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Smiley Alter, Belastung etc. ...
Unschärfe kann durch vieles verursacht werden, z.B. durch die Alterung eines Monitors, durch ungenaue Ansteuerung durch die Grafikkarte bzw. durch ein störanfälliges Kabel. Mit 1024x768 ist es auch stärker als mit 800x600 odert 640x480, weil der Monitor dabei halt (einfach ausgedrückt) mehr zu tun hat und daher mehr belastet ist. Zu hoch aufgedrehte Helligkeit und evtl. zu hoch aufgedrehter Kontrast verursachen irgendwann auch Unschärfen.



Ich habe einmal ein wenig abgeschirmtes Kabel von einem PC zu einem Monitor gehabt und dabei "Geisterbilder" (=ein zweites, schwach erkennbares Bild direkt neben dem ersten) gesehen. Die waren aber unsymmetrisch: Doppelte Linien erschienen nur links oder nur rechts, aber nicht links *und* rechts. Bei echter Unschärfe ist das anders, da ist es symmetrisch.



Bei einer nicht so dollen VGA-Karte habe ich tatsächlich mal ein unscharfes Bild durch eine Karte gehabt. War allerdings kaum erkennbar, nur ständiger Vergleich mit einer zweiten Karte (und deren Bild) zeigte es.



Last but not least: Gelegentlich verwechseln Leute auch Konvergenz-Probleme mit Unschärfe. Konvergenz-Probleme zeigen sich allerdings durch Farbsäume an den Rändern von weißen oder grauen Buchstaben auf schwarzem Grund, und normalerweise sind diese Farbsäume dann auch nicht symmetrisch.



Wenn möglich, teste Deinen Monitor mal mit einer anderen Grafikkarte. Gibt es dann (bei 1024x768) ein deutlich besseres Bild, dann liegt es nicht am Monitor, sondern eher an der Grafikkarte des einen Rechners.



Falls die Unschärfen unsymmetrisch sind, handelt es sich um irgendwas anderes. Hier könnte es sich lohnen, einen anderen Monitor an den PC zu hängen. Zeigt der dann keine Unschärfen, dann liegt es tatsächlich am Monitor oder am Kabel zwischen PC und Monitor.



Wenn Du die erwähnten Farbsäume findest, dann kannst Du das vielleicht durch eine Konvergenz-Einstellung beim Monitor beheben. Unschärfe ist es dann aber sowieso nicht.



Ist all das *nicht* der Fall, dann hast Du wohl wirklich einen unscharf gewordenen Monitor. Ob das am Alter liegt oder an irgendwas anderem, das ist dann relativ unwichtig.



Versuche dann zunächst mal, Helligkeit und Kontrast vorne am Monitor ganz 'runter zu drehen. Dann versuche, den Kontrast-Regler in etwa in die Mitte zu bringen. Manche Monitore haben Drehknöpfe, die in der Mitte einrasten; neue Monitore haben vielleicht auch On-Screen-Displays, wo Du genau sehen kannst, wo die Mitte ist.



Wenn Du das erledigt hast, dann versuche, die Helligkeit richtig einzustellen. Siehst Du danach das Bild plus leicht schräg laufende horizontale Linien, dann dreh' den Kontrast etwas 'runter und die Helligkeit etwas 'raus, bis Du ein vernünftiges Bild hast.



Wenn das jetzt scharf genug ist, sei zufrieden. Wenn nicht, dann wird es wirklich Zeit, im Inneren des Monitors nachzusehen. Das ist aber nicht ganz so ungefährlich, wie man glaubt.



Im Monitor gibt es, vor allem im eingeschalteten Zustand, diverse Teile, die Hochspannung führen. Selbst nach dem Abschalten des Monitors können manche Teile (insbesondere viele der großen) noch Ladung speichern und schmerzhafte bis gefährliche elektrische Entladungen auf Dich loslassen.



Also: Fummel' nicht mit den bloßen Fingern drin 'rum, vor allem nicht an elektrischen Kontakten! Verwende zum Drehen der Regler einen möglichst gut isolierten Schraubendreher - ich habe welche, bei denen bis auf die Spitze alles mit Kunststoff überzogen ist. Noch besser wären, sofern vorhanden, komplett aus Kunststoff gemachte Schraubendreher, aber die haben nicht viele Leute.



Was Du im Monitor suchst, ist der "Focus"-Regler. Schau vor dem Aufschrauben mal nach, ob im Handbuch zu Deinem Monitor vielleicht sogar steht, wie man diesen Regler von außen (ohne Aufschrauben!) erreichen kann. Das ist sehr selten, aber dann wär's ungefährlicher und sehr einfach.



Ist das nicht möglich, dann musst Du die Kiste eben doch aufschrauben. Schalte dazu den Monitor aus und warte ein paar Minuten. Ein paar Spannungen werden dadurch abgebaut.



Danach sieh' Dich nach Schrauben am Gehäuse um und dreh' sie 'raus. In manchen Fällen muss man auch den Drehfuß des Monitors abmontieren, weil da eben auch Schrauben drunter sein können. Solltest Du währenddessen den Monitor aus irgendwelchen Gründen auf die Front (also auf die Scheibe) legen wollen, dann mach' das sehr vorsichtig und auf einer weichen Unterlage. Manche nehmen 1-2 Handtücher oder Decken, ich mach' sowas bevorzugt auf meinem Bett. Es ist zwar kaum möglich, die Glasscheibe und die Bildröhre ohne Weiteres kaputt zu kriegen, aber *wenn* Du das schaffst, *dann* implodiert die Bildröhre. Die Splitter fliegen letzten Endes nach außen weg, d.h. das Teil verwandelt sich in eine Splittergranate. Dies wäre Deiner Gesundheit abträglich.



Wenn Du dann alle Schrauben los hast, so dass sich das Gehäuse öffnen lässt (meistens kannst Du dann den hinteren Teil des Gehäuses nach hinten und/oder oben weg ziehen), dann stell' den Monitor wieder aufrecht hin und nimm dann vorsichtig den hinteren Teil des Gehäuses ab.



Nun siehst Du vermutlich einen mehr oder weniger dichten Metallkäfig. Diese Metallteile schirmen die Umwelt des Monitors vor störenden Strahlungen und Magnetfeldern ab. Wahrscheinlich kannst Du jetzt aber bereits den "Focus"-Regler erreichen.



Meistens findet man drei Sorten von Reglern, die man nun erreichen kann. Fast alle haben Köpfe, die wie Kreuzschlitzschrauben aussehen. Man kann sie also mit einem Kreuzkopf-Schraubendreher oder auch mit einem "normalen" drehen.



Ein Typ besteht komplett aus Metall und sitzt aufrecht auf den Platinen im Inneren des Monitors. Diesen Typ kannst Du gleich links liegen lassen.



Der zweite Typ ist ähnlich wie die metallenen aufgebaut und findet sich auch auf den Platinen, aber der Drehkopf ist aus Plastik. Auch das ist nicht der Reglertyp, den Du suchst.



Der dritte Typ kommt ganz selten vor und wird praktisch nur für den gesuchten "Focus"-Regler und einen Helligkeitsregler benutzt. Dieser dritte Typ besteht vollständig aus Plastik und sitzt nicht auf einer Platine. Stattdessen befindet er sich in einem dicken, schwarzen Plastikkasten (ein Trafo). Sowohl den "Focus"- als auch den Helligkeitsregler findest Du auf ein und demselben Kasten nahe beieinander; meistens sitzt oben der "Focus"-Regler und unten der Helligkeitsregler; letzterer ist gelegentlich mit "Screen" beschriftet.



Der Helligkeitsregler ist viel empfindlicher als derjenige außen auf dem Monitor und muss daher vorsichtig gedreht werden (auch, weil er nicht gefahrlos voll aufgedreht werden kann), aber das willst Du ja eh nicht.



Der "Focus"-Regler dagegen ist zwar einigermaßen empfindlich, aber man kann damit wenig kaputt machen. Wichtiger ist es, ihn richtig einzustellen.



Um nun die Schärfe wieder vernünftig einstellen zu können, brauchst Du leider ein Bild und musst das auch noch aus der Nähe betrachten. Sprich: Du musst den Monitor wieder einschalten und den Regler verstellen, während der Monitor Strom hat. Außerdem kannst Du dabei nicht auf den Regler und den Schraubendreher achten, sondern musst auf den Bildschirm starren. Üb' das Halten des Schraubendrehers am "Focus"-Regler also ruhig mal mit abgeschaltetem Monitor, so dass Du ein bißchen Gefühl dafür kriegst. Dreh' aber noch nix, denn Du siehst ja nicht, was Du da verstellst.



Ist das Training beendet, dann schalte den Monitor ein und auch den PC. Letzterer sollte ein Bild zeigen; ideal wären helle Linien auf einem dunklen Hintergrund. Auch Text auf einem schwarzen Hintergrund kann geeignet sein. Und eine recht hohe Auflösung (800x600 oder 1024x768) wär' auch nicht schlecht.



Setze dann den Schraubendreher an, wobei Du noch hinsehen solltest. Danach halte den Schraubendreher fest und schau auf den Bildschirm. Dreh' dann vorsichtig den Schraubendreher und schau nach, welchen Effekt das hat. Wird der Bildschirm heller oder dunkler, dann hast Du statt des "Focus"-Reglers den Helligkeitsregler erwischt - stell' ihn zurück und setz' den Schrauber am anderen Regler an. Das müsste dann der richtige sein.



Dreh' den "Focus"-Regler erst mal so lange, bis das Bild unschärfer wird. Danach dreh' in Gegenrichtung, bis das Bild erst schärfer wird, dann wieder unscharf. Dreh' jetzt hin- und her und versuche, die optimale Schärfe-Einstellung zu finden. Ich konnte sogar mit einer Lupe auf den Bildschirm glotzen, aber dafür muss man in einer Hand die Lupe und in der anderen den Schrauber jonglieren. Wenn Du damit Schwierigkeiten hast, vergiss' die Lupe und sieh einfach genau hin.



Und wenn Du damit fertig bist, zieh' den Schraubendreher 'raus, schalt' den Monitor ab, warte ein paar Minuten und mach' den Gehäusedeckel wieder drauf. Schraub' ihn fest, und dann erfreu' Dich an einem hoffentlich viel besseren Bild.



Viel Erfolg, und sei schön vorsichtig da drin! Ich selber habe diese "Operation" schon ein paar mal gemacht (zuletzt vor einigen Tagen) und bin immer noch unverletzt - *weil* ich vorsichtig war. Ganz ungefährlich ist es nicht, aber das ist Auto fahren auch nicht. Dennoch schaffen es viele.

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