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Smiley Re: Vorsicht Modem-User: Lange Ladezeit
Zunächst mal Sorry, dass ich Dir erst heute antworte denn schliesslich habe ich dir ja auch die D-390 empfohlen, aber gestern hatte ich leider keine Zeit. Aber wenn auch spät so will ich Dir dann doch jetzt wenigstens noch kurz erläutern warum deine ersten Bilder so (z.B. das, was jetzt nicht mehr zu sehen ist vom AMD-Prozessor)unscharf geworden sind.



Wie Du ja schon bemerkt hast, braucht die Kamera "gute Lichtverhältnisse". Nur braucht nicht nur die Olympus D-390 "gute Lichtverhältnisse" sondern alle Kameras brauchen "gute Lichtverhältnisse" unter den Bedingungen wie Du deine ersten Versuche mit den Bildern gemacht hast. Wieviel Licht nun eine Kamera braucht um ein Bild zu machen hängt von 3 Faktoren ab:



1. Der Lichtstärke des Objektivs: Dein Objektiv hat eine Lichtstärke von 1:2,8 (so steht's auch vorne auf dem silbernen Ring rund um das Objektiv wenn Du mal nachkuckst). Ein Wert von 2,8 ist durchaus nicht schlecht - es gibt nur wenige Kameras die hier bessere Werte haben - wo also mehr Licht durch das Objektiv in die Kamera kommt. Wenn Du diesen Wert mit anderen Kameras vergleichst musst Du noch wissen, das eine grössere Zahl (z.B. 1:3,6 bzw. kürzer geschrieben auch nur 3,6) schlechter ist - d.h. bei so einer Kamera kommt weniger Licht "innen an". Dagegen ist z.B. ein Wert von 1,4 besser. Eigentlich wolltest Du ja die C-220 dir kaufen - die hat z.B. genau wie deine Kamera auch einen Wert von 2,8 (aber nur bei Weitwinkel - bei Tele ist der Wert viel schlechter, nämlich 4,9!) und bei der Canon PowerShot A60 ist es ähnlich: 2,8 bei Weitwinkel und 4,8 bei Tele.



2. Der zweite Faktor wieviel Licht eine Kamera braucht ist der sogn. ISO-Wert. Dieser Begriff stammt noch von der analogen Fotografie mit Film denn auch da gab es lichtempfindliche Filme und weniger lichtempfindliche Filme - wobei z.B. ISO 50 bedeutet dass man viel Licht braucht (also der Film weniger lichtempfindlich ist) und ein Film mit ISO 400 z.B. braucht weniger Licht. Also hier ist es mit den Zahlen genau umgekehrt - hohe ISO-Zahl bedeutet es wird relativ wenig Licht gebraucht und bei einer niedrigen ISO-Zahl braucht man viel Licht. Digitalkameras haben in der Regel mehrere ISO-Werte zwischen denen "umgeschaltet" werden kann. Billige Kameras machen so was automatisch und bei teureren Modellen kann man das in der Regel auch manuell bestimmen "wieviel" ISO man nehmen will. Nun könnte man ja meinen, warum nimmt man nicht einfach immer "viel" ISO (also hohe Lichtempfindlichkeit), doch die Sache hat einen Haken: Ein hoher ISO-Wert bedeutet nämlich leider bei Kameras der unteren Preisklasse leider auch schlechtere Bilder. Man nennt das "Rauschen" - was soviel bedeutet wie die Farben werden unruhiger - einfach schlechter halt. Das war übrings nicht anders früher (und heute auch noch) beim Kameras mit Film - auch hier wurden das Ergebnis schlechter je höher die Lichtempfindlichkeit des Films war ("der Film ist grobkörnig" sagt man da). Leider verrät nun Olympus nicht welchen ISO-Bereich deine Kamera (automatisch) verwendet bzw. einstellt - in den technischen Unterlagen heisst es nur lapidar: automatisch. So ist für diesen Wert leider kein Vergleich mit anderen Kameras möglich.



3. Zu guter letzt gibt es noch einen dritten Faktor der wichtig ist dafür wieviel Licht eine Kamera braucht - und nur um den zu verstehen habe ich die langen Ausführungen oben gemacht: die sogn. "Verschlusszeit". Nach den bisherigen Ausführungen ergibt sich ja folgendes: Das Objektiv lässt eine bestimmte Menge Licht durch (das waren bei Dir die 2,8 - man nennt dass auch grösste Blende übrings) und der Chip in der Cam braucht je nach ISO-Einstellung ne bestimmte Menge Licht damit ein gutes Bild entstehen kann. Aber die Lichtmenge die auf dem Chip ankommt hängt auch davon ab wie lange das Objektiv geöffnet ist. Du musst Dir dass so vorstellen: wenn Du kein Bild machst ist das Objektiv zu - kommt also kein Licht auf den Chip im inneren der Kamera. Man sagt auch der Verschluss ist zu. Wenn nun ein Bild gemacht werden soll muss der Verschluss natürlich aufgemacht werden weil sonst ja kein Licht reinkommen würde. Für einen kurzen Moment macht die Kamera jetzt das "Loch" auf wenn Du ein Bild machst und lässt so das Licht rein. Wie kurz dieser Moment ist nennt man "Verschlusszeit" - und die wird in Sekunden bzw. Bruchteilen von Sekunden ausgedrückt. Wenn nun die Lichtverhältnisse schlecht sind, muss das Loch natürlich ziemlich lang aufgemacht werden damit genug Licht auf den Chip kommt. Man sagt dann es ist eine lange Verschlusszeit. Und wenn es richtig hell draussen ist und die Sonne scheint dann reicht ein klitzekleiner Moment wo das Loch aufgemacht wird - und schon ist genug Licht innen in dem Kamera auf dem Chip angekommen um ein richtig belichtetes Bild zu machen. Das heisst dann unter Fotografen "schnelle Verschlusszeit" - weil halt das Loch nur ganz kurz aufgemacht wird und es rasend schnell geht bis genug Licht auf dem Film bzw. dem Chip angekommen ist.



Das Problem ist nun (wie du ja schon bemerkt hast) wenn die Lichtverhältnisse schlecht sind - denn dann muss ja das Loch lange aufgemacht werden bis genug Licht "im Kasten" ist ("lange Verschlusszeit"). Und da kann es dann sein, dass für 1 Sekunde oder gar noch länger das Loch auf ist. Du fragst dich jetz sicher: wo ist das Problem? Nun eine Sekunde (oder auch eine halbe Sekunde) ist ziemlich lang - und um scharfe Bilder zu bekommen musst Du die ganze Zeit wo das Loch auf ist die Kamera ABSOLUT ruhig halten! Wenn Du auch nur ein ganz kleines bisschen wackelst (z.B. wenn du den Auslöser drückst) wird das Bild unscharf. Und genau dass ist bei deinen Bildern passiert - du hast gewackelt beim Fotografieren. Wenn es genügend hell ist passiert das nicht so schnell (weil das Loch dann nur z.B. 1/250 Sekunde offen ist und so schnell kann man gar nicht wackeln). Aber so ab ca. 1/30 Sekunde besteht akute Verwacklungsgefahr - Ergebnis: siehe erstes Bild von deinem AMD-Prozi.



Was kann man dagegen tun? Also erstens für besseres (helleres) Licht sorgen (z.B. Blitz oder andere Lichtquellen) und wenn das nicht geht bzw. nicht gewünscht ist hilft nur noch eins: Kamera auf ein Stativ stellen und mit dem Selbstauslöser aufnehmen (weil sonst wackelts doch wenn du am Auslöser rumfummelst um das Bild zu machen).



Fazit: das Desaster mit den unscharfen Bilder lag nicht an der Kamera (und wäre mit fast allen anderen Kameras auch genauso passiert!) sondern du hättest mehr Licht haben müssen oder ein Stativ verwenden müssen.



Zusammenfassung: ein lichtstarkes Objektiv ist deshalb wichtig damit möglichst viel Licht in die Kamera kommt - denn je weniger Licht innen in der Kamera auf dem Chip ankommt desto länger muss die Verschlusszeit sein und je länger die nun wieder ist desto grösser wird die Verwacklungsgefahr. Das ist das Geheimnis deiner unscharfen Bilder am Anfang. Eine andere Kamera (und schon gar nicht in der Preisklasse bis sagen wir mal 500 Euro) hätte dir bei diesem Problem weitergeholfen - weder eine von Canon noch von Olympus oder sonst einem Hersteller.



Aber auch wenn Du das Problem ja schon selber erkannt hast - vielleicht weisst Du jetzt auch WARUM das so ist. Und mit diesem neuen Wissen solltest Du dir jetzt noch das Handbuch auf der mitgelieferten CD durchlesen denn da steht mehr drin wie in der "Kurzanleitung" (= dem beiliegenden Heftchen). Und keine Panik: noch 2, 3 Tage üben und es klappt auch mit den Nachtaufnahmen (die gehen allerdings nur mit Stativ - selbst mit einer Kamera für weit über 1000 Euro!).

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