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Smiley Re: e-mail-Adresse ändern --> keine "Viren-mails" mehr?
>Ist das Problem dann erledigt?



Nein. Du möchtest ja deine E-Mail-Adresse schließlich für etwas nutzen. Sie dient als Absender- wie Zieladresse in Mails. Somit wird diese Adresse im Laufe der Zeit nicht nur in den Adressbüchern deiner Bekannten und Freunde abgespeichert werden, sie ist auch in allen lokal auf den jeweiligen PC's gespeicherten Mails enthalten, die du an deine Bekannten verschickt hast.



Ist nun auch nur einer dieser Leute, mit denen du in Mailkontakt stehst, unvorsichtig bzw. leichtsinnig und installiert sich einen Mailwurm, so wird dieser Mailwurm auf dem infizierten System überall nach E-Mail-Adressen suchen, an die er sich weiterverschicken kann.



Solche Dateien, in denen er danach sucht, können unter anderem sein:



- Adressbücher

- gespeicherte E-Mails

- HTML-Dateien

- Textdokumente

- Tabellenkalkulation



Ist auch nur in einer dieser Dateien deine Mailadresse gespeichert, wirst auch du früher oder später mit dem Wurm beglückt werden. Mehr noch: der Wurm setzt alle gefundenen Adressen wechselweise und zufällig als Absender und Empfänger ein, um für den Empfänger die Herkunft zu verschleiern. Somit kann der infizierte Rechner also durchaus der von einem dir Bekannten sein, nur ist das eben aus der Absenderadresse nicht ersichtlich, da der Wurm wie gesagt stets die Absender fälscht!



Durch das Fälschen kann es dann auch zu diesem Ereignis kommen:



>Übrigens: Einmal habe ich eine solche mail sogar von mir selbst bekommen.



Das passiert dann, wenn deine Adresse zufällig gleichzeitig als Empfänger und Absender eingesetzt wurde.



Fazit: solange du in Kommunikation mit anderen stehst, ist zumindest jenen gegenüber, mit den du kommunizierst, deine Adresse "öffentlich". Solange sie öffentlich ist, kannst du aber theoretisch immer wieder Würmer erhalten. Es ist also keine Lösung, die Adresse (stets) zu ändern, wenn du Wurmmails erhältst. Damit wärst du auf Dauer mit dem Neuanlegen von Mailadressen beschäftigt.



Viel sinnvoller und empfehlenswerter ist da hingegen das Ergreifen bestimmter Maßnahmen:



A.) Auf deinem PC:



1.) Nutzen eines Mailprogrammes, das NICHT auf dem Internet Explorer basiert, also kein 2.) Stattdessen Programme verwenden, die die Darstellung empfangener Mails im Nur-Text-Format (Plaintext) gestatten. (Beispiel: Thunderbird, Vivian Mail, GeMail, Pegasus Mail etc.)



->> Diese beiden Maßnahmen verhindern

a) das automatische Ausführen aktiver Inhalte (Scripte),

b) das Spoofen (Fälschen) von in den Mails vorhandenen Links,

c) die Nutzung von WebBugs, welche dazu von Spammern dazu eingesetzt werden, um zu prüfen, ob E-Mail-Adressen genutzt werden oder brach liegen.



Fazit: Guter Wurm- und Spamschutz.



Natürlich muss hinzu kommen, dass du selbst keine ausführbaren Dateianhänge ausführst, selbst dann nicht, wenn sie von Bekannten zu kommen scheinen. Und selbst dann nicht, wenn ein Virenscanner sagt, die Datei sei OK. Denn bedenke: ein Virenscanner erkennt nicht alles! Erst recht keine ganz neuen Würmer, denn diese verbreiten sich innerhalb weniger Stunden explosionsartig durch's Internet.



Gleiches gilt für eingebettete Links: Nicht einfach drauflosklicken.





B.) Auf anderen PC's (gilt aber im Grunde ebenso für sich selbst):



Impf deinen Kommunikationspartnern das Folgende ein (wichtig!):

1.) Das Betriebssystem ist stets aktuell zu halten (alle 14 Tage http://windowsupdate.microsoft.com aufsuchen).

2.) Kein Outlook (Express), kein IncrediMail nutzen.

3.) Sie mögen Mails bitte im Nur-Text-Format versenden.

4.) Nicht alles anklicken, was bei drei nicht auf dem Baum ist (insbesondere die oben bereits erwähnten Dateianhänge nicht).

5.) Statt ".doc"-Dateien bitte alternativ ".rtf"-Dokumente verwenden.

6.) Wenn sie eine Mail an mehrere Empfänger versenden, bitte nicht alle in die "An"-Zeile einfügen. Besser: bei Mails an mehrere Bekannte und/oder Unbekannte sich selbst in die "An-Zeile" eintragen, und alle anderen in die BCC-Zeile. Grund: damit werden nicht alle Mailadressen automatisch an alle Empfänger übermittelt.



"BCC" bedeutet "Blind Carbon Copy". Heißt sinngemäß: die Mail wird in Kopie an Adressen verschickt, die nicht sichtbar sind.



Warum ist das wichtig? Nun, du erinnerst dich sicher an die Erklärung oben, dass Mailwürmer in allen möglichen Dateien nach brauchbaren Mailadressen suchen. Würde man eifrig alle Adressen in "CC" oder "An" einsetzen, könnten aktive Würmer all diese Adressen auslesen, mit der Folge einer viel größeren Wurmverbreitung. Und genau das soll ja vermieden werden.



Du siehst also: Ein guter Wurm- und Spamschutz wird NICHT durch das Ändern einer Adresse oder durch die bloße Installation eines Virenscanners erreicht. Viel mehr sind ganz andere Faktoren entscheidend, nämlich das eigene Handeln, das Ergreifen von Maßnahmen. Zugegeben - durch meine ausführlich gehaltenen Erläuterungen wirkt es viel, wenn man sich aber die einzelnen Stichpunkte anschaut, sind es im Grunde nur wenige, aber dafür um so wichtigere, kleine Verhaltensregeln, die man beherzigen muss, und schon ist man ein großes Stück weiter.

Einige dieser Maßnahmen sind sogar nur "einmalige" Schritte, wie z.B. das Einstellen der "Nur-Text"-Darstellung für eingehende Mails. Das aktiviert man einmal bei der Einrichtung, und Ruhe ist.



Auch das Versenden von Mails an mehrere Empfänger über BCC ist kein Problem. Man wählt in der Mail mit einem Klick einfach das Feld "BCC" statt "An" aus, und fertig. Das ist kostenfrei, kein großer Zeitaufwand, nein, es spart sogar noch Zeit. Grund: In der Summe weniger Wurmmails, weniger Spam, weniger Mühe mit dem Aussortieren oder dem Einrichten von Spamfiltern, etc.



Willst du eine Mailadresse öffentlich z.B. in Foren bekannt geben, bei Versandhäusern bestellen, Newsletter abonnieren, etc., richte dir dazu eine gesonderte zweite, von deiner ersten unabhängige Adresse ein! Somit kannst du die "unwichtigere" zweite Adresse bei Bedarf wieder löschen. Warum nenne ich Versandhäuser? Nun, die "verkaufen" ganz gerne mal solche Daten.



Mein Tipp also nochmal zusammengefasst:

1.) Selbst Maßnahmen ergreifen.

2.) Kommunikationspartner über zu treffende Maßnahmen unterrichten!

3.) Ggf. eine Zweit- oder Drittadresse nutzen, z.B. bei GMX, die haben einen guten serverbasierten Spamfilter.



Alles verständlich, oder gibt es (Nach-)Fragen zur Umsetzung? Falls ja, stell sie!

Grüße, Markus





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