title image


Smiley Re: Wortbedeutung
W a s s e r p o l a c k, W a s s e r p o l e, m. benennung der polnischen Oderflöszer, 'die durch ihre fremdartige sprache und rohe bedürfnislosigkeit auffielen', dann überhaupt der schlesischen Polen GOMBERT, zeitschr. f. d. wortf. 7, 14 f. (der SCHUMMELS erklärung [1792] 'verwässertes, unreines polnisch sprechender' zurückweist; A. BRÜCKNER, zeitschr. d. ver. [27,2478] f. volksk. 9, 214 erklärt dagegen wasserpolakisch 'als polnisch vom reinsten wasser'). UMLAUFT geogr. namenbuch von Österr.-Ungarn 268. FRISCHBIER 2, 458. UNGER-KHULL 619b; 'Pole, der schlecht deutsch spricht' H. MEYER der richtige Berliner7 149b. -polack ist älter, gebräuchlicher und derber als -pole: als ein ehrlicher Wasserpolack hielt ich (Butschky) die gestrichelten urlauter in der slavonischen sprache für das meisterlichste kunstmittel, das neueste aus der anmuth. gelehrs. 1754, 273; diesen venetianischen Juden (Shylok) nun zu einem knotigen lausigen Wasserpolacken (durch den darsteller) erniedrigt zu sehn ZELTER an Göthe 2, 62 (1812); eine gerberei in Schlesien unter den Wasserpolacken anzupachten IMMERMANN Münchhausen2 1, 27; wäre der arme Woyte ein katholischer gewesen, hätte er bei seinen Wasserpolacken trinken mögen, so viel er wollte ALEXIS Isegrim (1854) 1, 78; ihr seid nicht nur ein ungelehrter, einfältiger mann von der art, die bei den nachbarn 'Wasserpolacken' heiszt FREYTAG 15, 4; sieh da den bruder Schlesier, den Wasserpolacken! G. KELLER 5, 43; in Oberschlesien wurde das bis dahin stramm preuszische element der 'Wasserpolacken' polonisirt BISMARCK gedanken und erinn. 2, 127. verallgemeinert in Wien holzträger, der beim wasser arbeitet' HÜGEL 186; scherzhaft 'wasserschutzmann' MEYER a. a. o., 'matrose' RAIMUND (1855) 6, 8; noch weiter von der ursprünglichen bedeutung entfernt 'mit (verdünnter?) kuhmilch aufgezogenes, aber gut aussehendes kind', auch wasserkind HÜGEL 186; 'zu keiner verbindung gehörender student' VOLLMANN burschic. wb. 496, wol der vermeintlichen ungeschliffenheit wegen. belege für Wasserpole: SCHUMMEL reise durch Schlesien (1792) 324; Ulrich aus Oberschlesien von den enden der Wasserpolen heiszt der Berliner bursch, so diese zeilen übergibt JAHN briefe 77 (1818); es ist ein mischvolk (in den grenzstädten) von preuszischen beamten, Wasserpolen, Polen HEINE 7, 208 Elster; es ist man ein Wasserpole, ohne bildung, aus die gegend von Ratibor GRABBE 3, 157 (Napoleon 4, 4) Blumenthal.



Quelle: Grimm,Jacob und Wilhelm Grimm, Deutsches Wörterbuch. Der digitale Grimm, zweitausendeins, 2004. (http://www.zweitausendeins.de)



Das "Wasser" kommt also aus der ursprünglichen Bezeichnung für die Flößer.
Gruß Benny

geschrieben von

Login

E-Mail:
  

Passwort:
  

Beitrag anfügen

Symbol:
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Überschrift: