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Smiley 7 Todsünden bei SCSI
Die sieben Todsünden bei SCSI:



Wer die folgenden sieben Fehler vermeidet, dessen SCSI-System dürfte auf Anhieb schnell und störungsfrei arbeiten. Viele dieser Sünden - doppelte oder fehlende Terminierung, Kabelverlängerungen, 10-cm-lange Abzweige - werden möglicherweise vom System zunächst verziehen. Das erweckt dann den Eindruck, dass man das alles wohl insgesamt nicht so genau nehmen muss. Das ist ein fataler Irrtum, der sich garantiert beim sukzessiven Hinzufügen von immer mehr SCSI-Geräten in Form eines unzuverlässigen Systems rächt - und dann erinnert man sich natürlich nicht mehr so genau, was man in der Vergangenheit alles falsch gemacht hat.



1. Doppelt vergebene ID



Jedes SCSI-Gerät wird über seine ID angesprochen. Damit es nicht zu Kommunikationsproblemen kommt, darf jede ID auf dem SCSI-Bus nur einmal vergeben werden. Bei Fast- und Ultra-SCSI-Geräten stehen die IDs 0 bis 7 zur Verfügung, bei Wide-, Ultra-Wide- und Ultra2-SCSI sind ID 0 bis 15 möglich. Der Hostadapter erhält üblicherweise die ID 7, die Boot-Festplatte bekommt traditionell die ID 0. Moderne Hostadapter können zwar auch von anderen IDs booten, aber mit 0 für die Boot-Platte macht man bei 90 Prozent aller Hostadapter nichts falsch. Die IDs haben übrigens nichts mit der Lage der einzelnen Geräte auf dem SCSI-Bus zu tun, oder anders gesagt: Die ID korrespondiert in keiner Weise mit den Steckern am SCSI-Kabel.



2. Nicht oder falsch terminiert



Der SCSI-Bus hat genau zwei Enden. Jedes dieser Enden ist - am besten mit einem aktiven Terminator - zu terminieren. Das Ende des SCSI-Busses ist das physikalische Ende des SCSI-Kabels, das nicht zwangsläufig mit dem letzten angeschlossenen Gerät identisch sein muss. Hängt hinter dem letzten SCSI- Gerät etwa noch ein loses Stück SCSI- Kabel mit einem freien SCSI-Stecker herum, so gehört der Terminator auf dieses Ende. Da separate Terminatoren nicht gerade leicht zu bekommen sind, wird man sinnvoller ein Gerät mit aktiver Terminierung ans Kabelende stecken. Unbenutzte SCSI-Stecker in der Kabelmitte dürfen dagegen nicht terminiert werden.



3. TermPower fehlt



Damit die Terminierung funktionieren kann, muss der Terminator mit Spannung versorgt werden. Das geschieht über die TermPower-Leitung des SCSI-Busses. Üblicherweise übernimmt der Hostadapter die Speisung von TermPower; diese Aufgabe kann aber auch jedes andere entsprechend eingestellte SCSI-Gerät übernehmen. Wer mit langen SCSI-Kabeln oder externen Geräten arbeitet, sollte die TermPower-Speisung bei den Geräten an den beiden Enden des SCSI-Busses zusätzlich aktivieren, soweit es sich hierbei um SCSI-2- Devices handelt. Das ergibt in der Regel eine stabilere und weniger gestörte Spannungsversorgung der Terminatoren und ist unkritisch, weil die Geräte die TermPower-Leitung über eine Schutzdiode gegen Potentialunterschiede entkoppeln.



Ältere SCSI-I-Laufwerke sollten TermPower dagegen nicht versorgen, da dort in der Regel keine Schutzdiode vorgesehen ist.



4. Zu lange Kabel



Besonders bei Ultra- und Ultra-Wide- SCSI führen lange Kabel oft zu Problemen. Der SCSI-Standard erlaubt eine Kabellänge von drei Metern, wenn maximal drei Geräte am Hostadapter hängen. Sind es mehr, darf das Kabel maximal 1,5 Meter lang sein. Die relevante Kabellänge ergibt sich übrigens aus der Addition aller an einem Hostadapter angeschlossenen Kabel, also sowohl die der internen 50- und 68poligen als auch die der externen Kabel. Das kann besonders bei mehreren externen Geräten kritisch werden, da diese oft über meterlange Kabel untereinander verbunden werden.



5. Ungeeignete Kabel



An Ultra-SCSI-Adaptern führen billige externe SCSI-Kabel oft zu den merkwürdigsten Fehlern. Insbesondere die mit Scannern und einigen Wechsel- plattensystemen mitgelieferten Kabel sind in der Regel ungeeignet für Ultra-SCSI. Ob ein Kabel `ultra-tauglich´ ist oder nicht, lässt sich leider nicht so einfach feststellen. Als Faustregel gegen Fehlkäufe kann aber gelten: Verwenden Sie weder Kabel mit 25poligem Anschlußstecker noch solche mit weniger als 10 mm Durchmesser. Bei den 25poligen handelt es sich in der Regel um Kabel für den Mac; dessen externer SCSI-Anschluß entspricht dem unkritischen Fast-SCSI-Standard.



6. Der T-Abzweig



SCSI ist ein Bus, das heißt, alle Geräte werden über ein paralleles Bündel von Kabeln miteinander verbunden. Abzweige in T- oder Y-Form sind absolut verboten.



7. Das Bastler-Kabel



Besonders wenn das interne SCSI-Kabel zu kurz ist, greift der Bastler gern zur schnellen Lösung: An das Ende des Kabels wird einfach per Pfostenstecker ein Stück angeflickt. Bei langsamen Fast-SCSI-Systemen mag so eine Lösung vorübergehend funktionieren. Ultra-SCSI nimmt den zusätzlichen Übergang aber übel, da dort durch den Kontakt-Widerstand Reflexionen entstehen können.



Literatur: c´t 17/98 S.184, 18/98 S. 140, 19/98 S. 264, 05/99 S. 146



Quelle:http://pc-leitfaden.tfh-berlin.de/komponen/scsi.htm



Wolf





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