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Smiley Die Frage ist eher: Warum sind *wir* Tagaktiv?
Hallo,



Nachtaktivität ist eigentlich der ursprüngliche Zustand in der Klasse der Säugetiere. Ganz zu Anfang, als die Dinosaurier noch auf der lebten, vor mehr als 70 Millionen Jahren, waren die ersten Säugetiere noch kleine "Nischenformen", die sich als Insektenjäger ein Auskommen sicherten. Innerhalb der Klasse der Säugetiere stehen tatsächlich die Insectivora, also Insektenfresser wie etwa der Igel, am ehesten für die frühen Formen. Er ist klein, nachtaktiv und Allesfresser (nicht nur Insekten) mit spitzen Zähnen. Raubtiere (Carnivora), zu denen auch die Katzen gehören, besitzen eine exzellente Fähigkeit, in der Dunkelheit zu sehen und Bewegungen zu erkennen. Sie sind daher nachts als Jäger erfolgreich.



Wir Menschen hingegen teilen den Stammbaum mit Altweltaffen, die vor ca. 4 Millionen Jahren lernten, aufrecht zu gehen. Als ursprüngliche Fruchtfresser konnten unsere Vorfahren Farben sehen (damit der Reifegrad der Früchte beurteilt werden kann) und der gute Farbsehsinn funktionierte in der Nacht nun einmal nicht so wie er sollte. Weil es somit auch Nachts nicht viel zu holen gab für die Affen, war es daher, so eine Theorie, sinnvoll eher nachts zu schlafen und dafür tags Essen zu besorgen.



Somit haben sich also quasi zwei Lebewesen zusammengefunden, die von ihrer Herkunft her eher völlig entgegengesetzte strategien verfolgen: Der eine (Mensch) hat eine überlegene Farbwahrnehmung (auch Katzen können Farben wahrnehmen, aber nicht in der Intensität) der andere (katze) bei nacht den überlegenen Durchblick (auch Menschen können in der Dunkelheit sehen, aber nur sehr eingeschränkt und bei weitem nicht so gut wie Katzen).



Weil wir Menschen ews gewöhnt sind, alles aus unserer Perspektive wahrzunehmen (wie auch sonst?) fragen wie uns daher "warum sind die Katzen nachtaktiv?" obwohl es eigentlich bedeutsamer ist uns zu fragen "Warum sind wir tagaktiv?".



Viele Grüße

OHW



Die Fähigkeit eines Tiers Schaden zu stiften, ist proportional zu seiner Intelligenz. Der Mensch hält auch hier die Spitze. [Konrad Lorenz]

In Gedenken an Desirée

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