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Smiley Re: Komische Geräusche beim Start eines 320i
Also ich zitiere mal von http://www.captndifool.de/bmw/seiten/FAQ.html



Motoröl

Welches Motoröl ist für meinen Motor am besten geeignet?

Ein Frage die schon Megabytes in div. Diskussionsforen gefüllt haben. Ich habe dazu meine eigene Einstellung wie auch Erfahrung. Grundsätzlich braucht man zum Verständnis einer solchen Problematik auch weitgehendes technisches Verständnis. Dies wird auch in den Werkstätten leider immer seltener, daher auch die immer öfter zu hörenden unsinnigen Empfehlungen sog. "Longlife-Öle".

Wer gut schmiert, der gut fährt. Doch jene "Longlife"-Öle schmieren nicht so gut, wie sie auf dem Label weismachen wollen. Bereits im Kaltzustand sind sie zu dünn und werden leicht verdrängt, Metall reibt dann auf Metall.

Nun geistert die Legende herum, im warmen Zustand wäre ein 15-W40 genauso dünn wie ein 5-W40, daher hätte ein 5-W40 bessere Kaltstarteigenschaften und zugleich die gute Schmierfähigkeit im Warmzustand. Zitiert wird dann gerne die Vergleichsgrafik (ausgerechnet) von Castrol. Das ist fast so, als würde man Marlboro fragen, ob Rauchen gesund sei...



Was passiert beim Kaltstart bei Wasserölen?

Da das Öl sehr dünn ist, fließt es über Nacht nahezu vollständig ab und sammelt sich im Ölsumpf. Das geht sogar soweit, das Zylinderwandungen regelrecht trocken werden. Auch die Ölpumpe läuft leer. Bei vielen neueren Motoren liegt die Ölpumpe recht weit oben und hat einen längeren Saugweg. Die Hydros sind leer. Nun wird der Motor angelassen. Die Ölpumpe muß das dünne Öl erstmal hochsaugen, bisher kein Öldruck, aber der Motor dreht schon. Die Kolben gehen auf und ab, die Nocken schaben auf den Hydros, auch die Hydros selbst sind noch leer, welche dann vernehmlich klappern. Es dauert eine Weile, bis das Öl durch den gesamten Kreislauf gepumpt wird, was laut Werbeaussagen ja so schnell gehen soll, schneller als bei dicken Ölen. In der Regel muß man 2-3 sec. warten, bis die Öldrucklampe aus geht. Trotz der angeblich "schnellen Durchölung beim Kaltstart" vergehen viele Wellenumdrehungen, bis der Motor geschmiert wird, nicht selten gibt das Metall in dieser Phase sogar quietschende Geräusche von sich. Dann noch viele Kurzstreckenkaltstarts, dann läuft der Motor eine erhebliche Zeit seines Lebens praktisch ungeschmiert, ein kapitaler Schaden ist vorprogrammiert, während das restliche Auto noch "neu" erscheint.



Wo das Wasseröl erst hingepumpt werden muß, klebt noch das dicke Öl vom Vortag. Das habe ich mit eigenen Augen gesehen. Selbst nach 24 Stunden bleibt beim LeMans noch ein dicker Ölfilm zurück. Es ist schon da, wo dünnes Öl erst wieder hin muß. Die Hydros klackern nur 3 Umdrehungen, die Öldrucklampe geht noch während des Anlassens in weniger als 1 Sekunde aus. Der Motor läuft deutlich ruhiger und "schwimmt" im Fett. Kein Reiben und Quietschen. Das LeMans ist auch bei extremster Motorbelastung, wie sie nur im Wettbewerb (Rennsport) auftritt, noch stabil.



Zu allem Überfluß kommt noch die Benzinverdünnung dazu. Während das LeMans auch bei erhöhter Kurzstreckenbelastung beim fälligen Ölwechsel noch als 10-W40 herauskommt, ist das 5-W40 und erst Recht das 0-W40 bei solchen Belastungen eigentlich kein richtiges Schmiermittel mehr...



Jeder mag "seine" Wahrheit haben. Aber viele BMW-Werkstätten sind sich dieser Problematik gar nicht bewußt und beten nur die Werksvorgaben nach, was bleibt ihnen auch übrig? Schließlich gibt es nur Garantie auf die Motoren, wenn sie eine vorschriftsmäßige Inspektion erfahren haben, inkl. einem Ölwechsel nach Freigabeliste (die nur noch 0-W und 5-W enthält). Selbst bei älteren Fahrzeugen mit Gußblock wird immer häufiger dieser Unfug betrieben, im falschen Glauben, den Motoren doch was "gutes" zu tun, in dem man ihnen ein Öl nach "modernsten Erkenntnissen" gibt...



Na ja und dann kommen eben wieder diese Jungfahrer, die dann nachbeten, "aber mein BMW-Meister hat gesagt...." und "Ich fahre schon seit 40Tkm 0-W40 ohne Probleme und kann es nur bestens empfehlen". Er hatte eben noch keinen Motor mit 200Tkm, durchgehend mit Wasserölen befüllt, geschweige diesen Motor jemals von innen gesehen...



Zwei Empfehlungen von mir (basierend auf Ingo Köth's Empfehlungen, www.motorrevision.de):

Standardöl für Normalfahrer: Gutes mineralisches 15-W40 (Erstraffinat) oder Motul Power 4100 15-W50. Kein Castrol, die kaufen von verschiedenen Herstellern ein, da sie selbst keine Öle mehr herstellen sondern nur unter eigenen Namen weiterverkaufen. So kann man keine gleichbleibende Qualität garantieren, da hier die absolute Kontrolle über den Herstellungsprozeß nicht mehr gegeben ist.



Für Gasfüße und Perfektionisten:

Motul LeMans 15-W60. Vollsysthetisches Öl auf Estherbasis. Mehr Infos auf Motul Deutschland Dort gibt es auch ein Händlerverzeichnis. Viele Händler tun sich jedoch aufgrund der geringen Nachfrage schwer. In diesem Falle muß man dann einen Karton mit 12x2l Dosen bestellen. Aber in 2 Jahren (20Tkm/a) ist der Vorrat in der Regel aufgebraucht, die Dosen sind verschlossen problemlos bis 3 Jahre lagerfähig.



Motul verkauft natürlich auch 0-W-Öle, man will ja im Geschäft bleiben. Aber davon sollte sich niemand beirren lassen. Motorradwerkstätten schwören auf Motul, wo es sich schon längst einen Namen gemacht hat.



Grundsätzlich gilt bei allen Ölen, ein Wechselintervall von höchstens 10Tkm einzuhalten. Zu lange Wechselintervalle schaden den Motoren am meisten, da die Öle zunehmend ihre Schmierfähigkeit verlieren.





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