erfolgreichster Saluki war und auch viele Rennen gewann, für Bathsheba zur Zucht verwendet werden. Die Welpen aus dieser Verbindung wurden Ende Mai 1989 geboren. Vor diesem Wurf mit amerikanisch-finnischen Eltern gab es im Sawahin-Zwinger 1988 einen Wurf, in dem außer fünf befederten auch drei Kurzhaar-Salukis fielen, die alle grizzlefarben waren.



Manfred Freisleben: "Ein Anliegen von uns war es, auch die Kurzhaar-Variante des Saluki, die im Standard seit jeher verankert ist, in häuslicher Gemeinschaft, auf der Rennbahn und züchterisch näher kennenzulernen. Dennoch vergingen 11 Jahre, bis 1987 der erste Kurzhaar-Saluki sich zu unseren befederten Salukis gesellte."



Die Mutter des oben genannten Wurfes ist die amerikanische Kurzhaar-Saluki-Hündin Zahra du Zada of Conamor. Zahras Züchterin, Nancy MacLean, zählt seit vielen Jahren zu den erfolgreichsten Kurzhaar-Saluki-Züchtern in den USA. Schneller als viele es für möglich gehalten hatten, errang Zahra ihre Anwartschaften auf das deutsche Championat. Besondere Anerkennung fand sie hauptsächlich bei ausländischen Richtern, die von ihrem eigenen Land her mit Kurzhaar-Salukis vertraut waren. Zweimal wurde Zahra auf CAC-Ausstellungen Reserve-Best-in Show-Gewinnerin. Auch auf der Rennbahn lief sie einwandfrei, obwohl sie in den USA keine Bahn, sondern nur Coursing kennengelernt hatte.



Von Zahras drei Kurzhaar-Söhnen sind der grau-weiß-grizzle-farbene Lykaon und der anthrazit -grizzle-farbene Laurin besonders erfolgreich: Beide sind vierfacher Champion und mehrmalige Best-in-Show-Gewinner. Jeder hat den internationalen, deutschen und VDH Champion. Lykaon außerdem den Schweizer und Laurin den Luxemburgischen Championtitel. Lykaon hat außerdem die Begleithundprüfung bestanden.



Kurzhaar-Salukis werden es hier auf dem europäischen Kontinent besonders schwer haben, da sie mit den beiden anderen, seit vielen Jahren bekannten orientalischen Kurzhaar-Rassen, dem Sloughi und Azawakh, um die Gunst der Windhundliebhaber zu kämpfen haben. In allen anderen Ländern, in denen Kurzhaar-Salukis gezüchtet werden, gibt es entweder bisher kaum Exemplare der beiden anderen Rassen oder sie werden wie in den USA nicht als eigenständige Rasse anerkannt.



Andererseits gibt es auch hin und wieder Ablehnung der Kurzhaar-Variante in den eigenen Saluki-Reihen. Für viele Saluki-Besitzer ist ein Saluki nur dann ein "echter" Saluki, wenn er Befederung and den Ohren und der Rute hat. Es sind die jahrzehntelangen Sehgewohnheiten, die viele blind dafür machen, was im Standard seit 1923 explizit formuliert ist: "Es gibt auf Kurzhaar-Salukis, die dem Standard in jeder Hinsicht mit Ausnahme der Befederung entsprechen."



Bemerkenswert ist, daß man inzwischen auch in anderen Ländern auf dem europäischen Kontinent den Kurzhaar-Saluki entdeckt. Seit einigen Jahren gibt es auch in Frankreich Kurzhaar-Salukis, die auf englische Zucht zurückgehen.



Hin und wieder wird es bei den "Sawahins" Würfe geben, in denen neben befederten auch Kurzhaar-Saluki-Welpen liegen, wenn es hierfür Interessenten gibt. Doch Manfred Freisleben schränkt ein: "Unser Ziel ist es, nicht mehr als einen Wurf pro Jahr großzuziehen, um eine individuelle Aufzucht der Welpen im Haus unter intensiver Betreuung und Prägung auf den Menschen zu gewährleisten. Um den bei uns bleibenden Salukis gerecht zu werden und damit eine intensive Freundschaft und ein Vertrauen zum Menschen im häuslichen Zusammenleben entstehenen, halten wir auch hier eine Begrenzung von 4 bis 6 Hunden für richtig, ganz im Sinne wie Hope Waters es einmal zu uns bemerkte: "Six is the limit, four is ideal."



Seit 1977 sind im Sawahin-Zwinger 18 Würfe mit 90 Welpen gefallen, 24 davon sind bereits Champions.





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