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Smiley Für Interessenten nachfolgend ein 8-Seiten-Artikel über dieses ewige Thema:
Schimmel durch und trotz Dämmung



Der ultimative Beleg für kriminelles Handeln? Erst gegen alle Widerstände und Einsprüche die sog. EnergieEinsparVerordnung EnEV durchzwingen, mit der nirgends Energie gespart werden kann, sondern alle Pottdicht-Buden vom Hausschwamm befallen werden und asthmatische Schimmelopfer produzieren, und nun das:

SZ 16.01.2004 [von KF rot ergänzt]: "Hilfe vom Bauministerium

Das Bundesbauministerium will 2004 nutzerunabhängigen Wohnungslüftungssystemen mit einer Öffentlichkeitskampagne Rückendeckung geben. ... Das Ministerium reagiert damit auf die neuen hygienischen und gesundheitlichen Herausforderungen, welche die in Deutschland [KF: vom Bundesbauministerium und seinen industriellen Helferhelfern ersonnenen] vorgeschriebene Niedrigenergiebauweise mit sich bringt. Ein nach dem heutigen Stand der Technik [KF: bundesbauhehördlich und von allen etablierten Parteien administrativ erzwungenermaßen] gedämmtes und luftdicht gebautes Haus verhindert neben dem Wärmeaustausch auch den Luftwechsel. So sammelt sich schnell verbrauchte Luft. Wollen die Bewohner nicht im Mief sitzen [KF: und am im wahrsten Sinne des Wortes Amts-Schimmel verrecken], gibt es zwei Alternativen. Alle vier Stunden die Fenster aufreißen und den mühsam erwirtschafteten Energiegewinn wieder herauslüften oder auf [KF: teure, energieverschleudernde und gesundheitsgefährdende künstlich-maschinelle] Lüftungstechnik setzen. ... p.h."

DIE WELT 27.5.03: "Energie gespart, dafür Pilzsporen in der Lunge. Schimmel in isolierten Wohnungen verursacht zunehmend Allergien - Staub und Biomüll als Pilzdeponie

Von Ulla Bettge:

Stuttgart - Zu einer schönen Altbauwohnung mit hohen Räumen gehören die passenden alten Fenster mit Charakter: Doch ... irgendwann (fällt) doch die Entscheidung: Neue, dichte Fenster müssen her. ... Der "Zwangsluftaustausch" ist (dann) blockiert - und Wärme und Feuchtigkeit liebende Schimmelpilzarten haben ideale Lebensbedingungen.

Das gilt ganz besonders für Niedrigenergiehäuser, die ... mit Kunststoff wie Styropor und Mineralwolle gepolstert werden. ... Einer Studie der Friedrich-Schiller-Universität Jena zufolge haben mehr als 15 Millionen Bundesbürger - das entspricht etwa sieben Millionen Wohnungen - ein Schimmelpilzproblem in Wänden wie etwa Schwämme, die bei satten 85 bis 95 Prozent Luftfeuchtigkeit prächtig gedeihen. Tendenz steigend. ...

Schimmel und feuchte Wände gab es schon immer. Während aber frühere Baumaterialien wie Ton, Lehm und Holz wasser- und luftdurchlässig waren, dichten Neubauten der letzten Jahrzehnte mit Beton und Polystyrol Innenräume hermetisch ab. Dispersionsfarben und Tapeten mit hohem Kunststoffanteil tun ein Übriges und schaffen eine Dampfsperre, die zu Feuchtigkeit zwischen Putz und Beschichtung führt.

Zentralheizungen ... begünstigen ebenfalls hohe Konzentrationen von Raumfeuchte in Wohnungen, in denen der Wasserverbrauch im Vergleich zu den sechziger Jahren mit Toiletten, Dusche, Bad, Waschmaschine, Trockner um ein Vielfaches gestiegen ist. ...

Dagegen hilft nur Frischluft und Durchzug. ...

In dicker ... Feuchtluft verteilen sich die krank machenden Keime überall - auch raum- und stockwerkübergreifend - und docken auch an Hausstaubpartikel an, mit denen sie durch die Atemluft wirbeln. ...

Sporen werden über die Atemluft aufgenommen und gelangen dank ihrer nur mikroskopisch wahrnehmbaren Größe bis in die unteren Atemwege, so dass bei immungeschwächten Personen auch innere Organe Pilzerkrankungen erleiden können. 100 000 bisher bekannte Pilzarten und Hausstaubmilben sind die wichtigsten Lieferanten von Allergenen der Innenraumluft. Allergiker reagieren auf die "Luftverschmutzung" mit Schnupfen, Niesreiz, Atemnot, Husten bis hin zu schwerem Bronchialasthma. Neu für bestimmte allergische Erkrankungen ist eine Allergie-Impfung, die Betroffene dauerhaft heilen kann. ..." Aha, jetzt kennen wir den Auftraggeber dieses fundierten Angst-Seite 2 machertextes: Der Impfprofiteur. Wie einfach sich doch unsere käuflichen Medien wie die Politik durchschauen lassen. Und warum verschweigt "man", was wirklich hilft? Verzicht auf Beton, Kunststoffbeschichtungen, Konvektionsheizung! Dafür Bauen mit Holz und Vollziegel, Oberflächen aus alkalischen, schimmelabweisenden Kalkmörtel und -tünchen, oberflächenkondensat- und staubluftverwirbelungsverhindernder Strahlungsheizung. Mehr braucht es nicht. Ach so, fast vergessen: Die alten Fenster werden repariert und bleiben drin. Neue nur nach alter Väter Sitte, ohne Isoglas, ohne Gummilippe. Und schon sind wir wieder gesund. Und kost viel weniger. Ätsch, du raffinierter Pharma-Kunststoff-Beton-Heiz-Lüft-Riese!.

MZ 7/02: "Schimmel wird zum Problem. Schornsteinfeger widmen sich auf Verbandstag der Lufthygiene

Halle/MZ/rgu. Mehr als sieben Millionen Wohnungen in Deutschland sind von Schimmelpilz und Feuchteschäden befallen. Davon sind rund 15 Millionen Menschen betroffen, sagte Sabine Brasche von der Universität Jena gestern in Halle. Sie könnten Allergien und Atembeschwerden auslösen. Die Wissenschaftlerin stellte dem Bundesverband der Schornsteinfegerhandwerks, der bis Freitag in Halle seine Jahrestagung abhält, die Ergebnisse einer repräsentativen Studie (der Friedrich-Schiller-Universität Jena) vor. ... Sie belegt, dass rund sieben Millionen Wohnungen Feuchteschäden und/oder Schimmelpilzbefall aufweisen. Sie stellen nach Überzeugung der Autorin, Sabine Brasche, ein "erhebliches Risikopotenzial für die Gesundheit von 15 Millionen Bürgern dar." ..."

Was schert das Politik, Medien und Wirtschaft? Diese wurden nicht nur vom Autor dieser Webseite, sondern auch und vor allem vom inzwischen leider allzufrüh verstorbenen Hamburger Schimmelsachverständigen Rolf Köneke in eindeutiger Weise auf das Problem in Folge falscher Verordnungen (WSVO/EnEV) und gewissenloser Geschäftsumtriebe hingewiesen. Vom Bundeskanzleramt bis zum Bundespräsidialamt, von den Ministerien für Gesundheit, Umwelt, Wirtschaft und Bau, vom Petitionsausschuß des Bundestags, von Bild, Stern und Spiegel, über die Wohnungswirtschaft und Verbraucherverbände bis zu den "zuständigen" Gremien der EU - Totalausfall, wenn es um den Konflikt zwischen Reibach und Menschenleben geht. Auch die meisten Bauzeitschriften bleiben hier im Würgegriff der anzeigenschaltenden Wirtschaft. Letztere setzt lieber auf vergiftete Fassadenanstriche ("Algizid/Fungizid"), deren Gifte dann vom Regen in die Vorgärten ausgewaschen wird. Dort spielen doch nur die Kinder anderer Leute. Und die schwarzen Gesellen der Schlotfegerei? Die genießen das Schimmelproblem bestenfalls als Erweiterung ihrer Monopolstellung bei der Hauskontrolle, die zukünftig neben der Abzocke bei dank fortschrittlicher Kesseltechnik rußfreien Kaminen nun den teuren Spähblick in die Lüftung ermöglicht. Denn nur darauf zielt deren "Empörung", oder? Sollte die Kapitalismuskritik doch ein bisserl berechtigt sein?

Engagierte Webseiten zu diesem schwarzen Kapitel deutscher Brutaladministration:

monopole.de : Schornsteinfeger Kaminkehrer Kontra-Schornsteinfeger.deSchornsteinfeger-KO.deschofeg.de Schornsteinfeger Kaminfeger

Aus dem Tagungsbericht zum gemeinsamen Schimmelpilzsymposium von VBN (Verband der Bausachverständigen Norddeutschlands) und BVS (Bundesverband ö.b.u.v. Sachverständiger) am 16.2.02 in Würzburg, Verf. Dieter Warmbrunn aus: Der Sachverständige 4/02:

"Dr.-Ing. Heinz-Jörn Moriske (Umweltbundesamt Berlin) führte ... aus: "Im Umweltbundesamt häufen sich seit Jahren die Anfragen über Schimmelpilzbelastungen (die) zunehmend auch in aus energetischen Gründen aufwendig abgedichteten Gebäuden auftreten. ... Nicht immer ist dieses Problem nur durch eine Veränderung des Nutzerverhaltens (mehr aktives Lüften) zu vermeiden bzw. zu beseitigen."

Prof. Dr.-Ing. habil. Claus Meier referierte über "Schimmelpilz und die bauphysikalischen Zusammenhänge". Er führte aufgrund seiner langjährigen Beobachtungen und Forschungen aus, dass Feuchteschäden und damit Schimmelpilze und Algen wohl fast schon zum Standard eines "modernen" Hauses dazugehören. ... meist beherrschen Irrtümer und Fehlinterpretationen die Szene - und die Bauschadensbehebung feiert Triumphe. ... Mit der derzeitigen Entwicklung der Bautechnik (sind) neue Feuchte- und Schimmelpilzprobleme sozusagen vorprogrammiert. ...

Bernd Walterscheidt aus Leverkusen, Richter am Amtsgericht Lüdenscheidt ("Schimmelpilz und Jus-Seite 3 titia") ... kritisierte ..., dass viele Sachverständige mit ihren Untersuchungsmethoden und Beurteilungskriterien gerade bei dem Schimmelpilz-Problem häufig "neben der Sache" liegen würden. Stichwort: DIN-Gläubigkeit.

... einem Mieter (kann aus Sicht der Rechtssprechung) nicht zugemutet werden: das Halten einer Tagestemperatur von 22 Grad bei 5-6 maligem täglichen Lüften, ein tägliches mehrfaches Stoßlüften und ein Halten der Raumtemperatur nicht unter 19 Grad auch in den Schlafräumen, bzw. die ständige Beheizung des Schlafzimmers auf 20 Grtad Celsius oder dass er sämtliche Möbel etwas 10 cm von der Wandfläche entfernt aufzustellen habe, um Feuchteschäden zu vermeiden.

Die in der Diskussion von Prof. Dr. Erich Cziesielski erhobene Forderung, Prof. Meiers Tagungsskript "als "überholt" zur Seite zu legen" regte die Bauschadenssachverständigen zum "Nachdenken" an, ob wir uns mit der gegenwärtigen "Dämmschichtdicken-Olympiade" und den "Superdichtungen der Häuser" wirklich auf dem richtigen Weg befinden, oder auch, ob wir uns der herrschende Mehrheitsmeinung (wg. EnEV, DIN 4108 etc.) zum Thema Dämmen und Dichten anschließen wollen bzw. müssen. ..."

Dabei wünschen wir viel Erfolg! Links zum Nachdenken: Dämmt Dämmung?Wem DIeNt DIN?Dichten oder Lüften?Falsch und richtig heizenEnergiesparen im AltbauEnEV brutalWider falsche NormenDer ö.b.u.v. Schwachverständige

Leserbrief zu bausubstanz 9/98: "Schimmelbefall läßt sich vermeiden - Wärmedämmverbundsysteme im Bestand" von Wilhelm Michel, Pressereferent Fachverband Fassaden-Vollwärmeschutz, darin Befürwortung WDVS als Maßnahme gegen Schimmelbefall, erschienen in bausubstanz 11/98:

Seit wann brauchen speicherfähige Massivbauten nachträgliche Dämmung? Damit wird doch nur der kostenlose Energiegewinn durch Solarstrahlung blockiert. Nach Praxismessungen an massiv gebauten Nordfassaden (z.B. Schule Bruchsal) ergibt sich daraus auch im Winter ein deutliches Plus gegenüber der Wärmeabstrahlung.

Der ganzen von Herrn Michel als WDVS-Vertreter aus naheliegenden Gründen vertretenen Auffassung liegt der Irrtum zugrunde, daß die Berechnungsvorgänge der WSVO auf speicherfähige Bauteile anwendbar wären. Dies ist falsch! Der k-Wert beschreibt nur stationäre Zustände, die ausschließlich für nicht speicherfähiges Dämmmstoffe und im Labor zutreffen mögen.

In der Praxis herrschen aber instationäre, also veränderliche Bauzustände, hervorgerufen durch Tag-Nacht- und Klimawechsel. Nur speicherfähige, massive Bauweisen sind dafür energetisch sinnvoll. Bei ihnen führt die Anwendung der WSVO in der vorliegenden Form zu wirklichkeitsfernen, wissenschaftlich unhaltbaren und insgesamt sinnlosen Ergebnissen. Sie schädigen Umwelt, Bauwerk, Benutzer und Besitzer.Die Wirklichkeit betreffend Schimmel und Feuchte sieht anders aus:

1. Bei speicherfähigen Bauten können mit der WSVO-Berechnung keine hygienisch sinnvollen Maßnahmen errechnet werden (vgl. Dr. F. Khoda: Baubiologie und Gips, Sonderdruck baustofftechnik, Fachzeitschrift für Baustoffe und Baustoff-Anwendung, o.J.).

2. Die anzuwendende DIN 4108 und auch Herr Michel lassen fälschlicherweise unberücksichtigt, daß bau- und gesundheitsgefährdendes "Schimmelwachstum bereits bei geringen Oberflächenfeuchten einsetzt" (Univ.-Prog. Dr.-Ing. G. Hauser: Wärme und Feuchteschutz, in: Wohngesundheit im Holzbau, Informationsdienst Holz, DGfH, München 1998). Diese Feuchten entstehen sehr schnell bei "modern" dichten Fenstern. Umfangreiche Praxismessungen von Prof. Dr. Ing. Roloff, TU Dresden haben ergeben, daß die von Michel propagierte "Stoßlüftung" dagegen überhaupt nichts nützt.

3. Die erhöhten Wachstumsraten von Schimmelpilzen sind gerade bei gem. WSVO gedämmten Gebäuden üblich (vgl. Prof. Dr.-Ing. habil. Dr. h.c. mult. Dr. E.h. mult K. Gertis u.a., Fraunhofer Institut für Bauphysik: Klimawirkungen und Schimmelpilzbildung bei sanierten Gebäuden, in: DFG-Forschungsschwerpunkt Bauphysik der Aussenwände, Int. Bauphysikkongress TU Berlin 1997, Fraunhofer IRB Verlag, Stuttgart 1997).

Seite 4 Zusammenfassung: Wer speicherfähige Altbauten nachträglich dämmt, ist einer gewissenlosen Wärmedämmreklame aufgesessen, die das Wohl der Umwelt, des Bauwerks und dessen Bewohner sowie des Investors anderen Interessen unterordnet. Außerdem ist nachträgliche Dämmung- und das zeigen alle ernstzunehmenden Wirtschaftlichkeitsberechnungen - ein absolutes Verlustgeschäft für den Investor und deswegen gem. § 5 Energieeinsparungsgesetz verboten. Dipl.-Ing. Konrad Fischer, Architekt BYAK, Vorsitzender des Beirats für Restaurierung der Deutschen Burgenvereinigung e.V.

Die kritische Haltung gegen den energetisch wirkungslosen aber gesundheitsschädlichen Dämmwahnsinn teilt auch das Deutsche Ärzteblatt im Heft 45 vom 10.11.2000, aus dem hier zitiert wird (S. B 2531): "Medizinreport Mykologie Der Schimmelpilz - ein unliebsamer Mitbewohner

Um Energiekosten zu sparen, werden heute Wärmedämmungsmaßnahmen vorgenommen, die dem Pilzbefall in Innenräumen Vorschub leisten. Von zunehmender medizinischer Bedeutung im Hinblick auf allergische Erkrankungen ist die Prävalenz thermophiler Schimmelpilzspezies im Innenraumbereich, die signifikant höher ist als in Außenbereichen. Derartige Aeroplanktonbelastungen werden insbesondere durch Aspergillus fumigatus verursacht. Wie Dr.Dr. Axel Schmidt (Wuppertal) auf der 34. Wissenschaftlichen Tagung der Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft in Berlin berichtete, ist in der Öffentlichkeit eine intensive Aufklärungsarbeit in Bezug auf Wärmedämmungsmaßnahmen dringend erforderlich.

Viele Hausbesitzer und Mieter haben wegen der rapide gestiegenen Heizkosten mit übertriebenen Maßnahmen zur Wärmedämmung bis hin zur hermetischen Abriegelung von Wohnungen einem Innenraumpilzbefall Vorschub geleistet. Es sollte deshalb bezüglich der baulichen Gegebenheiten auf vertretbare Dämmungsstrategien, Isolierungen, Raumluftzirkulationen und Verglasungen wegen der möglichen Auswirkungen auf das Schimmelpilzwachstum hingewiesen werden. Die Bewohner müssen über ein richtiges Lüftungsverhalten (kontinuierliches und keinesfalls intermittierendes Lüften) und über die Auswirkungen von Wasseranfall und Luftfeuchtigkeit, von Mobiliaraufstellung, Bodenbelägen und Hausstaubmilbenbelastung informiert werden. ... Dr.rer.nat. Ferdinand Klinkhammer"

Jedoch das Gegenteil geschieht. Wie bei dem BSE-Skandal tun die verantwortlichen Stellen so gut wie nichts, um das gierige Treiben der Profiteure all´ der Falschinformation rund um Dämmen und Dichten Einhalt zu gebieten. Hand auf, parlamentarische Saufabende mit Dämmstofffritzen und apokalyptische Klimaspektakel sind natürlich lustiger als Verantwortung für den Bürger und echte Aufklärung. Und alle Medien machen dabei mit.

Und hier noch als Zugabe ein kleiner Fachaufsatz, der hier und da in Fachzeitschriften (u. a. "Der Vermieter") Aufmerksamkeit fand. Vielleicht auch für die Leser hier von Nutzen:

Schimmel an der Wand - Ursachen und Beseitigung Das Thema "Schimmel an der Wand" ist heute ein Dauerbrenner geworden. Meist geht es um falsche Bauweise, falsches Lüften und ungenügende Heiztechnik. Auf die häufigsten Fallgestaltungen soll hier eingegangen werden, um dem Leser die Möglichkeit zur richtigen Weichenstellung bei der Problembehebung zu geben.

Voraus: Schimmelbefall ist nicht nur ein baulicher Mangel. Erhebliche Gesundheitsgefahren sind damit verbunden. Deswegen dürfen die nachfolgenden Empfehlungen nicht als verbindliche Lösungen verstanden werden, sondern sind bedarfsweise durch medizinischen und mykologischen Sachverstand zu ergänzen.

Begutachtung des Schimmelbefalls: Werden aus Beweissicherungsgründen, zur Begutachtung gesundheitlicher Risiken oder bei unklarer Befallslage detaillierte Untersuchungen über Umfang und Art des Befalls erforderlich, sollte man sich zunächst vom staatlichen Gesundheitsamt beraten lassen. Diese können dann Sachverständige (Vorsicht: oft auch Schwachverständige) für die weitere Untersuchung benennen. Tipp: Mehrere Angebote einholen, anhand der hier gelernten Grundtatsachen abprüfen und den Auftrag dann mit dem Gesundheitsamt abstimmen.

Seite 5 Fallgruppe Feuchte und Schimmel im Wohnbereich: Meistens geht es um Schimmel in wenig geheizten Schlafräumen und anderen untertemperierten Bereichen. Soll man Innen- bzw. Außendämmung anbringen, um die Wandtemperatur zu erhöhen und die "eiskalte Wand" zu vermeiden?

All das hilft gar nichts. Schimmel braucht Feuchte. Diese kommt - von Extremfällen undichter Dächer oder nässender Altkamine mal abgesehen - aus der überhöhten Raumluftfeuchte. Ein Vierpersonenhaushalt gibt täglich zwischen 7-15 Liter Wasser in die Raumluft ab. Und dagegen hilft die allseits beschworene "Stoßlüftung" gar nichts. Ist die Luft zu feucht, kondensiert sie in die Wand und bildet dort flüssiges Wasser in den Baustoffporen. Um dieses zu verdampfen, müßte Energie aufgewendet werden. Stoßlüftung - und ebenso ständig gekippte Fenster - liefern aber keine Energie. Im Gegenteil:die Außenwände kühlen weiter ab, der Kondensateintrag nimmt weiter zu. Dabei lagert sich das Kondensat genau da an, wo der Konvektionsluftstrom der lufterhitzenden Heizung nicht ausreichend hinkommt: In Wand-Decken-Zwickeln, in Raumecken, an Sockelzonen, im fensternahen Bereich der Kaltluftströmung nur zeitweise und insgesamt unzureichend - z. B. 10 Minuten nach dem Duschen - gekippter Fenster und hinter Möbeln. Diese strömungstechnisch unterversorgten Bereiche werden dann oft als sog. Wärmebrücken mißgedeutet, unsinnigste Dämmmaßnahmen angeordnet. Einige Bilder aus meinen Beratungsfällen können das verdeutlichen:



Schimmel im Badezimmer (1): Geflieste Wände können kurzfristig auftretende hohe Luftfeuchte nicht abpuffern. Das sorgt für besonders hohe Feuchtebelastung der restlichen Putzflächen, gerade im kalten, da beim kurzfristigen Lüften immer wieder unterkühlten Fensterbereich. Wobei der Befall entsprechend der Kippstellung oben am umfangreichsten auftritt und auch unten abnimmt. Unmöglich, wenn es wirklich eine "Wärmebrücke" wäre.



Schimmel im Badezimmer (2): Saure Dispersionsanstriche bieten im Gegensatz zu alkalischen Kalktünchen dem Schimmel guten Nährboden im kühlen Fensterbereich. Das Stoßlüften nach dem Duschen kann die überschüssige Luftfeuchte nicht beseitigen, sie kondensiert vorher und nachher an der unterkühlten Wand-Decken-Ecke (keine Balkonplatte, linke Wand ist Innenwand!).



Schimmel am Wand-Boden- und Wand-Decken-Übergang. Blowerdoordichte Isofenster dumpfdeutschester Bauart, Konvektion der Heizluft - nach wie vor das Lieblingssystem auch der (ein)gebildetsten Heizungsbauern und -bäuerinnen, nächtliche Temperaturabsenkung - der Bewohner geizt! - und mangelhafte Zustrahlung von innenliegenden Wärmequellen unterkühlen die strömungstechnisch unterversorgten Problemzonen der Außenwand. Überhöhter Kondensateintrag und Schimmel sind die logische Folge. Motto: Hautkranke Asthmatikerkinder husten besser.

Seite 7 Im Klartext: Jegliche Art von Dämmstoffverbau ist hinausgeschmissenes Geld. Obendrein, und das belegen sowohl Heizkostenvergleiche gedämmter und ungedämmter Häuser wie auch das sogenannte Lichtenfelser Experiment, wandern einseitige Temperaturerhöhungen durch die üblichen Dämmstoffe in großer Geschwindgkeit hindurch. Nur speicherfähige Massebaustoffe wie Holz und Ziegel können den Wärmeabfluß wirklich bremsen.

Zwei einfache Maßnahmen können helfen: Einmal die ausreichende Fugendurchlässigkeit der Fenster. Gummilippendichte Fenster sind regelmäßig die Auslöser des Schimmelproblems. Abhilfe auf einfachste Art leistet das Entfernen der Lippendichtungen am oberen Rahmenanschluß (Sturzbereich). Nicht an den Seiten, es könnte Schlagregen eindringen! Und nicht unbedingt an jedem Fenster, sondern stufenweise, bis sich der Erfolg einstellt. Also: geringfügige Dauerlüftung durch die Fensterfugen tauscht ständig Raumluftfeuchte gegen trockene Außenluft ab. Stoßlüftung alleine - nach dem Duschen sicher sehr sinnvoll, kann Kondensat in der Außenwand jedoch nicht sicher vermeiden. Die alten Fenster ohne Gummilippendichtung waren also raumlufttechnisch perfekt und entsorgten überschüssige Feuchte schimmelfrei durch Kondensation am Glas. Besteht man jedoch unbedingt auf pottdichten Fenstern, wird eine künstliche Lüftung erforderlich. Sie kann natürlich auch eine Brutstätte für Schimmel und Raumverkeimung werden, schnell sind die Filter verbraucht und lagern sich besiedlungsfähige Bakterienschleime im Lüftungsgehäuse an.

Zum anderen hilft eine ausreichende Wärmeversorgung der betroffenen Schimmelwand mittels Strahlungsheizung. Die üblichen Konvektionsheizungen erwärmen vorrangig die Raumluft und lassen die kondensatgefährdeten Außenwände unterkühlt. Dabei sorgt der Heizluftstrom für ständige Zuigerscheinungen - nicht die fälschlicherweise verdächtigten alten Fenster! Im Gegensatz zur alten Ofenheizung kann die Zentralheizung die verbrauchte Feuchtluft nicht durch den Kamin entsorgen und trockene Frischluft durch die Fensterritzen nachführen. Wandkondensat und Schimmel sind die Folge. Eine einfache Ergänzung der vorhandenen Heizungsrohre kann das Problem mit wenigen Metern Rohrverlegung lösen: als offen geführte "Heizschleife" mit dauernder Warmwasserzirkulation mittels ungedämmter Heizleitung auf der Sockelleiste. Eine Strahlungsheizung erwärmt ja vorrangig das Bauteil und nicht die Luft. Ohnehin sind Luftheizungssysteme gesundheitlich sehr bedenklich: sie mißbrauchen und verschmutzen unser wichtigstes Lebensmittel - die Atemluft. Die Hüllflächentemperierung als Strahlungsheizungssystem ist deswegen nicht nur aus Gründen des Schimmelschutzes sinnvoll.

Fallgruppe Schimmelbefall als Folge nasser Kellerwände: Hier geht es zunächst wieder um Kondensat auf kühlen Bauteilen. Da Kellerwände oder unbeheizte Flure gerade gegenüber der feuchtwarmen Sommerluft besonders kühl sind, nehmen sie bei sommerlicher Lüftung geradezu extreme Kondensatmengen auf. Lüftung sollte dort also nur erfolgen, wenn die Außenluft deutlich kühler als die Oberfläche der Wände ist. Dies ist in Eingangsbereichen natürlich unmöglich. Hier sind feuchtestabile und gut kapillartrocknende Luftkalkputze und Kalktünchen vorteilhaft. Die "guten" Dampfdiffusionswerte mancher Synthetikfarben sind leider ohne jeden Belang. Sie blockieren nämlich die kapillare Austrocknung der flüssig vorliegenden Bauteilfeuchte aus den Poren. Wichtig: Der Feuchtetransport in Bauteilen erfolgt 1000fach mehr flüssig als dampfförmig. Die vielbeschworene Dampfdiffusion spielt also baupraktisch keine Rolle.

Die zweite Feuchtequelle kommt aus der Baugrube. Dabei handelt es sich meist nicht um sogenannte "aufsteigende" Feuchte. Diese ist im üblichen Mauerwerk geradezu unmöglich: es gibt nämlich keinen Kapillartransport zwischen kleinporigen Mauersteinen und grobporigem Mörtel. Nachträgliche Horizontalisolierungen und Injektagen sind also nicht zielführend, sondern schädigen den Geldbeutel und das Mauerwerk. Die wahre Feuchteursache ist meistens eine wasserdichte Baugrube, wasserdurchlässig verfüllt, vielleicht verstärkt durch setzungsbedingt undichte Abwasserrohre. Bei ausgiebigen Regenfällen füllt das Wasser in der Grube und überwindet die gegebene Bauwerksabdichtung dank hohem Staudruck von der Seite, aber auch von der Bodenplatte her als drückende Feuchte. Eine fehlerhafte Drainage kann zusätzlich Stauwasser heranführen. Am besten wäre hier eine lagenweise Abdichtung der Baugrube mit wasserdichtem Deponieton von unten her. Ob eine nur oberseitige deckelartige Abdichtung mit Deponieton für Garten- und Landschaftsbau hilft, Seite 8 künftiges Absaufen der Baugrube zu verhindern oder auf ein unschädliches Maß zu beschränken, muß vor Ort entschieden werden. Als verhältnismäßig einfache Methode ist dies auch in Selbsthilfe vorstellbar. Undichte Grundleitungen können durch Videobefahrung kostengünstig geortet werden und sind dann im erforderlichen Umfang zu reparieren.

Für die Reinigung verschimmelter Oberflächen liefert billiger Haushaltsspiritus (leicht entzündlich!) meist das beste Ergebnis. Alkohol dehydriert den Untergrund rückstandsfrei, das tötet den Schimmelbefall bis in die Tiefe. Von sonstigen Giftmittelchen oder Essigsäure ist abzuraten. Schimmelpilze lieben das leicht saure Milieu, das gerade Dispersionsfarben bereitstellen. Die hohe Alkalität von reinen Kalkprodukten schützt vor Neubefall - ohne gesundheitsschädlichen Giftzusatz (Fungizid/Algizid).

Fallgruppe Schimmel und Algen auf der Fassade: Ungünstige Bewitterungsverhältnisse und schadensträchtige Bauweisen wie Wärmedämmsysteme sind die Voraussetzung für schwarz, grün und braun befallene Fassaden. Ein wasserrückhaltender und trocknungsblockierender synthetisch "vergüteter" Anstrich oder gar Kunstharzputz bietet meist die Voraussetzung für den Befall. Hier kann dampfförmiges Luftkondensat und durch das versprödete Rißnetz in der Beschichtung auch Regen eindringen und den Untergrund auffeuchten. Die kapillardichte Beschichtung blockiert dann die Trocknung. Obendrein bietet ein synthetischer Anstrich geradezu perfekte Besiedelungsbedingungen für Algen und Pilze. Deswegen werden solche Anstriche mit Algiziden bzw. Fungiziden vergiftet. Helfen kann das nur kurz, die Gifte sind ja wasserlöslich und werden durch Beregnung ausgespült. Bei Dämmfassaden ohne ausreichende Speicherfähigkeit, egal ob aus geporten Steinen, Schäumen oder Gespinsten kommt noch erschwerend hinzu, daß sie am Abend sehr schnell unterkühlen. Die dann ebenfalls abkühlende Luft kondensiert dann in die kalten Fassaden ein und liefert die Wachstumsvoraussetzungen für Schimmel und Algen. Wobei die etwas besser speicherfähigen Dübelteller tendenziell etwas trockener bleiben und deswegen etwas weniger befallen werden. Das mag die Industrie offenbar gar nicht. Sie hat dagegen schnell Abhilfe gefunden und bietet nun einzeln gedämmte Dübel mit "Luftpolster über dem metallischen Anker" an ...

Nun kann man befallene Fassaden als Dauerbaustelle pflegen, also immer wieder reinigen, Risse reparieren, neu beschichten mit vergifteten Anstrichen. Dazu raten viele, die ein armer Bauherr als ausgewiesene Fachleute präsentiert bekommt und die immer wieder "noch besser", "heute bauphysikalisch optimiert", "die perfekte Lösung" und dergleichen Wunder bis zu "selbstreinigenden Kunstharz-Fassadenanstrichen" verheißen. Die klassische Fassadenreparatur mit befallshindernden Kalkprodukten, ausreichendem Witterungsschutz und - wenn es wirklich sein muß - gut trocknungsfähigen hinterlüfteten Verschalungen bietet dazu eine sinnvolle Alternative.



"Algenbefund auf der WDVS-Fassade" aus "[Forschung] Wärmedämmung; Zur EnEV: 1. Grünes Hinweisschild + 2. Schotten dicht" in: Bautenschutz+Bausanierung, Zeitschrift für Bauinstandhaltung und Denkmalpflege, Januar 2002, S. 44, Bildautor: Hochschule Wismar, Bildbearbeitung K.F.

Natürlich können hier nicht alle Fallgestaltungen abschließend beurteilt werden. Deswegen bietet meine Homepage "Altbau und Denkmalpflege Informationen" über 1500 Seiten mit Fachtexten zur weiteren Vertiefung. Auf die Entscheidungshilfe qualifizierter Architekten und Handwerker sollten Sie nicht verzichten. Die hier gegebenen Informationen können dabei Hilfestellung leisten. Und eines ist klar: Es geht um Ihre Gesundheit und Ihr Geld - sei es als betroffener Mieter oder geplagter Vermieter. Passen Sie auf beides gut auf! Dipl.-Ing. Konrad Fischer, Architekt BYAK, Hochstadt a. Main


Aus Köln grüsst Berny.

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