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Smiley Re: Offtopic: Händler ertattet zu wenig Geld zurück
Hi,



§ 357 Rechtsfolgen des Widerrufs und der Rückgabe

...

(3) Der Verbraucher hat abweichend von § 346 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 Wertersatz für eine durch die bestimmungsgemäße Ingebrauchnahme der Sache entstandene Verschlechterung zu leisten, wenn er spätestens bei Vertragsschluss in Textform auf diese Rechtsfolge und eine Möglichkeit hingewiesen worden ist, sie zu vermeiden. Dies gilt nicht, wenn die Verschlechterung ausschließlich auf die Prüfung der Sache zurückzuführen ist.

...



Jetzt können wir und auch die Richter uns stundenlang darüber streiten, was

die "Prüfung der Sache" darstellt und was nicht. Ich frage mich sowieso wie

man nach knapp 14 Tagen noch von einer Prüfung der Sache ausgehen kann, ohne

dabei das Gerät als solches für die vor dem Kauf geplante normale Nutzung

"gebraucht" zu haben. Allerdings sollte das Gesetz rein theoretisch auf

Deiner Seite sein, denn ob Du das Gerät prüfst oder normal benutzt, kann

der Händler Dir normalerweise nicht beweisen. Sofern aber Gebrauchsspuren

vorhanden sind, die bei einer Prüfung vermeidbar gewesen wären, würde ich

von normalem Gebrauch ausgehen und somit die Wertminderung anerkennen.



Du hast nicht zufällig Fotos von den "unversehrten" Einzelteilen gemacht und

das Paket unter Zeugen verpackt sowie zur Post gebracht? Wenn es hart auf

hart kommt und die Ware - warum auch immer - für Deinen Standpunkt ungünstige

Gebrauchsspuren hat, hast Du schlechte Karten.



Was mich an der Sache gewaltig stört ist die Tatsache, dass die Händler

munter die Beträge einbehalten (da kommt bestimmt ein nettes Sümmchen

zusammen) und dann die Ware dennoch dem nächsten Kunden für den vollen

Preis verkaufen. Das erlebt man übrigens nicht nur beim Versandhandel.

Geh mal zu Saturn, Mediamarkt oder Conrad. Alles Geschäfte mit Umtausch bei

nichtgefallen. Ich bin da ein paar mal auf die Nase gefallen, bis ich es

gelernt hatte, jede Ware vorher auf Unversehrtheit bzw. auf den Neuwaren-

Status zu prüfen. Allerdings ziehen diese Geschäfte Dir in der Regel keinen

Betrag ab, wenn Du die Ware zurückgibst. Dafür kostet es aber auch mehr

als im Versandhandel und der nächste "Dumme" bekommt dann eben gebrauchte

Ware. Irgendwann verkaufen sie es dann jemandem der sich daran nicht stört

oder sich nicht traut, Ärger zu machen.



Aber leider kannst man das nicht so leicht beweisen. Höchstens mit viel

Aufwand: Erst bestellst Du ein Gerät, markierst irgendwo eine Stelle

und gibst es zurück. Danach zieht der Händler Dir den Betrag ab und ein

Kollege bestellt den gleichen Artikel wie Du vorher. Es sollte natürlich

ein Artikel sein, der nicht so oft bestellt wird. Wenn er Deinem Kollegen

dann den markierten Artikel mit deutlichen Gebrauchsspuren zum vollen Preis

verkauft (z.B. entsiegelte Anti-Statik-Beutel, Fingerabdrücke auf Display,

veränderte Programmierung, etc.), könnte man das eventuell als Betrug

auslegen und entsprechend verfolgen.



Solltest Du keine Zeugen oder anderweitige Beweise für eine bekräftigung

Deiner Darstellung haben, würde ich Dir raten, das ganze unter "Lehrgeld"

zu verbuchen und beim nächsten mal schlauer zu sein.



Liebe Grüße,



Unfuture.



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